Maggie Bell

Suicide Sal

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.06.2021
Jahr: 1975
Stil: Blues, Rock, Soul
Spiellänge: 38:01
Produzent: Mark London

Links:

Maggie Bell Homepage


Plattenfirma: Repertoire Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Paul Rodgers

Jimmy Page

Zoot Moneys Big Roll Band

The Pretty Things

Titel
01. Wishing Well
02. Suicide Sal
03. I Was In Chains
04. If You Don't Know
05. What You Got
 
06. In My Life
07. Comin' On Strong
08. Hold On
09. I Saw Him Standing There
10. It's Been So Long
Musiker Instrument
Maggie Bell Vocals
Paul Francis Drums
Delisle Harper Bass
Peter Wingfield Keyboards
Roy Davies Keyboards
Ryan Breeze, Mickey Keene, Ray Glynn, Terry, Hugh Burns Guitar
Jimmy Page Guitar Solo on Tracks 2 & 4
Jimmy Jewell Saxophone
Cuddley Judd Bagpipes

Wie schon ihr Solo-Debüt, "Queen Of The Night", wurde zeitgleich nun auch das zweite Album der einstigen STONE THE CROWS-Sängerin Maggie Bell neu veröffentlicht. Bonus-Tracks gibt's leider nicht, aber nichtsdestotrotz ist "Suicide Sal" für Blues Rock-Fans eine absolute Empfehlung.

 

Aufgenommen wurde, im Gegensatz zum Erstling, nicht in Amerika und unter der Regie von Jerry Wexler, sondern in Ringo Starrs Studion in Tittenhurst Park (bekanntlich einst Anwesen von John Lennon und Yoko Ono und der Ort, an dem – unter anderem – deren “Imagine“-Album eingespielt wurde). An den Reglern Mark London, der zusammen mit Peter Grant auch STONE THE CROWS gemanagt hatte. Die Auswahl für die Songs viel angeblich schwerer, als aus dem Füllhorn in den Staaten, aber, wie ich finde, sie ist sehr gut gelungen.

 

Gleich der Star, mit FREEs Wishing Well kommt richtig gut. Der Bass geht eher funky an die Geschichte heran, aber Maggies Röhre versprüht den Blues perfekt und kann sich durchaus mit der von FREE-Sänger Paul Rodgers messen und auch die Gitarre fetzt mit der Zeit immer mehr. Mit dem Titelsong huldigt sie ihrer Tante, die als Suicide Sal als eine Art Komödiantin auf britischen Bühnen unterwegs war. Klasse, welche Emotionen Maggie in ihre ausdrucksstarke Stimme legt. Schöner, bluesiger, leicht progressiv angehauchter Titel. Die SUTHERLAND BROTHERS sind erstens, wie Maggie Bell, Schotten und zweitens bekannt für ihr Arms Of Mary, haben aber zum Beispiel auch Sailing (ein Riesen-Hit für Rod Stewart, der, wir wissen es, auch Schotte ist) geschrieben und ihr I Was In Chains ist bei Maggie auch in guten Händen. Eine schöne Folk-Nummer, die an HEART erinnert und zarte Dudelsack-Weisen einwebt.

 

Die Ballade If You Don't Know hat ihr Keyboarder Pete Wingfield auf den Leib geschrieben und schon wie ihre rauchige Simme in den bluesige Ballade einsteigt, denkt man sofort an Janis Joplin. Stimmlich auf jeden Fall ein Höhepunkt auf diesem Album und als kleines Schmankerl spielt Jimmy Page ein kleines aber feines Solo in dem Stück. Das folgende What You Got ist mein Highlight: Ein wundervoller Boogie im Stile der frühen WISHBONE ASH mit einer tollen Rockröhre gesungen. Bringt jeden Saal zum kochen!

Zu Maggies Favoriten gehörte die Dave Courtney und Leo Sayer-Ballade In My Life und in der Tat, hört man, wie sehr sich die Sängerin mit den Lyrics identifiziert. Der folgende, toll groovende R&B Comin' On Strong stammt von Zoot Money und dessen Drummer Colin Allen und steigert sich in seinem Verlauf immer mehr. Schade, dass es am Schluss ausgeblendet wird. Auch hier spielt Jimmy Page ein paar fetzige Solo-Licks.

 

Auch Hold On stammt von FREE (geschrieben von Simon Kirke und Paul Kossof) und auch das gerät zur überzeugenden Performance. Die rockende Version von I Saw Him Standing There (geschlechtlich angepasst) geht dann richtig gut ab und Maggie fand, ihre Bühnenversion davon konnte durchaus mit Joe Cockers Interpretation von With A Little Help From My Friends konkurrieren. Eine Idee davon bekommt man hier bereits.

Im Booklet täuscht man sich beim letzten Titel, denn It's Been So Long stammt natürlich nicht vom PRETTY THINGS-Album “Silk Torpedo“, sondern von deren “Savage Eye“. Geschrieben hat es aber allemal Phil May und der stand auch für ein paar Backing-Vocals bei dieser gospelmäßigen Ballade mit im Studio. Zusätzlich bereichert das Saxofon von Jimmy Jewell diesen Titel.

 

Für mich eindeutig das “bessere“ ihrer beiden ersten Solo-Alben. Rockiger, kerniger und eigentlich die perfekte Startrampe für Sprung nach ganz oben. Aber das hatte man ja bei STONE THE CROWS auch schon gedacht. Manchmal hat man einfach Pech. “Suicide Sal“ verdient es auf jeden Fall, wieder mehr Beachtung zu bekommen.

 

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