Waste Of Space Orchestra

Syntheosis


CD-Review

Reviewdatum: 13.05.2019
Jahr: 2019
Stil: Psychedelic Metal
Spiellänge: 64:11
Produzent: Julius Mauranen

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Plattenfirma: Svart Records

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Ghost

Titel
01. Void Monolith
02. The Shamanic Vision
03. Seeker's Reflection
04. Journey To The Center Of Mass
05. Wake Up The Possessor
 
06. Infinite Gate Opening
07. Vacuum Head
08. The Universal Eye
09. Syntheosis
Musiker Instrument
Vesa Ajomo Gesang (Stimme des Schamanen) & Gitarre
Toni Hietamäki Bass
Niko Lehdontie Gitarre
Ville Leppilahti Keyboards
Marko Neuman Gesang (Stimme des Inhabers)
Jukka Rämänen Schlagzeug
Petri Rämänen Bass
Jussi Saarivuori Elektronische Effekte
Jarkko Salo Schlagzeug
Juho Vanhanen Gesang (Stimme des Suchenden)

Hinter der mysteriösen Namen WASTE OF SPACE ORCHESTRA verbergen sich eigentlich nicht nur eine sondern sogar gleich zwei Bands. Denn unter dem abgespaceten Namen haben sich die beiden finnischen Metal Bands DARK BUDDHA RISING und ORANSSI PAZUZU zusammengetan und als zehnköpfige Musik-Kommune  das Album “Syntheosis“ komponiert und eingespielt. Das Ganze kam zustande auf Wunsch des Roadburn Festival, ist also eine Art Auftragsarbeit. Dort wurde das Album denn auch im April 2018 vor rund 3.000 Zuschauern uraufgeführt. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um ein Live-Album, sondern um eine sorgfältig vorbereitete Studio-Version.

Und was bekommt man, wenn man zwei sehr experimentelle Bands dazu ermuntert, gemeinsame Sache zu machen? Natürlich ein extrem experimentelles Album, das eine große Bandbreite an Sounds abdeckt. Es fällt wahrlich schwer, das Gebotene zu kategorisieren. Zum einen sind da die ruhigen, fast psychedelischen Passagen, wie man sie von  ORANSSI PAZUZU ja schon kennt, aber dann ist da auch diese kalte, schneidende Black Metal-artige Härte, wie sie DARK BUDDHA RISING ja auch immer wieder mal an den Tag legen. Und hinzu kommt all das, was zwischen diesen beiden Polen liegt, manchmal langsam ineinander fließend aber auch mal überraschend und kontrastierend. Dieses Album ist wie ein beständiger Mahlstrom, der den Hörer mit sich reißt, umherwirbelt, betört sowie verstört und doch begeistert.

(Foto: Maija Lahtinen)

Klar ist auch, “Syntheosis“ ist kein Album, das man einfach so nebenbei hören kann. Dafür prasseln zu viele Eindrücke auf den Hörer ein, werden zu viele musikalische Fäden gesponnen und dann später wieder zusammengeführt. In den eingängigeren Momenten erinnert die Musik teilweise an die verstörendsten Lieder von GHOST, beispielsweise in Wake Up The Possessor. Die Texte erzählen eine Geschichte von drei Wesen (der Schamane, der Besitzer und der Suchende) und ihrer jeweiligen Suche nach Wissen. Und irgendwie bietet das Werk auch für den Hörer eine Such nach neuen musikalischen Erfahrungen, die ja auch einem Wissen gleichkommen.

Das WASTE OF SPACE ORCHESTRA klingt auf “Syntheosis“ tatsächlich wie das Beste von DARK BUDDHA RISING und ORANSSI PAZUZU zusammengenommen. Die Doppel-Band lotet hier wirklich die Grenzen zwischen Psychedelic, Doom, Sludge und Black Metal konsequent und kompromisslos aus. Hier haben die beteiligten Musiker wirklich ein prachtvolles Kunstwerk erschaffen, an dem man sich wirklich schwerlich satthören kann. Das liegt auch daran, dass auf dieser Scheibe so wahnsinnig viel passiert und so bei jedem Durchlauf neue Höreindrücke zum Vorschein kommen, die man zuvor irgendwie nicht richtig wahrgenommen hat. All das macht die erhabene Schönheit – bei all ihrer Schroffheit – dieser Scheibe aus. Insofern kann man nur auf eine mögliche Fortsetzung hoffen.

 

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