Jonny Lang

Fight For My Soul

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.08.2013
Jahr: 2013
Stil: Blues, R&B

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Jonny Lang
Fight For My Soul, Provogue Records, 2013
Jonny LangVocals, Guitar
Barry AlexanderDrums
Jaames AntonBass
Akil ThompsonGuitar
Dwan HillKeyboards
Missi HaleBackground Vocals
Tommy SimsGuitar, Bass
Produziert von: Tommy Sims Länge: 55 Min 57 Sek Medium: CD
01. Blew Up The House07. River
02. Breakin' In08. Fight For My Soul
03. We Are The Same09. All Of A Sudden
04. What You're Looking For10. Seasons
05. Not Right11. I'll Always Be
06. The Truth

Na, das geht doch recht druckvoll los: Einen treibenden Blues-/Soul-Stampfer serviert Jonny Lang zu Beginn seines neuen Albums "Fight For My Soul". Ich bin ja nie so begeistert, wenn einer über drei Jahre für sein Album braucht, denn oft genug geht der anfängliche Esprit verloren und die Songs verwässern. Bei Blew Up kann jedenfalls davon keine Rede sein und das einstige Blues-Wunderkind - wir erinnern uns entfernt: Lie To Me - überzeugt sowohl mit einer herrlich kreischenden Blues-Gitarre als auch mit einem beeindruckend wandlungsfähigen Gesang, der an seinen Eckpunkten sowohl bei Joe Cocker als auch bei Michael Jackson vorbeischaut. Das alles eingebettet in einen vollen Sound, in dem von gospelhaften Background-Sängerinnen bis Hammondorgel und Boogie-Piano nix fehlt. Verdammt guter Start, möchte ich meinen!
Mehr in einen 60's R&B Sound mit modernem Groove ist das folgende Breakin' In eingewoben. Von Philip Sayce hat man Ähnliches hin und wieder gehört, aber es ging dann doch in eine mehr rockige Richtung. Also, Power und Drive hat das hier auch, aber trotzdem sollte man sich dann langsam von der Vorstellung des Blues-Rockers verabschieden, wie er noch auf der 1999er DVD "Live in Montreux" zu sehen ist.

Schon bei We Are The Same geht das stark in Richtung Dancefloor-R&B mit einer Menge Streicherkram im Background. Druck hat das schon noch und wer Richtung des genannten Michaels oder Leuten wie Prince tendiert, wird hier nahezu begeistert sein. Mir ist das leider schon etwas überfrachtet, was auch die zweifelsfrei geile Lead-Gitarre nicht so durchdringen lässt, wie das sein sollte.
Jonny legt seine Prioritäten mittlerweile offenbar auf andere Dinge. What Are You Looking For beginnt mit einem wundervollen und typischen Blues-Lick, wechselt dann aber doch wieder umgehend ins Soul- und R&B-Lager. Jede Menge Emotionen, auch ein recht rauer Charakter - bei Gitarre und den sich aneinander reibenden Stimmen - , doch der Motown-Stil bleibt.
Leicht funky kommt Not Right daher, lässt einen unwillkürlich mitgrooven und es sollte mich fast wundern, wenn das keine Single-Auskopplung gibt. Über so einen Titel im Autoradio würde man sich schon freuen. Hat man sich erst einmal von der Blues-Rock-Erwartung verabschiedet, kommt so eine pulsierende Nummer richtig gut.
Die schwere Piano-Ballade The Truth kommt ziemlich wuchtig, mit leichten BEATLES-Anklängen und Jonnys Stimme presst einen nahezu in den Sessel - sofern man denn sitzt - und steigert sich mit Jonnys Stimme, die erneut mindestens zwei Jahrzehnte älter klingt, als der Junge ist. Aber das hatten wir zu Beginn seiner Karriere ja auch schon.

The River lockt wieder unwiderstehlich auf die Tanzfläche. Bevor eine wundervoll singende E-Gitarre einsteigt, gibt es besten Stax- und Motown-Rhythmus und passenden Gesang zwischen Jonny Lang und den unverkennbar "schwarzen" Background-Stimmen. Kommt gut.
Der Titelsong ist zwar eine emotionsgeladene Ballade, mir aber dann doch etwas zu überladen. Dafür kommt All Of A Sudden sehr spartanisch, überwiegend von einer gezupften Akustikgitarre getragen und von sich umspielenden Stimmen verziert.
Dass die folgende Nummer in dieselbe Kerbe schlägt, sorgt nicht unbedingt für Party-Stimmung, wenn auch schön gemacht. Hm, und I'll Always Be, eine melancholische Ballade mit Piano und zarten Streichern, ist jetzt nicht unbedingt das finale Feuerwerk.
Ich finde, "Fight For My Soul" ist eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits die nach wie vor tolle Stimme und auch ein geiles Gitarrenspiel (wenn es denn durchkommt), aber anderseits ist vom einstigen Blues-Rock nur in der ersten Nummer wirklich was zu hören- da allerdings richtig gut! - und ansonsten mehr dem R&B und Soul zugetan. Also lieber erst einmal reinhören.

Epi Schmidt, 24.08.2013

 

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