Walter Trout

Full Circle

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 23.07.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Walter Trout
Full Circle, Ruf Records, 2006
Walter Trout Guitar, Vocals, Acoustic Guitar, Harmonica
Rick Knapp Bass
Joseph Pafumi Drums
Sammy Avila Hammond B3
Richie Hayward Drums
Alec Fraser Bass (Workin' Overtime)
Al Webster Drums (Workin' Overtime)
Dave Murphy Hammond Organ (Workin' Overtime)
Jonny Ray Bartel Stand-Up Bass (Slap Happy)
Bill Bateman Drums (Slap Happy)
James Harman Harmonica, Vocals (A Busy Man)
Steven Hodges Drums (A Busy Man)
Buddy Clark Stand-Up Bass (A Busy Man)
Rob Rio Piano (A Busy Man)
Danni Timms Piano (Highway Song)
Deacon Jones Hammond B3 (Wrapped Around Your Finger, Can't Help Falling Apart & After Hours)
Gäste:
John Mayall, Jeff Healy, Eric Sardinas, Coco Montoya, Junior Watson, Guitar Shorty, James Harman, Bernard Allison, Finis Tasby, Deacon Jones, Joe Bonamassa, Larry Keene
Produziert von: Walter Trout Länge: 70 Min 46 Sek Medium: CD
1. She Takes More Than She Gives8. Highway Song
2. Workin' Overtime9. When Will It Ever Change
3. Firehouse Mama10. Can't Help Falling Apart
4. Who's Listenin' In11. After Hours
5. Slap Happy12. Clouds On The Horizon
6. Wrapped Around Your Finger13. Full Circle
7. A Busy Man

'First Studio CD In 5 Years' prangt auf der Hülle. Ja..., stimmt schon, weil "Relentless" (2003) zwar neues Material enthielt, aber live vor Publikum eingespielt wurde. Andererseits, ob Studio oder live, dem Walter Trout ist das eh ziemlich egal, denn wenn mal losgelassen, bleibt auch im Studio oft nur Ausblenden, um den Song zu beenden.
"Full Circle" heißt sein neues Album und auch hier wurde mancher Titel live eingespielt und nix mehr dran 'gefixt'. Zu den Sessions eingeladen wurde eine ganze Latte von 'Friends' und von seinem alten Mentor John Mayall bis zum aktuellen Guitar-Hero Joe Bonamassa kamen sie alle gerne, um sich mit Walter zu duellieren, bzw. ihn zu unterstützen.

Einen Beitrag liefert auch der legendäre Radio-DJ Larry Keene, der eine perfekte Performance im Stil der 50er/60er Radioansagen liefert, untermalt von einem flotten Blues. Komischerweise ist dieser "Titel" an das Ende der CD gestellt. Tut euch einen Gefallen, fangt das Album damit an und seid gleich richtig eingestimmt. Denn She Takes More Than She Gives liefert als Slow-Blues doch nicht gerade den großen Schub als Einsteiger. Gast an Piano, Harmonica und Gesang ist hier John Mayall, der in allen seinen drei Disziplinen vollends überzeugt. Bei Walter Trout fällt ein sehr raues Organ auf, als wäre er schon ein paar Wochen auf Tour, aber das kommt tatsächlich richtig gut.
Wenn's ans Solo geht, steckt er natürlich nicht zurück und, ähnlich Gary Moore, quält er seine Gitarre (teilweise auch uns) gerne in den höchsten Tönen. So ist nach den ersten beiden Titeln auch schon fast eine ¼ Stunde herum. Bei Workin' Overtime leistet ihm Jeff Healey Unterstützung, in einem Hendrix-ähnlichen Midtempo-Groove. Die verschiedenen Soloparts lassen sich dank Kanaltrennung gut verfolgen: Walter Trout links - Gäste rechts. Also, jedenfalls fast immer.

Naturgemäß fallen Songs wie der Akustik-Blues Firehouse Mama deutlicher auf, als die Gitarrensoli-Orgien. Zusammen mit Eric Sardinas, beide auf Resonator-Gitarren, klampft uns Walter einen stimmungsvollen Fingerschnipper für die Veranda. Kommt richtig gut!
Wenn Coco Montoya, sein alter Weggefährte aus John Mayall Tagen, eintrifft, sind blindes Verständnis und perfekte Twin-Lines gesichert, ebenso wie eine eingängige Gesangsmelodie. Nachteilig, aus meiner Sicht, ist, dass sich hier natürlich wieder zwei zu ausgiebigen Soli hochschaukeln und so erst kurz vor der 7 Minuten Marke, durch Ausblenden, abgedrängt werden können.
Willkommene Auflockerung bietet das flott swingende Instrumental Slap Happy mit Junior Watson, welches mich etwas an Rory Gallaghers The Loop erinnert.
Als sehr erfreulich empfinde ich es, dass quasi alle Gäste auch gesanglich zum Einsatz kommen und so für Abwechslung und zusätzliche Spannung sorgen. Besonders hervor tut sich hier neben John Mayall auch Guitar Shorty in Wrapped Around Your Finger. Hier kommt auch Deacon Jones zum Einsatz, "one of the very best Hammond B3 players on the planet", wie Walter sagt. Leider etwas untergebuttert von den Gitarren. Na ja, so ergeht es eigentlich auch den Rhythmussektionen des Albums, die wiederum auch keine großartigen Akzente setzen können (dürfen?).
Erneut erfreulich ist es, wenn ein lockerer Boogie wie Highway Song (hat nix mit BLACKFOOT zu tun) [schade; Red.] auftaucht. Der kommt einem dann vergleichsweise kurz vor und von John Mayall ist auch nicht viel zu hören. Rockt trotzdem gut.
Ebenfalls gut kommt Luther Allisons When Will It Ever Change, passenderweise zusammen mit dessen Sohn Bernard Allison interpretiert. Der legt denn auch eine der besten Vorstellungen, gesanglich und gitarristisch gesehen, hin. Ist halt ein guter Song, dem nicht wie manchen von Walter Trouts Kompositionen der Verdacht anhängt, nur als Grundlage für Gitarrensoli zu dienen.
Die blitzsaubere Blues-Harp bei Can't Help Falling Apart spielt Walter selbst und beeindruckt damit nicht wenig! Der B3-Experte Deacon Jones kommt auch hier wieder zum Einsatz, aber, wie gehabt, eher dezent zu hören. Das ändert sich im folgenden After Hours zum Glück und Mr. Jones darf hier sein Können mal präsentieren. Klingt auch ganz hervorragend und man muss schon fast zu Meistern wie Brian Auger zurückgehen, um solch tolle Sounds geboten zu kriegen.
Für Blues-Puristen ist weder Walter Trout noch Joe Bonamassa etwas und so verstehen sich die beiden natürlich bestens und es führt zu dem von Joe vorgegebenen Motto "Let's give 'em the reason they hate us". Zunächst geht das noch einigermaßen gemächlich ab, aber stellenweise ziehen sie dann vom Leder, dass einem ganz schwindelig wird. Alvin Lee zu Glanzzeiten ist nichts dagegen. Wow.
So gesehen, ist das 'Commercial' Full Circle dann doch ganz erholsam. Als Intro taugt es aber auch wieder, denn dieses Album muss man ein paar Mal hören. Dann findet man, neben den Gitarrensoli, noch ein paar andere Schmankerl.

Epi Schmidt, 23.07.2006

 

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