Wayne County & The Electric Chairs

Rockpalast

Live At Rockpalast

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 29.01.2015
Jahr: 2014
Stil: Punk Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Wayne County & The Electric Chairs
Live At Rockpalast, Repertoire Records, 2014
Wayne CountyGesang
Val HallerBass
Henri PadovaniGitarre
J. J. JohnsonSchlagzeug
Elliot MichaelsGitarre
Produziert von: Christian Wagner Länge: 65 Min 01 Sek Medium: CD & DVD
CD &DVD
01. Night Time09. Cream In My Jeans
02. Putty (In Your Hands)10. Stuck On You
03. Rock 'N' Roll Cleopatra11. Max's Kansas
04. Wonder Woman12. Rock 'N ' Roll Resurrection
05. Man Enough To Be A Woman13. It Ain't How Much You've Got
06. Mr. Normal14. (If You Don't Wanna Fuck Me, Baby) Fuck Off
07. Bad In Bed15. Out Of Control
08. I Had Too Much To Dream Last Night

Als sich Mitte der 1970er Jahre der Punk Rock in London und eben auch in New York entwickelte, da waren sie mittendrin (in der Stadt, die niemals schläft): neben den STOOGES, RAMONES oder THE VELVET UNDERGROUND gehörte auch Wayne County zu den Ur-Mitgliedern der Szene. Dabei stammte Travestiekünstler aus dem südlichen Bundesstaat Georgia, wo er wegen seiner extrovertierten Art aber eher aneckte. Aber auch in New York fand er keine interessierte Plattenfirma, sondern erst nach seinem Umzug nach London, wo County (der bürgerlich Wayne Rogers heißt) dann 1977 die ELECTRIC CHAIRS gründete.

In den nur knapp drei Jahren ihrer gemeinsamen Zeit veröffentlichten sie insgesamt vier Alben und schafften es am 9. Dezember 1978 zu einem Auftritt in die Dortmunder Westfalenhalle. Dieser wurde für den WDR Rockpalast aufgezeichnet und liegt nun in der Reihe “Live At Rockpalast“ im Paket von CD und DVD erscheint. 15 Songs spielte die Band an jenem Abend. Vom Opener Night Time an präsentiert geht die Band gradlinigen, sehr proto-typischen, druckvollen Punk Rock, den die Band mit dem richtigen Verve und der gerade in der Frühzeit so wichtigen richtigen Attitüde.

Das Augenmerk liegt dabei sowohl optisch als auch akustisch auf dem Frontmann, der an diesem Abend die Aufmerksamkeit bei dem Video mit seiner blonden Perücke, dem kurzen Lederkleid und der grellen Schminke natürlich auf sich zieht. Als Sänger mag er technisch betrachtet nicht der Größte sein, aber er transportiert rohe und ungefilterte Emotionen – also genau das, worum es im Punk gerade geht. Dabei wird er sehr songdienlich unterstützt von einer Band, die nicht so sehr wild wirkt, sondern vor allen Dingen stylish und cool – eher New Wave als RAMONES oder gar SEX PISTOLS.

Highlights der Performance sind Nummern, bei denen man County anhört, dass es sich um persönliche Erfahrungen und Ansichten handelt, wie etwa bei Mr. Normal oder Man Enough To Be A Woman. Aber auch die offensichtlich verruchten Nummern wie Bad In Bed, Cream In My Jeans oder It Ain't How Much You've Got sowie das sehr direkte (If You Don’t Wanna Fuck Me, Baby) Fuck Off bringen die Band und ihr Aushängeschild so lässig und überexaltiert rüber, dass es eine große Freude ist.

Seit dem Ende der ELECTRIC CHAIRS im Jahr 1979 ist Wayne - der sich heute Jayne nennt - County als Solo-Künstler unterwegs. Seit 1980 lebt er in Berlin und hat neben seiner Autobiographie – logischerweise unter dem Titel “Man Enough To Be A Woman“ – eine Rolle in Rosa von Praunheims Film “Stadt der verlorenen Seelen“ übernommen. Und auch wenn County und die Electric Chairs nie für ihre Rolle in der aufstrebenden Punk Rock-Szene in der breiten Öffentlichkeit gewürdigt wurden, so kann dies jeder Fan der Musikrichtung doch dank dieses Pakets noch einmal für sich selbst nachholen.

Marc Langels, 27.01.2015

 

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