MSG

MSG

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 25.01.2009
Jahr: 2009

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


MSG, Chrysalis, 2009 (1981)
Gary BardenVocal
Chris GlenBass
Cozy PowellDrums
Paul RaymondKeyboards, Guitar
Michael SchenkerGuitar
Stephen Stills, Billy NicholsBacking Vocals
Produziert von: Ron Nevison Länge: 71 Min 35 Sek Medium: CD
01. Ready To RockBonus Tracks:
02. Attack Of The Mad Axeman09. Never Trust A Stranger (Rough Monitor Mix)
03. On And On"Live At The Manchester Apollo, 1980":
04. Let Sleeping Dogs Lie10. Natural Thing
05. I Want More11. Feels Like A Good Thing
06. Never Trust A Stranger12. Looking Out From Nowhere
07. Looking For Love13. Shoot Shoot
08. Secondary Motion14. Doctor Doctor
15. Lights Out

... und kaum war ein Jahr vergangen, nicht mal ein Jahr, da folgte auf das Debütalbum der nächste Hardrock Hammer. Oder war das Heavy Metal? Mit vier Engländern in der Band vielleicht sogar NWOBHM? Ehrlich gesagt? Mir und meinem Umfeld war das so was von wurscht! Die spartengenauen Unterscheidungen wurden damals nicht gemacht und wenn die Bands schlussendlich beim "Monsters Of Rock" spielten, war uns das recht und - mit umgerechnet ca. 30 Euro für 5 - 6 hochkarätige Bands - billig.
An dieser Stelle sei trotzdem mal kurz auf Frank Schäfers Buch "Heavy Metal - Geschichten, Bands und Platten" (ISBN 3-379-01737-X) hingewiesen, welches sich äußerst unterhaltsam und doch fundiert, mit der Thematik auseinandersetzt. Dürfte noch irgendwie erhältlich sein.
Hochkarätig, da waren wir stehen geblieben, war, unzweifelhaft, auch die Besetzung die sich für "MSG" zusammenfand: Cozy Powell, Chris Glen, Paul Raymond und, natürlich das Sturmduo Gary Barden und Michael Schenker. Hätte man es nicht - ja, man kann's nicht anders sagen - verdummt, und dem Album einen vernünftigen Titel gegeben, garantiere ich, dass es noch um einige Stufen höher in der Wertschätzung der Rockgemeinde stehen würde. Nachdem das erste Album "The Michael Schenker Group" hieß, nannte man dieses hier "MSG". Oder hieß die Band MSG und das Album schon wieder "The Michael Schenker Group"?? Noch ein Punkt: Die abgedruckten Lyrics, auf der Innenhülle, entsprachen in ihrer Reihenfolge auch nicht der der Lieder auf der Platte. Man konnte sich also problemlos verwirren lassen.
Einen klareren Weg beschritt man mit der Wahl des Produzenten. Roger Glover hin oder her, bereits mit UFO hatte Schenker die Erfahrung gemacht, dass Ron Nevison der beste Produzent für seine Musik, und besonders sein Gitarrenspiel, war.

Und so klang es auch gleich deutlich druckvoller, als Gary Barden bellte Ready To Rock. Cozy Powells, wie eh und je so perfekt wie unprätentiös und trotzdem antreibendes Schlagzeugspiel machte richtig Dampf, Chris Glen pumpte wie ein Maikäfer und Michael himself fingerte sich schon mal warm, denn mit Attack Of The Mad Axeman folgte, direkt übergehend, so eine Signature-Nummer für ihn. Eine absolut geile Rocknummer, in der auch Gary Barden mit einer der flexibelsten Gesangsleistungen jener Tage beeindruckt. Vom dreckigen Zähnefletschen bis zum höchsten Gewimmer reicht da seine Bandbreite. In den obersten Himalaya-Lagen bekommt er noch - stand schon damals in den Liner Notes, ohne dass es mir aufgefallen wäre - Unterstützung durch den Fistelgesang von Stephen Stills und Billy Nicholls. Zumindest Ersteren erwarten wohl die wenigsten auf so einem Album.
Mit On And On folgt die dritte Spitzennummer hinterher - nahezu untrennbar und folgerichtig in dieser Reihenfolge auch auf dem "Best Of" Album - und wieder wechselt es perfekt zwischen hartem Rock und softem "Zwischenspiel". Das Intro verführt einen kurz auf BOSTON-ähnliche Pfade, bevor Cozy deutlich dazwischen haut. Das fast barocke Cembalo-Intermezzo von Paul Raymond verschafft dem Song noch mehr Dynamik.
Und weiter geht's: Let Sleeping Dogs Lie! Ich bin mir sicher, dass Phil Mogg diesen Song neidvoll gehört hat. Den hätte er bestimmt auch gerne im UFO-Katalog gehabt.
Als etwas ärgerlich empfinde ich es, wenn die Songtitel nicht korrekt wiedergegeben werden. Warum auf der Original-LP >But I Want More steht und hier nur noch I Want More würd' mich mal interessieren. Dem Song selber macht das natürlich nichts aus und er rockt hier mit am härtesten. Klasse, wie Schenkers Riff-Attacke den Hörer zwischendurch abwatscht wie ein Ohrfeigengewitter.

Bis zur Piano-Ballade hat man es immerhin bis in die zweite Hälfte des Albums hinein geschafft, aber dafür mit Never Trust A Stranger auch einen fantastischen Ohrenschmeichler hingelegt, der, immer dann, wenn ob der massiven Süßlichkeit, sich die Zahnschmerzen melden wollen, die Kurve kriegt. Einmal, als Michael Schenker sich in das Solo "hineinfräst" und dem Stück ordentlich Zunder gibt und dann noch einmal, als man, mittels unvermittelt erhöhter Tonart, den Song in den Kosmos transportiert.
Für Looking For Love wird dann ordentlich aufs Gaspedal getreten, was, deutlich zu hören, gerade dem Motorsportfreak Cozy Powell eine Freude ist.
Mit der erneut starken Gesangsleistung in Secondary Motion stellt Barden unter Beweis, dass er einer der besten Rocksänger jener Tage war.
Das lässt sich bestens in der "Stripped"-Version von Never Trust A Stranger nachvollziehen, in der man ihn nur zu Raymonds Pianopart und ohne Effekte oder Backgroundstimmen lauschen kann.
Live im Konzert konnte die UFO-Vergangenheit von Schenker (und natürlich auch Paul Raymonds) nicht unberücksichtigt bleiben und schlägt sich entsprechend in den Bonus Tracks nieder. Die wurden 1980 im Apollo in Manchester aufgenommen und so schleimt sich Barden bei auch den Fans ein, "best football team", aber kniet sich in Natural Thing richtig rein. Ich will jetzt nicht sagen, dass er besser als Mogg klingt, aber seinen Job macht er schon klasse. Noch besser allerdings bei den Eigenzüchtungen Feels Like A Good Thing - grandios: Cozy Powell! - und Looking Out From Nowhere. Macht ordentlich Spaß, wenn Michael Schenker, auch ohne unterstützende Studiotechnik, ein fantastisches Brett fährt und seine Soli nur so sprudeln. Shoot Shoot erinnert mich anfangs direkt an THIN LIZZYs Rosalie (a song by Bob Seger). Doctor Doctor funktioniert nur richtig gut, mit Raymonds unnachahmlichen Piano-/Orgel-Intro. Erst so bekommt Schenkers Flying V die Flügel, die diesen Klassiker durch die Hallendecke tragen. Aber dann: Hölle! Dreht die Volume-Regler nach oben!!!
Beim abschließenden Lights Out hat sich Barden, vor Euphorie, fast schon heiser gebrüllt, während Schenker seinen Saiten den Rest gibt. Das volle Brett, an dem der Rest der Band kaum weniger beteiligt ist. Supergut und ein perfekter Vorgeschmack auf das, was bald im Doppelpack folgen sollte ...

Epi Schmidt, 25.01.2009

 

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