Shakura S'Aida

Brown Sugar

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.02.2010
Jahr: 2010
Stil: Blues

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Shakura S'Aida
Brown Sugar, Ruf Records, 2010
Shakura S'AidaVocals
Donna GrantisGuitar
Lance AndersonOrgan
Rick SteffKeyboards
Steve PottsDrums
Dave SmithBass
Vicki Atkins, Amyee Bragg, StanCrouse, Troy Adams, Shannon MaracleBackground Vocals
Produziert von: Jim Gaines Länge: 55 Min 09 Sek Medium: CD
01. Mr. Right07. Missing The Good And The Bad
02. Walk Out That Door08. Sweet Spot
03. Gonna Tell My Heart09. Brwon Sugar
04. (Did It) Break Your Heart10. This Is Not A Love Song
05. Angels On High11. Anti Love Song
06. Chasing The Sun12. Outskirts Of Memphis

RUF's BLUES CARAVAN zieht durch die Lande und wie fast schon üblich, hab ich es auch dieses Jahr nicht ins Aschaffenburger Colos-Saal geschafft, um dem Treiben beizuwohnen. Der Dienstag ist eh schon der ungünstigste Tag für mich und das Schneetreiben im Spessart sorgt dann für den Rest. Sehr ärgerlich. Zumal Label-Chef diesmal ein ganz besonderes "Zuckerl" in die Schale geworfen hat: Shakura S'Aida.
Jetzt keine unnötigen Zwischenrufe von wegen Opern und schon gar keine Kreuzfahrten, bitte!
Man sieht es ihr nicht an, aber die Frau die, zusammen mit Coco Montoya und der Österreicherin Meena, diese Tour bestreitet ist schon drei Jahrzehnte in der kanadischen Musikszene tätig. Aufgewachsen ist Shakura in der Schweiz, aber optisch und stimmlich zollt sie ihrem Geburtsort Tribut und der heißt Brooklyn, New York. Und so klingt sie auch!
Schwarz und heiß, voller Leidenschaft. Bestens in Szene gesetzt von Produzentenlegende Jim Gaines und von einer tollen Backingband. Gitarristin Donna Grantis - nicht von ungefähr ist sie als einzige Musikerin im Booklet abgebildet - setzt mit dem ersten Anschlag den drahtigen Ton vor, der jedes Blues-Herz höher schlagen lässt und auf dem Fuß folgt die Orgel von Lance Anderson. Mr. Right geht noch einigermaßen gemächlich vonstatten, so wie man halt in einen verheißungsvollen Abend einsteigt, wohin der auch immer führen mag. Aber Shakura schwingt sich in den Breaks schon etwas auf und der Hörer hebt bereits achtungsvoll die Augenbrauen.

Der Großstadt-Blues und die Reise durch die Nacht, gehen weiter mit dem funkigen Walk Out The Door und es groovt richtig geil. Shakura singt nicht mit der Big-Mammy-Blues-Röhre, aber durchaus mit einer satten Stimme, die einen unweigerlich in ihren Bann zieht. Da kommt besonders in so einer atmosphärischen, unterschwellig brodelnden Nummer, wie Gonna Tell My Baby zur Geltung. Dazu der trockene, direkte Gitarrensound von Mrs. Grantis und diese powervolle, sehr dynamisch agierende Band im Rücken. Oh Mann, was verpasse ich da wieder auf der Bühne!
Als Anspieltipp und Ohrwurm "to come" kann (Did It) Break Your Heart herhalten. Dieser schwungvolle Song geht in Beine und Ohr, kommt auf den Punkt, dabei jazzig und bluesig und voller Soul. Ich weiß, mir sind so viele Zutaten eigentlich auch nicht recht, aber Shakura vermischt das zu einem hochprozentigen Cocktail, von dem man sich gern noch etwas länger als die knapp fünf Minuten hätte berauschen lassen.
Klar, darf die große Blues-Ballade nicht fehlen und in Form von Angels On High und mit einem hervorragenden Background-Chor ist auch hier eine feine Nummer vertreten.
Das locker groovende Chasing The Sung macht mir allerdings mehr Spaß. Einfach nur gut, wie man hier zum mitswingen verleitet wird. Da kriegt man so richtig Lust auf Sommer, laue Abende und ... ach, ich trau mich gar nicht, weiter zu träumen.
Wer's etwas flotter braucht, dem ist mit Missing The Good And The Bad gedient. Hier swingt und groovt es noch eine Ecke flotter und augenblicklich muss ich hier an Candye Kane denken, die auch gern in diesem Stil brilliert. Allerdings selten so einen down'n'dirty Blues einstreut, wie das hier unvermittelt geschieht Wow, jetzt wird’s aber richtig heiß hier!

Und wo wir schon dabei sind, geht’s beim nächsten Lied noch mehr zur Sache. Flinke, rattenscharfe Gitarrenlicks und höllisch heißer, funkiger Rhythmus. Und Frau S'Aida läuft auch zu Hochform auf. Ich will gar nicht so genau wissen, wo ihr Sweet Spot ist, meinen hat sie jedenfalls damit erreicht.
Die Titelnummer stammt natürlich nicht aus dem STONES-Fundus, obwohl die sich ab Mitte der 70er gern mal so einen Dance-Groove-Song auf die Platte gemeißelt haben. Kommt schon sehr anmachend.
Ähnliches kann man natürlich auch über die Orgel-getriebene (toller Sound!) Ballade This Is Not A Love Song sagen. Voller Soul und wunderschön.
Der Anti Love Song mit seinem modernen Beat dürfte auch bei einem jüngeren Publikum leicht Zugang bekommen. Sicher, auch etwas jazzy, aber von allen Beteiligten absolut mitreißend gespielt und inszeniert.
Den Abschluss bildet ein lupenreiner 12-Bar-Blues-Boogie, der nochmal die Wurzeln der Sängerin unterstreicht und den Instrumentalisten Gelegenheit gibt, ein letztes Mal zu glänzen.
So tief im Blues stecke ich nun auch wieder nicht, aber wie mir diese Frau so lange verborgen geblieben ist, versteh ich nicht wirklich. Ging bisher vielleicht noch manchem Hörer so, aber das sollte sich hiermit und mit der laufenden Blues Caravan - Tour ändern. Shakura S'Aida beweißt, dass Zucker auch scharf sein kann!

Epi Schmidt, 31.01.2010

 

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