Iggy Pop

The Idiot – Deluxe Edition

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 26.05.2020
Jahr: 2020
Stil: New Wave
Spiellänge: 104:04
Produzent: David Bowie

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Plattenfirma: Universal Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

David Bowie

Titel
Disc 1 – Studio Album:
01. Sister Midnight
02. Nightclubbing
03. Funtime
04. Baby
05. China Girl
06. Dum Dum Boys
07. Tiny Girls
08. Mass Production
Disc 2 – Rainbow Theatre, London, 07/03/1977:
01. Raw Power
02. TV Eye
03. Dirt
 
04. 1969
05. Turn Blue
06. Funtime
07. Gimme Danger
08. No Fun
09. Sister Midnight
10. I Need Somebody
11. Search And Destroy
12. I Wanna Be Your Dog
13. Tonight
14. Some Weird Sin
15. China Girl
Musiker Instrument
Iggy Pop Vocals
David Bowie Keyboards, Synthesizer, Guitar, Piano, Saxophone, Xylophone, Background Vocals
Carlos Alomar Guitar
Dennis Davis Drums
George Murray Bass
Phil Palmer Guitar
Michel Santangeli, Laurent Thibault Bass

Zur Würdigung der “Berlin-Ära“ von Iggy Pop, die natürlich untrennbar mit seinem Förderer David Bowie verbunden ist, erscheint dieser Tage die 7-CD-Box “The Bowie Years“. Enthalten sind natürlich die beiden neu gemasterten Alben “The Idiot“ und “Lust For Life“ sowie mehrere Live-Mitschnitte, Outtakes, alternative Mixe und ein 40-seitiges Buch. Wer es nicht ganz so opulent braucht, für den gibt es die beiden Studioalben auch jeweils als “Deluxe Edition“. Das ist dann eine Doppel-CD im Digi-Pack mit schönem Booklet und zusätzlicher Live-CD.

Nachdem Iggy Pop mit den STOOGES einen sehr gelungen Karrierestart hingelegt hatte, geriet er Mitte der 70er Jahre doch ganz schön ins Schleudern und war zwar auf Partys noch sehr präsent, musikalische hingegen auf dem absteigenden Ast. David Bowie wiederum irrte auch etwas ziellos umher, was bei diesem allerdings mehr an den vielen Projekten lag, die in seinem Kopf umher schwirrten. Vielleicht “brauchte“ Bowie gerade deswegen die Möglichkeit sich in die zweite Reihe zu begeben und sich als Produzent, Songschreiber und Musiker um einen anderen Künstler zu kümmern. Sich dazu in das pulsierende Berlin, welches ja damals noch, in vielerlei Hinsicht,  einen absoluten Ausnahmestatus hatte, zu verziehen, war dem sicher förderlich.

Kritische Stimmen sehen es so, dass Bowie hier zu viel Einfluss genommen hat und Iggy Pop stellenweise zu Bowie-haft klingt. Das kann man anhand der Vor- und Nachgeschichte Iggys sicher so sehen, aber Tatsache ist, dass “The Idiot“ ihm wieder auf die Beine half und das Album für zahllose Bands als wegweisend galt. Im Booklet äußern sich dazu Nick Rhodes von DURAN DURAN und Martin Gore von DEPECHE MODE. Auch JOY DIVISON gehören zu den maßgeblich beeinflussten. Hört man die beiden Eröffnungssongs, Sister Midnight und Nightclubbing, hört man da auch einiges an Sounds und Stilen, die alsbald die Charts in Europa und Amerika durchzogen. Sehr groovig, dancefloor-orientiert, zum Teil in Grundzügen auch punkig, wie in Funtime und bei Baby und China Girl ist man natürlich ganz nah an Bowie dran. Letzteres hat Bowie ja 1983 selbst neu aufgenommen und damit einen Hit gelandet.

Das hypnotische, über sieben Minuten lange Dum Dum Boys kann man sich gut in den Abbruchhaus-Diskotheken und Clubs des damaligen Berlins vorstellen. Wer sich einen Eindruck davon verschaffen will, dem empfehle ich Mark Reeders Buch „B-Book“ bzw, den Film „B-Movie – Lust und Sound in West-Berlin“.

Das melancholische Tiny Girls trägt wieder unverkennbare Bowie-Züge und wird mit diesem unter anderem per Saxofon verdelt. Die Zeitlupen-“Klangwelten“ im abschließenden 8 1/2-minütigen Mass Production heben den Hörer allein schon auf eine andere Ebene und zeugen vom Einfluss von Bands wie KRAFTWERK auf Bowie.

Auf der Bühne sah das selbstverständlich anders aus, auch wenn sich Bowie für die anschließende auch da an die Tasten setzte. Der beiliegende Mitschnitt stammt aus dem Londoner Rainbow Theatre vom Juli 1977 und anhand der Musik kann man sich gut vorstellen, was da im Saal abging. Der erste Song fasst im Titel wohl schon alles zusammen: Raw Power. Die Soundqualität tut ihr übriges, dass man sich wie mitten im Punk-Konzert fühlt. Nichts für Feinschmecker. Dafür ein Zeitzeugnis, was damals los war. Schrill und schräg schrammeln die Gitarren, Bass und Schlagzeug dreschen drauf los und nur selten gibt es Verschnaufpausen. Letztlich hat diese Aufnahme nur Bootleg-Qualität, bringt aber etliche Klassiker aus Iggy Pops Karriere, wie I Wanna Be Your Dog oder Search And Destroy und mit China Girl und Tonight zwei spätere Hits für David Bowie, bzw. Tina Turner und David Bowie.

Nichtsdestotrotz wird auf beiden Scheiben die Faszination und der Einfluss von Iggy Pop auf andere Künstler deutlich. Deswegen nicht nur für Fans von Bowie interessant.

 

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