Nine Below Zero

Third Degree - Special Edition

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.10.2014
Jahr: 2014
Stil: Pub Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Nine Below Zero
Third Degree - Special Edition, A&M/Universal Music, 2014 (1981)
Dennis GreavesLead Vocals, Guitar
Mark FelthamVocals, Harp
Brian BethellBass, Vocals
Mickey BurkeyDrums, Percussion
Produziert von: Glyn Johns/Simon Boswell Länge: 67 Min 47 Sek Medium: CD
Disc 1 - "Third Degree" Original Release - Simon Boswell Sessions:
01. 11 + 1107. Sugarbeat (And Rhythm Sweet)
02. Wipe Away Your Kiss08. Mystery Man
03. Why Can't We Be What We Want To Be09. East Street SE17
04. Tearful Eye10. You Don't Love Me
05. True Love Is A Crime11. You Can't Say Yes And You Can't Say No
06. Egg On My Face
Disc 2 - Glyn Johns Alternative Production, recorded at Turn Up-Down Studios:
01. 11 +1106. Tearful Eyes
02. True Love Is A Crime07. Johnnie Weekend
03. East Street SE1708. Sugarbeat (And Rhythm Sweet)
04. Why Don't You Try Me Tonight09. Egg On My Face
05. Mama Talk To Your Daughter10. You Can't Say Yes And You Can't Say No

Wie schon ihre ersten beiden Alben, veröffentlichten NINE BELOW ZERO unlängst auch ihren dritten Longplayer als Sonderausgabe mit einer zusätzlichen Disc. Gleichwohl man die hervorragende Pub Rock-Band am besten im Live-Modus genießt, wird man auch hier mit einem Schmankerl verwöhnt: Und zwar der ersten Version dieses Albums. Ja, man glaubt es nicht, aber obwohl “Third Degree“ mit dem legendären Produzenten Glyn Johns (u.a. THE WHO) komplett eingespielt wurde, konnte sich die Plattenfirma nicht mit Material und Sound anfreunden, sodass kurzerhand – dismal unter der Regie von Simon Boswell – das ganz nochmal angegangen wurde. “Nachsitzen“ wäre wohl auch kein schlechter Titel für das Album gewesen.
Obwohl also hier als “Disc 2“ tituliert, müssten man, der Chronologie halber, eigentlich mit den Glyn Johns-Aufnahmen beginnen. Und das machen wir auch.

Man erwartet es ja eigentlich kaum anders und es geht auch mit gehörigem 60’s-Charakter zu. Wenn auch das ultraschnelle 11 + 11 Punkverwandtschaft offenbart und mich ein bisschen an die deutschen STRASSENJUNGS erinnert.
Bei True Love Love Is A Crime klingt dann aber wie direkt aus den Swinging Sixties und könnte im Frühprogramm besagter Mod-Rocker auch untergekommen sein. Dem Zeitgeist wiederum geschuldet, ist das reggaemäßige East Street ES17, welches mich gesanglich auch etwas an THE KINKS erinnert.
Ry Cooder war der Einfluss, der die Band auf Why Don’t You Try Me Tonight brachte. Kommt in der Live-Fassung noch besser, aber der Song ist eigentlich immer klasse, wenn auch bei Cooder naturgemäß mehr Tex-Mex mitschwebt.
Auch Mama Talk To Your Daughter ist eine Bank, auf der schon viele Interpreten gehockt sind. Der flotte R&B von NINE BELOW ZERO tut dem Song auch in dieser Variante gut, zumal Mark Feltham mit seiner Blues Harp da wieder herrlich brilliert.
Ein Shuffle wie Tearful Eyes ist für Fans dieses Genres immer willkommen, so auch hier. Etwas ungewöhnlich, die Akustikgitarre in Johnnie Weekend und der leichte Country-Style, während You Can’t Say Yes And You Can’t Say No wieder deutlichst auf die Herren Townshend, Daltrey und Co. verweist. So weit und so gut das “Glyn Johns-Album”.

Die tatsächlich dann veröffentlichte Produktion beginnt ebenfalls mit 11 + 11 und klingt nicht so viel anders, außer dass mir der Bass etwas druckvoller (moderner?) erscheint. Letztlich endete man damit, dass keine Coverversionen mehr auf dem Album waren, sondern nur Selbstverfasstes. Macht ja nix, denn Dennis Greaves kann durchaus selbst Ohrwürmer schreiben, wie Wipe Away Your Kiss verdeutlicht. Und auch das druckvoll pumpende Why Can’t We Be What We Want To Be geht gut ins Gehör. Insgesamt alles etwas zahmer, als man es gewohnt ist, durchaus gut. Tearful Eyes hat hier einen gewissen “Some Kind Of Wonderful“-Touch, während True Love Is A Crime mehr nach End-70ern klingt – so ein bisschen wie THE POLICE – als in der ursprünglichen Aufnahme.
Die Akustik-Country-Schiene fährt hier Egg On My Face. Geht doch nix über ein gerüttelt Maß an Selbstironie.
Etwas zu modern wird mir der Mystery Man. Das klingt schon sehr noch New Wave, verkraftet man aber im Gesamtkontext gerad noch.
Einen Song als auf der Erstfassung gibt es. Dazu trägt das KINKS-ähnliche You Don’t Love Me bei, während der Schluss da wie hier von You Can’t Say Yes And You Can’t Say No gebildet wird.
Die Klasse der ersten beiden Alben kann “Third Degree“ nicht halten, aber ein feines Beispiel britischen Pub Rocks mit Pop- und R&B-Einflüssen ist es auf jeden Fall und in dieser Version mit zusätzlichem Reiz versehen.

Epi Schmidt, 25.10.2014

 

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