Warren Haynes

The Benefit Concert - Volume 4

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.12.2011
Jahr: 2011
Stil: Jam Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Warren Haynes
The Benefit Concert - Volume 4, Evil Teen Records, 2011
Featuring:
Bob Weir & Friends
Gov't Mule
Jerry Joseph
John Hiatt & The Goners
moe.
Robert Randolph & The Family Band
Sons Of Ralph
Very Special Guests:
Artimus Pyle, Audley Freed, Dave Schools, DJ Logic, Dr. Dan Matrazzo, Gregg Rzab, Jon Smith, Mike Barnes
Produziert von: Warren Haynes Länge: 155 Min 47 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Carolina In My Mind - Warren Haynes w/ Don Lewis06. Looking Out My Window - Robert Randolph & The Family Band
02. 111 - Sons Of Ralph07. Shake Your Hips - Robert Randolph & The Family Band w/ Warren Haynes & Danny Louis
03. Nine Pound Hammer - Sons Of Ralph w/ Warren Haynes08. Dark Star Jam - moe.
04. The Kind Of Place - Jerry Joseph09. Opium - moe. w/ Warren Haynes
05. Climb To Safety - Jerry Joseph w/ Robert Randolph, Dave Schools & Matt Abts
CD 2:
01. Ride Along - John Hiatt & The Goners06. The Other One - Bob Weir & Friends
02. Tiki Bar Is Open - John Hiatt & The Goners w/ Jon Smith07. Worried Down With The Blues - Gov't Mule w/ Greg Rzab
03. Memphis In The Meantime - John Hiatt & The Goners w/ Warren Haynes08. Sco-Mule - Gov't Mule w/Greg Rzab, Dr. Dan Matrazzo, Jon Smith, Mike Barnes & DJ Logic
04. Shakedown Street - Bob Weir & Friends09. Simple Man - Gov't Mule w/ Dave Schools, Artimus Pyle, Audley Freed, MIke Barnes & Rob Barraco

Alljährlich folgen sie wieder dem Ruf, als wäre es der Stern von Bethlehem. Mit "sie" sind die Jünger des Jam-Rock gemeint schließt sowohl die in Konzert- und Batikshirts gewandeten Fans, als auch die Musiker und Bands ein. Wenn Warren Haynes ruft - und er ruft häufig - dann gibt es für genannte Zielgruppe kein Halten und das gesamte ABB, GRATEFUL DEAD, Southern Rock, Jam Rock und was nicht noch alles Umfeld gerät in Bewegung. Die GOV'T MULE-Fraktion sowieso. Neben regelmäßigen Silvester-Zusammenkünften und diversen Festivals übers Jahr gehört auch das "Benefit Concert" um die Weihnachtszeit mit zum Konzertkalender. Hierzulande ist man von solchen Veranstaltungen ja leider völlig unberührt. Manch einer wäre schon mit einem kleine "Golden Summer Night"-Festival, wie in den 70ern, mehr als zufrieden. Drüben, in den Staaten, scheint es so etwas alle paar Tage zu geben.
Doch, was bleibt? Immerhin kann man sich mittels DVDs und CDs ein bisschen was von diesen Festivals zu Gemüte führen. Bei der vorliegenden Doppel-CD geht es um das Benefit Konzert vom 21. Dezember 2002. Oder, genauer gesagt:
Die "14th Annual Warren Haynes Christmas Jam".

Für mich, als beinharten John Hiatt-Fan, ist natürlich schon allein dessen Teilnahme am Konzert Grund genug hier die Ohren ganz lang zu machen. Wenn dann noch, bei Memphis In The Meantime, Warren Haynes mit auf die Bühne kommt und mit Sonny Landreth - damals Mitglied von Hiatts Band THE GONERS - die Licks und Riffs austauscht, dann ist das der feuchte Traum eines jeden Slide-Fetischisten. Wirklich klasse.
Aber das kommt erst auf der zweiten CD und zunächst beginnt Don Lewis eine ländliche Weise namens Carolina In My Mind auf seiner Geige zu kratzen, die Warren Haynes mit Gesang und Akustikgitarre versieht. Die SONS OF RALPH übernehmen und sofort wird es deutlich progressiver, wobei Don Lewis hier mit seinen wieselflinken Fingern auf der Mandoline beeindruckt. 111 könnte jedem Spaghetti-Western zur Zierde gereichen. Für den flotten Hillbilly-Stomp Nine Pound Hammer gesellt sich wieder der Gastgeber hinzu und "slidet" wundervoll zwischen den Zeilen. "Oh brother ..." will es einem entfahren.
Mach bis dato schon ordentlich Spaß und auch Jerry Joseph sorgt - obwohl nur mit Akustikgitarre und rauer Stimme bewaffnet - für beständigen Schwung. Nachdem sich der schwergewichtige Dave Schools von WIDESPREAD PANIC mit hinzugesellt, wird der Jam Rock Anteil größer. Climb To Safety stammt denn auch aus dem Repertoire von Schools Stammband. Hat aber noch viel vom Folk Rock, wie ihn Bands wie CROSBY, STILLS & NASH zelebriert haben und die slidemäßige Rohheit kommt diesmal von Robert Randolph, dessen FAMILY BAND auch beim nächsten Song federführend ist. Jetzt wird der Jam- Groove-Faktor deutlich erhöht und nach dem rhythmischen Shake Your Hips - kennt mancher als Hip Shake - gipfelt die erste Scheibe im fast 20minütigen Dark Star Jam. Genial!

CD 2 bringt gleich drei John Hiatt-Songs und wer um die Qualitäten von dessen Songs und Sonny Landreth' Slide-Künsten weiß, der freut sich zurecht im Vorhinein. Ride Along mit seinem dynamischen Drive und Hiatts tollem Gesang, Tiki Bar Is Open - groovig-swingend und mit Saxofon-Einlage von Don Smith - und besagtes Memphis In The Meantime: Drei grandiose Songs hintereinander!
Bob Weir leitet dann mit Shakedown Street zu einem mehr soulig-funkig-jazzigen Dancegroove über. Da dürfte es vor der Bühne richtige heiß und eng geworden sein.
Die alte GRATEFUL DEAD - Nummer Truckin' erfährt hier eine Wiederbelebung und wird sehr rhythmisch aber unverkennbar vorgetragen. Ein weiterer Höhepunkt.
Der aber - für mich - noch übertroffen wird, wenn der Meister und seine "Meisterband" GOV'T MULE ins Geschehen eingreifen und sich in Worried Down With The Blues wieder einmal so unvergleichlich hineinsteigern. Fantastisch wieder einmal, das Schlagzeugspiel von Matt Abts. Ich bin ein absoluter Fan von diesem Drummer!
Wenn Haynes anschließen zum "Jam" ruft, zeigt es sich erneut, dass weder er noch der Rest Berührungsängste mit anderen Musikern oder Stilen haben und so wird locker zwischen Rock, Jam Rock, Funk, Soul und selbst Hip Hop Anklängen gewechselt. Hätte mir das jemand vorher beschrieben, ich hätte nicht geglaubt, wie unterhaltsam das ist.
Die Krönung - zumindest für Southern Rock Fans - dürfte dann LYNYRD SKYNYRDs Simple Man sein. Nicht zuletzt, weil Ur-Drummer Artimus Pyle hier die Trommelstöcke schwingt. Haynes Gesang ist natürlich wieder hervorragend und die Gitarrenarbeit ist ebenfalls vom Feinsten, woran auch Audley Freed - einstmals bei den BLACK CROWES - gehörigen Anteil hat.
Auch dieser Song zieht sich über fast zehn Minuten, ohne dass man das wirklich merken würde. Ich kann auf dem gesamten Album nicht einen Ausfall entdecken und mit den diversen Höhepunkten muss ich das diesen Mitschnitt schon zum Tipp erheben. Für Southern- und Jam Rock Fans ohnehin, aber auch für etwas breiter gefächerte Musikhörer. Ein richtiges, kleines Weihnachtsgeschenk für einen selbst. Oder, wie Warren Haynes am Schluss sagt: "Thank you, merry christmas".

Epi Schmidt, 25.12.2011

 

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