Steve Hackett

Live Archive

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.01.2002
Jahr: 2001

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Steve Hackett
Live Archive 70s/80s/90s, InsideOut Music, 2001
Steve Hackett Vocals, Guitar
Nick Magnus Keyboards (CD 1-3)
Julian Colbeck Keyboards (CD 4)
John Hackett Bass-Pedals, Flute, Guitar
Dick Cadbury Bass, Vocals (1 & 2)
Chas Cronk Bass, Vocals (CD 3)
Dough Sinclair Bass, Voclas (CD 4)
John Shearer Drums (CD 1 & 2)
Ian Mosley Drums (CD 3)
Hugo Degenhardt Drums, Vocals (CD 4)
Peter Hicks Vocals (CD 1 & 2)
Produziert von: Steve Hackett Länge: 70 Min 54 Sek (CD 4) Medium: 4-CD Box
CD 4:
1. Medley: Myopia / Los Endos / Imaging / Ace Of Wands / Hackett To Pieces8. Kim
2. Vampyre With A Healthy Appetite9. Dark As The Grave
3. Sierra Quemada10. Always Somewhere Else
4. Take These Pearls11. Lost In Your Eyes
5. In The Heart Of The City12. Spectral Mornings / Firth Of Fifth / Clocks
6. Walking Away From Rainbows13. Cinema Paradiso
7. There Are Many Sides To The Night14. In That Quiet Earth

Aufnahmetermine:
CD 1 & 2, 30.06.1979, London, Hammersmith Odeon (Track 1 - 21)
CD 3, 13.09.1981, Rom, Castello St. Angelo (Track 22 - 35)
CD 4, 08.06.1993, London, The Grand Theatre (Track 36 - 49)

Beim Hören dieser Liveaufnahme von Steve Hackett beschleicht mich immer wieder der Gedanke, dass ich dem Schaffen dieses Künstlers in der Vergangenheit definitiv zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe.
Natürlich kennt man die Klassiker von GENESIS an denen er mitwirkte, und auch seine Zusammenarbeit mit Steve Howe von YES und Max Bacon bei GTR war Mitte der Achtziger aufgrund des starken Songwritings zu gut, um übersehen zu werden.
Natürlich steht sein bemerkenswertes 79er-Epos "Spectral Mornings" in meiner Plattensammlung, aber das sind ohnehin durch die Bank Referenzalben, an denen man über kurz oder lang nicht vorbei kommt, wenn man sich halbwegs intensiv und seriös mit anspruchsvoller Rockmusik beschäftigt.

Leider liegt uns nur die vierte CD der insgesamt 49 Stücke aus drei verschiedenen Konzerten umfassenden Werkschau zur Besprechung vor, doch das Konzert vom 8. Juni 1993 in London lässt erahnen, dass es im musikalischen Universum des Steve Hackett noch eine ganze Menge mehr zu entdecken gibt.
Natürlich stehen Steve Hackett und seine Gitarre im Mittelpunkt dieses 70-minütigen progressiven Feuerwerks. Was den Briten angenehm von anderen Sologitarristen unterscheidet, ist der ihm völlig abgehende Hang zur Selbstinszenierung. Sicherlich machen er und seine Band komplexe, überwiegend instrumentale Musik, aber es wird dabei nie die Songdienlichkeit ohne Not geopfert. Kein unnötiger Schlenker, keine überflüssigen Soloeskapaden, die vom Wesentlichen des jeweiligen Werkes ablenken, kein Gefrickel um des Frickelns willen... und trotzdem abwechslungsreiche, vielschichtige und tiefgehende Kompositionen.

Steve Hacketts Gitarrensound strotzt nur so vor Wärme und Emotion, dennoch erzeugt er, vor allem im Zusammenspiel mit seiner herausragenden Rhythmussection, auch das eine oder andere gewaltige Soundgewitter, um nur kurz darauf wieder in eine ruhige, verträumte Gangart zu verfallen.
Hackett hat auch ein Gespür dafür, wann er sich selbst zurücknehmen muss, um seinen Kollegen das Rampenlicht zu überlassen. Über einen Mangel an Spannung und Dramatik muss sich also niemand sorgen, wobei das abwechslungsreiche Songwriting, das Rock-Elemente dezent mit Jazz und Blues zu einem hochexplosiven progressiven Cocktail vereint, seinen Anteil dazu beisteuert.

Fans der Progressivsaurier der 70er, wie GENESIS oder PINK FLOYD, können bei "Live Archive 70s/80s/90s" genau so bedenkenlos zugreifen, wie Progressivmetal-Fans (keine Angst, es geht zuweilen wirklich tierisch ab) oder Anbeter von Gitarrenmagieren der Satriani/Vai-Fraktion, immer vorausgesetzt, dass auch CD 1 bis 3 einen ähnlichen Standard aufweisen.
Danke, Steve, für diese Nachhilfestunde. Für mich im Hinblick auf Dein bisheriges Schaffen und für alle pseudointellektuellen, neurotischen, profilierungssüchtigen Musikerkollegen, die Technik über Gefühl stellen als anschauliches Beispiel, dass es andersherum doch besser ist.

Martin Schneider, 17.01.2002

 

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