While Heaven Wept

Fear Of Infinity

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.05.2011
Jahr: 2011
Stil: Doom Metal, Epic Metal, Progressive Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


While Heaven Wept
Fear Of Infinity, Nuclear Blast, 2011
Rain IrvingGesang
Tom PhillipsGitarre, Keyboards & Gesang
Scott LooseGitarre
Jim HunterBass
Trevor SchrotzSchlagzeug
Michelle SchrotzKeyboards & Gesang
Produziert von: While Heaven Wept Länge: 37 Min 07 Sek Medium: CD
01. Hour Of Reprisal05. To Grieve Forever
02. Destroyer Of Solace06. Saturn And Sacrifice
03. Obsessions Now Effigies07. Finality
04. Unplenitude

Kann man eine Band, die bereits mehr als 20 Jahre im Musikbusiness unterwegs ist noch als Senkrechtstarter bezeichnen? Wenn ja, dann können WHILE HEAVEN WEPT – kurz WHW – Anspruch auf diesen Titel erheben. Denn obwohl sie bereits alte Hasen sind was das Musikmachen anbetrifft, so sind sie doch erst in den letzten knapp eineinhalb Jahren so richtig bekannt geworden.

Der erste Grund dafür war die brillante letzte Scheibe der Amerikaner “Vast Oceans Lachrymose“. Eine solche Mischung aus Doom-, Power-, Progressive- und Epic-Metal hatte es meines Wissens in dieser Form noch nie gegeben. Man stelle sich die Riffs von BLACK SABBATH mit der Detailverliebtheit einer Band wie MUSE vor und das Ganze auf epische 20 bis 25 Minuten verteilt. Phasenweise erinnern die Double-Bass-Schlagzeug-/Gitarren-/Keyboard-Einlagen sogar ein wenig nach CRADLE OF FILTH. Wahnsinn! Entsprechend positiv waren denn auch die Reaktionen auf das Album, das noch bei dem relativ kleinen aber feinen Label Cruz Del Sur erschien. Nun also der Nachfolger “Fear Of Infinity“ und der Wechsel zu einem größeren Label: Nuclear Blast.

Aber alle Befürchtungen, mit dem Wechsel könnten künstlerische Kompromisse einhergehen, sehen sich getäuscht: WHILE HEAVEN WEPT bleiben ihrem Stil treu und erschaffen weitere Epen mit musikalischem Tiefgang, die sich nicht unbedingt beim ersten Hören komplett erschließen. Aber gerade dadurch lädt die CD dazu ein, immer wieder und wieder erforscht und genossen zu werden.

Moderne Massenmusik nach dem Pop-Motto „hören, konsumieren und anschließend wieder vergessen“ ist das hier definitiv nicht. Viel mehr dürften solche „Musikfreunde“ nach einer Dosis WHW ob Grund des Erlebten eher ratlos bis konsterniert zurück bleiben. Aber vielleicht wächst dann in ihnen die Einsicht: Ja, Musik kann auch wirkliche Tiefe besitzen, während ihr nun an der trüben Oberfläche fischt.

Anhänger der frühen Tage sollten sich durch die Trackliste aber auch nicht verschrecken lassen. Denn anstatt von sieben Songs bekommt man hier vielmehr zwei Longtracks geboten, denn die Stücke eins bis sechs gehen nahezu nahtlos ineinander über und ergeben ein Gesamtkunstwerk, das dann dem abschließenden elfminütigen Finality gegenüber steht. Die Musik ist wie immer emotional, mitreißend und spricht den Hörer (zumindest mich) sehr direkt und persönlich an. Der Auftakt klingt dabei ungewöhnlich aggressiv mit einer wahren Kanonade von Double-Bass-Attacken, die man so vorher bei WHW noch nicht gehört hatte. Aber dennoch sind auch diese ersten beiden Songs Hour Of Reprisal und Destroyer Of Solace bereits ganz klar als WHILE HEAVEN WEPT-Stücke zu identifizieren. Das liegt natürlich auch an der Stimme von Sänger Rain Irving, der den Songs immer seinen Stempel aufdrückt und für die persönliche Ansprache sorgt.

Für die Songs zeichnete hingegen alleine Band-Chefdenker Tom Phillips verantwortlich, der auch die Texte übernahm. Dabei handeln die Lyrics oft von Verlust und enttäuschter Liebe, aber ohne dabei auch nur einmal irgendwie kitschig oder rührselig zu klingen, sondern nur ehrlich, offen und tief berührend. Eine Kunst, die heute nicht mehr allzu viele Texter beherrschen. Und dazu vergisst Phillips nie die Hauptmaxime: die Melodie muss packen. Und hier haben sich WHW einmal mehr selbst übertroffen. Alle Lieder gehen auf ihre ureigene Weise ins Ohr und krallen sich dort fest. Diese Musik ist im positiven Sinne süchtig machend.

WHILE HEAVEN WEPT haben das Potenzial dazu, eine der ganz großen Metal-Bands zu werden, Sie bedienen auch auf “Fear Of Infinity“ eine breite Palette an verschiedenen Stilen und tarieren dabei ihre Kompositionen perfekt zwischen den verschiedenen Einflüssen aus. Ihre Melodien sind „ganz großes Kino“ für die Ohren. Und zumindest mich packt diese Musik fast körperlich und zwingt mich dazu, einzutauchen und mich nur dem Erleben dieser Musik hinzugeben. Der einzige Wermutstropfen: die Scheibe ist nach gerade mal 37 Minuten schon rum. Zum Glück kann man das Ganze aber auch mehrmals hinter einander genießen.

Marc Langels, 02.05.2011

 

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