Moreland & Arbuckle

Just A Dream

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 04.12.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Moreland & Arbuckle
Just A Dream, Telarc International, 2011
Aaron MorelandElectric, Baritone, Bass, Cigar Box Guitars, Background Vocals, Drums
Dustin ArbuckleLead Vocals, Harmonica
Brad HornerDrums, Percussion, Background Vocals
Guests:
Steve CropperLead Guitar on White Lightnin'
Tyson HummelBackground Vocals on Just A Dream, Purgatory, Travel Every Mile and The Brown Bomber
Scott MackeyBass on So Low
Chris WiserKeys on The Brown Bomber, Purgatory, Heartattack And Vine and Troll
Produziert von: Aaron Moreland Länge: 48 Min 23 Sek Medium: CD
01. The Brown Bomber07. Gypsy Violin
02. Just A Dream08. Shadow Never Changes
03. Purgatory09. Good Love
04. Travel Every Mile10. Who Will Be Next
05. Heartattack And Vine11. So Low
06. Troll12. White Lightnin'

Da bin ich ja wieder mal schön und mit Karacho gegen die Wand gelaufen, und hätte ich Frankies Review der 2010er Scheibe von MORELAND & ARBUCKLE, "Flood", nicht beizeiten ignoriert, wäre mir der Aufprall auch erspart geblieben. So dachte ich - bar jeder Vorabinformation und schlicht anhand des Covers - na ja, das sind zwei Hippies, von denen der eine in die Hände klatscht und der andere auf dem Teekisten-Bass (die Erklärung führt jetzt zu weit, aber viel puristischer geht’s nimmer) zupft, und die zum sommerlichen Erscheinungsbild der gängigen Fußgängerzonen gehören. Ein hippieverdächtiger Albumtitel wie "Just A Dream" tut sein Übriges.
So weit - so gefehlt. Aber selbst Frankies Review hätte mich nicht ausreichend vorbereiten können. Die ersten, hingejaulten, Gesangsbrocken dünken mich auf vermutetem Weg. Wie durch ein übersteuertes Mundharmonika-Mikrofon gesungen klingt das, bevor mich ein entgegenkommender Güterzug mit aller Gewalt trifft und mir ein tonnenschweres Riff an die Stirn hämmert, dass ich erst einmal einen Meter zurücktaumele.
Mit grob verzerrten Gitarren und Gesang und einer dazwischengepressten Blues-Harp stampft das hier gewaltig los - aber Hallo! Das hätte ich nicht erwartet. Klar - tiefstens im Blues verwurzelt aber mit hämmerndem Boogie-Piano im Rücken und ordentlich Dampf. Räumt The Brown Bomber hier die Strecke frei. Wie eine Mischung aus POTHEAD und Robert Johnson.
Wer mehr dem country-orientierten Rock'n'Roll zugetan ist, darf sich gleich anschließend über den Titelsong Just A Dream freuen. Im leicht lässig-schleppenden Tempo, mit Slide-Gitarre und gospelhaftem Backgroundgesang denkt man umgehend an die BLACK CROWES, so ca. "Southern Harmony"-Zeiten. Kommt geil und kann mit dem Krähen-Output der letzten Jahre (Jahrzehnte?) locker mithalten. Der Schlussspurt macht die Nummer mit Sicherheit zu einem Live-Erlebnis. Und auch hier schon gut.

Etwas abgefahrener wird’s bei Purgatory, das so zwischen Jam- und Psychedelic-Rock pendelt, ohne zu abgedreht zu werden. Die straighte Blues-Harp und die wummernde Orgel sorgen für eine fundierte Basis. Erinnert mich auch ein klein bisschen an THE CULT. Geht gut ab. So richtig was zum "Ausflippen" (sagt man das heutzutage noch?).
Wieder mehr "back to the Blues" mit Travel Every Mile. So hätte das anno 1930 geklungen, hätte man die (verstärker-) technischen Möglichkeiten damals schon gehabt. Jedenfalls bei Leuten wie Hound Dog Taylor. Na, der hat ja später auch ähnlich rau und übersteuert gegroovt. Je länger der Song dauert, desto mehr fallen mir Elemente auf, die auch LED ZEPPELIN - von je her große Blues-Verweser - auf ihren frühen Scheiben integriert hatten. Entsprechend könnte das hier die Brücke zwischen besagtem Robert Johnson und LED ZEP sein. Sofern da nicht eher ein Autobahnzubringer angebracht wäre.
Anyway, wir stecken weiter im Blues fest und schütten ein paar Fässer Boogie obendrauf. CANNED HEAT können hier als Referenz dienen und wer Rory Gallaghers Calling Card im Kopf hat, der hat eine ungefähre Vorstellung, von Heartattack And Vine. Im Original übrigens von Tom Waits .

Nun sind wir kaum halb durch und schon so viel Begeisterung? Nun: Ehre wem Ehre gebührt. Überraschungen halten sich dann in Grenzen, aber was braucht man mehr, als wenn sich ein Slide-Blues irgendwo zwischen BLACK CROWES, ZEPPELIN und, ja sagen wir bei Troll ruhig mal GOV'T MULE. Geht auf alle Fälle herzhaft grob zur Sache.
Es bleibt durchwegs interessant und voll auf befriedigend. Ob die atmosphärisch schwitzende Ballade Shadow Never Changes, der roh-ursprüngliche Harp-Boogie Good Love (erinnert mich stellenweise an THE BLUES BAND), das schleppend-hypnotische So Low oder der funkig-rockige Abschluss White Lightnin'. Bei Letzterem greift tatsächlich BLUES BROTHERS Legende Steve Cropper mit in die Saiten und hilft mit diesem herrlich rollenden Song die Sporen zu geben.
"Offenbarung" wäre jetzt vielleicht übertrieben, aber ich absolut positiv bin ich schon überrascht und die Scheibe macht mir richtig Spaß. Good-Time-Blues-und-Rock-Feeling für alle Fans genannter Interpreten.

Epi Schmidt, 03.12.2011

 

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