Neil Young

Fu##in' Up

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.05.2024
Jahr: 2024
Stil: Rock, Blues
Spiellänge: 68:20
Produzent: Neil Young & Niko Bolas

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Plattenfirma: Warner Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Lukas Nelson & Promise Of The Real

Nils Lofgren

Titel
01. City Life
02. Feels Like A Railroad (River Of Pride)
03. Heart Of Steel
04. Broken Circle
05. Valley Of Hearts
 
06. Farmer John
07. Walkin' In My Place (Road Of Tears)
08. To Follow One's Own Dream
09. Chance On Love
Musiker Instrument
Neil Young Guitar, Vocal, Harmonica
Nils Lofgren Guitar, Vocal, Piano
Micah Nelson Guitar, Vocal, Piano
Billy Talbot Bass, Vocals
Ralph Molina Drums, Vocal

Der Gaul ist nicht aufzuhalten. Wenn er erst in den Galopp verfällt, schon gleich gar nicht. Oder wie Neil es ausdrückt: “I can't stop it.The horse is runnin'“. Dabei ist ziemlich nebensächlich, wer gerade alles mit drauf hockt, bzw. bei den meisten Beteiligten darf man annehmen, dass sie eher in der Kutsche Platz nehmen. Und in der Tat bewegt man sich für gewöhnlich eher im mittleren Tempo. Aber dieses kann nun einmal nur Neils bevorzugte Begleittruppe, CRAZY HORSE, so genial zelebrieren. Über Jahrzehnte haben Ralph Molina und Billy Talbot das perfektioniert und so braucht's nur noch jemand, den Sound andickt, wenn Neil auf Solo-Exkursion geht. Inzwischen macht den Job Willie Nelson-Sprössling Micah, der seit letztem Jahr der Rhythmusgitarrist der Band ist, zumal Nils Lofgren, durch seine Verpflichtungen bei Bruce Springsteen, nicht immer verfügbar ist. Doch auch der ist hier mit von der Partie!

 

Wo genau, darüber schweigt sich der Begleittext aus, aber jedenfalls stammen die Aufnahmen aus 2003 und von den befremdlichen Titeln braucht man sich nicht verwirren lassen: Es sind ausnahmslos bekannte Titel. So steckt hinter City Life ab den den ersten Tönen unverkennbar Country Home, welches ja schon das legendäre “Ragged Glory“-Album eröffnet hat. Neil hat hier noch etwas mehr Freiraum für seine Soli und der ein oder andere Beitrag stammt sicher auch von Nils und Micah, die den Meister täuschend echt kopieren können, bzw. sich dessen Stil zu eigen gemacht haben. Der Klang ist gewohnt superb und ich könnte die Nummer wohl stundenlang hören.

Mehr galoppiert wird bei Feels Like A Railroad, das der Fan natürlich als White Line kennt und der Verdacht bestätigt sich alsbald: Hier wird eben jenes legendäre live dargeboten. Sind immerhin bald 35 Jahre seit der Ersterscheinung, und da kann man solch ein Werk ruhig nochmal würdigen.

 

Entsprechend folgt der Titeltrack dieses Albums: Fuckin' Up (das kann man ruhig mal ausschreiben). Das bratzelt und brodelt wie eh und je und auch wenn die Stimme brüchiger geworden ist, klingt Neil fast noch euphorischer als damals. Zu den zentralen Stücken – einst wie jetzt – zähle ich Broken Circle, bzw. Over And Over, denn das ist eigentlich das Motto: Immer und immer wieder erschafft diese Band diesen einmaligen Sound und schickt ihn in eine Endlosschleife, die man nicht mehr verlassen kann oder will. Die neuen Minuten hier sind schon die Mindestlaufzeit, die man haben möchte. Gut, Love To Burn, oder Valley Of Hearts, wie es hier heißt, war schon vor drei Jahrzehnten zehn Minuten lang, da muss man hier noch drei Zugabeminuten spendieren und man möchte keine Sekunde davon missen. Das ist wahrlich ein Lehrstück an rostigem Roots-Rock. Drei Gitarren, die sich nichts schenken, dennoch die anderen unterstützen und den herrlichsten Lärm produzieren, den man sich vorstellen kann. Auf- und abschwellend, kulminierend und irgendwo in Stratosphäre abdriftend. Meisterlich.

 

Die einzige Coverversion (schon damals) behält natürlich ihren Original-Titel: Farmer John. Auch dass quietscht, pfeift, heult und bekommt, wie manch anderer Titel, eine Extra-Kompenente durch Nilf Lofgrens Piano-Spiel. Kaum merklich treibt dieser den Song damit zusätzlich an. Und Nils liefert auch das Intro für Mansion On The Hill, den unbestreitbaren Ohrwurm dieses Albums, der hier Walkin' In My Place heißt. Ja, da hört man deutlich Abnutzungserscheinungen bei Neils Gesang, aber wer will bei dieser Musik, die nie auf Perfektion, sondern auf Gefühl ausgerichtet war, daran Anstoß nehmen? Ich sicher nicht. Days That Used To Be, heißt hier To Follow One's Dream, kommt ebenfalls prächtig und der zweite Ohrwurm der Original-Scheibe Love And Only Love (hier A Chance On Love) beschließt dann dieses Konzert. Ja, damals gab's noch Mother Earth (Natural Anthem) hinterher, aber Neil und seine vier Kumpane sorgen über eine Viertelstunde dafür, dass hier nichts mehr danach kommen muss.

 

Ja, klar, kann man sagen: Das hat man in ähnlicher Form schon etliche Male gehört und im Regal oder auf der Festplatte, aber dann bräuchte man auch nicht mehr auf Konzerte zu gehen, bzw. sich Live-Alben zu kaufen. Ich finde das eine absolut inspirierende Aufnahme, die übrigens im Rivoli in Toronto mitgeschnitten wurde. Das Konzert bot als Zugabe noch Cinnamon Girl und Rockin' In The Free World und das ist der einzige Wermutstropfen, dass man hier nicht eine Doppel-CD daraus gemacht und die beiden Songs mit drauf gepackt hat. Nun irgendwann werden die auftauchen und hier hält es den Preis in Grenzen. Wenn die Soli schon so ausufernd sind...

 

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