Katatonia

'...so haben wir weniger mit Übergepäck am Flughafen zu kämpfen'

( English translation by Google Translation by Google )

Interview

Reviewdatum: 02.08.2012
Stil: Dark Progressive Metal

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Redakteur(e):

Kay Markschies


Katatonia
... so haben wir weniger mit Übergepäck am Flughafen zu kämpfen, Interview

Am 27.08. wird die schwedische Metalband KATATONIA ein kleines Jubiläum feiern. Es erscheint nämlich ihr zehntes Album "Dead End Kings".
Grund genug für Hooked On Music, KATATONIA-Drummers Daniel Liljekvist vor das Mikrophon zu zerren.

Hooked On Music: Meiner Meinung nach klingt euer neues Album "Dead End Kings" viel zerbrechlicher und lieblicher als jedes Album, das ihr zuvor aufgenommen habt.
Gab es dafür irgendwelche Gründe ? Vielleicht neue Einflüsse oder die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ?

Daniel Liljekvist: Ich weiß nicht. Ich persönlich finde es immer noch ziemlich heavy, vielleicht sogar härter, aber auf andere Weise als bei den letzten Alben. Wahrscheinlich hören wir die Scheibe einfach unterschiedlich oder ich werde älter und denke, weinger ist mehr, ha ha.
Nee, aber im Ernst, die Platte ist eigentlich exact so wie jedes andere Album entstanden. Ich glaube, wir hatten auch nicht vor, dass es auf eine bestimmte Weise anders klingen sollte als eine KATATONIA-Platte.

HOM: Obwohl "Dead End Kings" den typischen KATATONIA-Sound hat, gibt es doch viele Stellen, an denen Piano, Keyboards, Akustische Gitarre und andere Orchesterinstrumente dominieren. Wie habt ihr diese Teile komponiert und arrangiert. Auf dieselbe Art und Weise wie bei "Night Is The New Day" ?

DL: Ja ziemlich genau so wie auf der letzten Scheibe. Wir haben wieder mit Frank Default gearbeitet und es ist wieder viele Gutes, wenn nicht Besseres im Vergleich zu "Night Is The New Day" dabei herausgekommen.

HOM: Wird es nicht zunehmend schwieriger, euren Sound auf der kommenden Tour auf die Bühne zu bringen ?
Ist jetzt nicht vielleicht die Zeit gekommen, die Band um einen permanenten Keyboarder oder Synth-Technician zu erweitern ?

DL: Ich glaube, dass es derzeit nicht die Zeit dafür ist, weitere Mitglieder in die Band aufzunehmen. Wir benutzen Backing Tracks und das funktioniert bei uns ganz gut. Und so müssen wir nicht noch ein Mitglied bezahlen und haben weniger mit Übergepäck am Flughafen zu kämpfen, hehe.

HOM: Gibt es schon Pläne für Singles oder Promo-Videos ? Leathean könnte da z.B. ein potentieller Kandidat sein.

DL: Ja, wir werden zwei Videos machen, aber - um ehrlich zu sein - weiß ich noch nicht, um welche Songs es sich dabei handeln wird. Ich glaube auch, dass Leathean eine gute Wahl wäre, aber die Dinge sind , wie schon ich sagte, derzeit noch ein bisschen unklar.

HOM: Ich finde, gerade "Dead End Kings" hat das Zeug, auch Leute anzusprechen, die nicht aus der typischen Metal-Fanbasis stammen. Wie versucht ihr, die Leute zu adressieren ? Sollte man vielleicht verstärkt auf Gothic- oder anderen Festivals, wo es eine größere musikalische Bandbreite gibt, spielen ?

DL: Ich denke, es gibt nur ein richtiges Gothic-Festival in Europa und auf dem haben wir letztes Jahr gespielt. Ich glaube nicht, dass uns das so viel geholfen hat, unsere Fanschaft zu erweitern. Man sollte lieber versuchen, auf die größeren Festivals zu gehen, wo es eine größere Auswahl an Musikgenres gibt. Oder man sollte mit Bands auf Tour gehen, deren Klientel sich nicht nicht unbedingt mit unserer Fanbasis deckt.

HOM: Wir brauchen uns nicht darüber zu unterhalten, dass es immer schwieriger wird, Alben bei zurückgehenden oder stagnierenden Verkäufen zu finanzieren und produzieren. Ist das Album eigentlich überhaupt noch das Zentrum musikalischen Schaffens oder verkommt es immer mehr nur zu einem Grund, mit neuem Material auf Tournee gehen zu können ? Davon abgesehen, nehme ich an, dass ihr trotzdem ziemlich stolz auf "Dead End Kings" seid, oder ?

DL: Natürlich sind die Alben immer noch die Hauptsache. Es ist der Grund, warum wir touren und wir müssen eine Menge touren. Ich würde mir auch wünschen, dass wir mehr Scheiben absetzen, aber es ist, wie es ist. Es ist ein ziemlich hartes Business geworden. Es ist zu einfach für die Leute geworden, an ein neues Album heranzukommen. Sie sind einfach zu faul geworden, um in den Plattenladen zu gehen und die Bands zu supporten, die sie mögen. Stattdessen trinken sie sie ihren 5$ - Capucchino und unterhalten sich darüber, wie blödsinnig es ist, bei iTunes 1,99$ für einen Song hinzulegen. Ich meine ....... ach was !

HOM: Die schwedische Musikszene und insbesondere die schwedischen Metalbands haben immer wieder hervorragende Musiker in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht. Warum eigentlich ?

DL: Dafür gibt es - glaube ich - mehrere Gründe. Zum einen gibt es in Schweden eine ziemlich gute Musikerziehung in den Schulen von der ersten bis zur neunten Klasse. Außerdem gibt es gute Möglichkeiten, an Übrungsräume heranzukommen und viele davon werden komplett vom Staat finanziert. Außerdem spielt auch das Wetter eine Rolle. Wir haben neun Monate dunkles und kaltes Wetter. Das hilft, diese dunklen agressiven Gefühle herauszulassen.

HOM: Kein KATATONIA-Interview ohne eine Frage nach BLOODBATH. Wird dieses Side-Projekt noch weiterbetrieben, nachdem Mikael Akerfeldt zuletzt hat verlautbaren lassen, dass er nicht mehr in der Band singen wird? Ich meine, "Dead End Kings" ist auch nicht gerade ein offensives Statement für Death Metal.

DL: Keine Ahnung, von wem du sprichst. BLOODBATH ? Nie von Ihnen gehört, ha ha !!!

HOM: 2012 werdet ihr intensiv durch die USA und Europa tingeln. Gibt es Länder, die stärker auf eure Musik abfahren als andere ? Was sind eure Pläne für 2013 ?

DL: Es gibt schon ein paar Länder, wo die Leute generell lauter und abgedrehter reagieren. Speziell in Südamerika, aber ich weiß nicht, ob sie KATATONIA mehr zugetan sind als andere Länder. Andere Länder, anderes Publikum, aber keins ist wirklich schlecht. Jedenfalls nicht da, wo wir schon gewesen sind. Wir werden mit dem neuen Album erst einmal zwei bis drei Jahre auf dem Globus unterwegs sein.

HOM: Nachdem ich "Dead End Kings" durchgehört hatte, kam mir in den Sinn, dass eure Songs eigentlich ganz toll auf einem Acoustic Album klingen müssten. Habt ihr darüber schon mal nachgedacht ?

DL: Ehrlich gesagt nicht, obwohl ich es schon cool fände, wenn wir mal ein akustisches Album live aufnehmen würden.

HOM: Danke für das Interview, Daniel! Viel Glück mit eurem neuen Album "Dead End Kings" ! Es ist wirklich fantastisch geworden.

DL: Vielen Dank und Cheers !

 

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