Walter Trout

Luther's Blues - A Tribute To Luther Allison

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.06.2013
Jahr: 2013
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Walter Trout
Luther's Blues - A Tribute To Luther Allison, Provogue Records, 2013
Walter TroutGuitar, Vocals
Rick KnappBass
Michael LeasureDrums
Sammy AvilaKeyboards
Produziert von: Walter Trout & Eric Corne Länge: 65 Min 43 Sek Medium: CD
01. I'm Back08. Low Down And Dirty
02. Cherry Red Wine09. Pain In The Streets
03. Move From The Hood10. All The King's Horses
04. Bad Love11. Freedom
05. Big City12. Luther Speaks
06. Chicago13. When Luther Played The Blues
07. Just As I Am

Nein, keine Sorge, Walter Trout hat keine optische Frischzellenkur hinter sich. Dass er so jugendlich-pausbäckig vom Cover grinst, liegt daran, dass das Foto bereits 1986 entstanden ist. Anders gesehen, hat Trout doch eine Art Frischzellenkur verabreicht bekommen - auf akustischer Basis -, denn der Typ, der ihm den Arm um die Schulter legt, ist kein geringerer als der 1997 verstorbene Blues-Star Luther Allison und diesem ist dieses Album gewidmet.
Schon damals, in Montreux, war Walter Trout von der Bühnenpräsenz Luther's und dessen ebenso ungezwungener wie mitreißender Art beeindruckt. Das Wort "ungezwungen" fällt mir im Zusammenhang mit Trout dagegen eher weniger ein, aber das er ein Blues-Axeman von besonderer Güte ist, steht außer Frage.
Angeblich hat er ja mit dem letzten Album, "Blues For The Modern Daze", "endlich den Stil gefunden hat, den er 20 Jahre lang gesucht hat", aber ich kann seit 20 Jahren - so in etwa - keine großartigen Veränderungen im Stil von Trout entdecken. Außer, dass er vielleicht noch mehr in die Saiten haut.

Somit ist dieses Album eine nette Geste, aber Fans von Luther Allison werden nicht unbedingt vor Begeisterung schäumen. Fans von Walter schon eher, denn der gibt ihnen, was sie brauchen. Und das meist mit gefüllter Schaufel und ordentlich Schwung. Das geht schon bei I'm Back entsprechend los. Bringt durchaus Schwung in die Bude und lässt den Blues-Hörer gleich freudig mitwippen. Mit Cherry Red Wine kommt die Vollbremsung in Form eines Slow-Blues hinterher, allerdings kann Walter die Zuckungen in seinem Ringfinger nicht in den Griff kriegen und deswegen wird’s zwar langsamer, aber mit Erholung is' nix. Wo Platz ist, wird ein blitzschnelles Mini-Solo eingestreut.
Dann doch lieber gleich so einen wilden Boogie, wie Move From The Hood. Da komm auch Organist Sammy Avila etwas mehr durch, was dem Song hörbar gut tut.
Das ist ein weiteres Problem von Trout: Er ist an der Produktion beteiligt und schiebt dadurch seine Gitarre oft etwas zu weit in den Vordergrund. Ja, das ist ein Gitarristen-Album, aber hört mal beim seligen Luther Allison rein, der hat das meist ausgewogener gestaltet.
Trotzdem gibt’s durchaus Highlights. Das intensive Bad Love könnte sich zu einem Konzerthöhepunkt entwickeln und ist auch hier richtig gut. Da passt halt mal alles: Technik und Felling.

Das funkige Chicago bringt eine willkommene Abwechslung ein und erinnert sogar ein bisschen an den Disco-Funk der 70er. Walters Lead-Gitarre-Sprenkel scheinen natürlich durch, aber rhythmisch ist der Song durchaus reizvoll, was man der Begleitband, anhand ihrer Spielfreude, anmerkt. Der hätte man ruhig etwas mehr "Raum" hier einräumen können.
Es tut direkt gut, wenn man bei Just As I Am etwas entspannen kann und wie gut Trout eine eher soul-haltige Nummer präsentieren kann, bekommt man hier zu hören.
Zu Walters "Entspannung" gehört es, wenn er dann wieder aufdrehen kann und ordentlich Gas geben. Trotz der eher simplen Umsetzung von Low Down And Dirty kommt die Nummer gut irgendwie... wie ein Duett. Des Rätsels Lösung: Hier ist Allison-Filius Bernard, an Slide-Gitarre und Gesang, mit von der Partie! Erneut ein frischer Wind auf diesem Album, von dem man gern mehr abbekommen hätte.
Bei dem langsamen Blues Pain In The Streets ist mir dann wieder zu viel Trout'sche Unruhe drin und auch All The Kings Horses verleitet den Gitarristen seinen zweifellos schnellen Fingern reichlich Auslauf zu geben, was sich bei den langen Stücken Freedom und When Luther Played The Blues ähnlich niederschlägt, aber immerhin Freedom gehört mit seiner ansprechenden Swamp-Atmosphäre zu den Gewinnern hier.
Dazwischen gibt’s bei Luther Speaks eine halbe Minute lang noch ein paar persönliche Worte vom Meister selbst. Nur kurz, aber welch außergewöhnlicher Mensch Luther Allison war, wird sogar in diesen wenigen Worten deutlich.
Walter Trout liefert ihm eine würdige, wenn auch nicht immer würdevolle, Würdigung.

Epi Schmidt, 05.06.2013

 

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