Various Artists

Real Blues Rock

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 14.02.2011
Jahr: 2008
Stil: Blues Rock

Links:


Redakteur(e):

Epi Schmidt


Various Artists,
Real Blues Rock, in-akustik, 2008
Verschiedene Interpreten
Produziert von: --- Länge: 145 Min 12 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Marc Reece - Bad Dreams09. Ana Popovic - Love Fever
02. Popa chubby - Up From The Skies10. Johnny Winter - Tribute To Muddy
03. Tinsley Ellis - Get To The Bottom11. Beverly Guitar Watkins - Baghdad Blues
04. Julian Sas - Home Feeling12. Bo Ramsey - Hate To See You Go
05. David Gogo - Love In The City13. Revernd Rusty & The Case - Preacher Man
06. Gary Moore - All Your Love14. Candye Kane - White Trash Girl
07. Jim Suhler & Monkey Beat - Tijuana Bible15. Walter Trout - I'm Tired
08. Omar & The Howlers - Muddy Springs Road16. The Stimulators - Sad & Blue
CD 2:
01. Big George Jackson Blues Band - Blue Sky09. Duke Robillard - Gambler Blues
02. Luther Guitar Johnson - My Love Will Never Die10. Tab Benoit - Down In The Swamp
03. Corey Stevens - That's What The Blues Is All About11. Omar Kent Dykes & Jimmy Vaughan - Big Boss Man
04. Bernard Allison - That's Why I'm Cryin'12. Blues Company - They Called Him Muddy Waters
05. Tino Gonzales - Last Two Dollars13. Koko Taylor - Piece Of Man
06. Aynsley Lister - Disorderly Me14. Guitar Shorty - Story Of My Life
07. David Raitt / Jimmy Thackery - Tell Me15. Robin Trower - Bridge Of Sighs
08. Ronnie Earl - Catfish Blues16. The Stimulators - Do It Again

Wer braucht eigentlich noch Sampler? Bald jede Musikzeitschrift bombardiert einen mehrmals jährlich mit ihren - oft zweifelhaften - Zusammenschnitten vom Besten, was war, kommt oder sein könnte. Am heimischen Brenner kann man sich seine Lieblinge zusammenstellen, wie man's braucht, und über Internetradios kann man sich gleichsam von Potpourris nach jeweiligem Gusto berieseln lassen.
So weit so richtig, aber ich habe immer noch gern ein Produkt in der Hand, das mir, wenn auch spärliche, Informationen liefert - sprich eine CD-Hülle. Dieser Sampler von in-akustik scheint bereits aus dem Jahr 2008 zu stammen, aber erstens ist Blues und Blues Rock sowieso zeitlos und zweitens liefern diese beiden CDs einen schönen Überblick, was sich bei den jeweiligen Künstlern getan hat. Etliche meiner Favoriten sind dabei, aber auch einige die von mir selten bis gar nicht gehört werden und mir so wieder eine Horizonterweiterung bescheren.

Beim Blues Rock gibt es ja gemeinhin die zwei Hauptfraktionen, die sich entweder an der 60er Blues-Explosion Marke CREAM und Jimi Hendrix orientieren, oder sich eher traditioneller geben und mehr den großen alten Bluesmen wie Muddy Waters und Robert Johnson huldigen. Dazwischen, daneben und oben drüber natürlich noch zahllose andere Varianten.
Marc Reece ist gleich einer, der zur ersten Fraktion zählt, mir bisher eher unbekannt war, und mit Bad Dreams deutlich an Hendrix angelehnt agiert, leicht funkig und mit einem dichten und druckvollen Sound. An Popa Chubby kommt man so leicht nicht vorbei - wie auch, bei dem Umfang? - und der wiederum nicht an Jimi, dessen Up From The Skies er sich hier greift. Bleibt aber angenehm eng am Blues-Format.
Ja, auch Tinsley Ellis bleibt in dieser Schiene und doch hat auch der die Klasse, die Aufmerksamkeit des Hörers mit Get To The Bottom oben zu halten. Nicht zuletzt mit seinem ausufernden Wah-Wah-Solo. Kommt geil.
Julian Sas hat lange Jahre so ein bisschen die Hoffnung auf einen Gallagher-Nachfolger oben gehalten. Letztlich war die Eigenständigkeit nicht groß genug, aber seine Scheiben und Konzerte gehören immer noch zur Spitzenklasse in diesem Genre. Und die Rory-Einflüsse kommen in Home Feeling auch des Öfteren durch.
Wer sich eher dem Roots-Rock zugeneigt fühlt, der wird bei David Gogo hörbar aufatmen, denn da geht's einfach dreckig und schnurgeradeaus ab, sodass man sehr bald locker in den Knien mitwippt.

Nein, dieser Sampler - oder seine Wiederveröffentlichung - war schon draußen, als am letzten Wochenende der tragische Tod von Gary Moore zu vermelden war und somit ist keinerlei "Leichenfledderei" zu unterstellen. Der irische Sänger und Gitarrist war wohl auf seinem Höhepunkt, als er damals "Still Got The Blues" aufnahm und darauf war auch Otis Rushs All Your Love, welches hier vertreten ist, ein Höhepunkt.
Einer der nichts erst durch seine Zusammenarbeit mit George Thorogood zu den erfrischendsten Blues-Rockern gehört, ist Jim Suhler, der hier mit Tijuana Bible für einen äußerst erdigen und groovigen Wüsten-Soundtrack sorgt.
Einer der würdigsten Bo Diddley-Nachfolger ist seit jeher Omar Kent Dykes, der meist zusammen mit seinen HOWLERS für besten Boogie und Blues garantiert. Und das am besten Live. Entsprechend stammt Muddy Springs Road auch von seinem Live-Album "Bamboozled".
Einige Jahre nach Omar gestartet aber mittlerweile auch schon einige Jahre "im Geschäft" ist die bezaubernde Ana Popovic, die einen leicht modernisierenden Blues, mit kleinen Jazzzitaten, zelebriert und damit ganz schnell die Hörer zum Mitgrooven bringt. Ihr bereits auf dem Debütalbum beeindruckendes Gitarrenspiel tut ein Übriges, wie man bei dem Ohrwurm Love Fever hören kann.
Zu Johnny Winter ist es ein großer Sprung zurück. Sowohl zeitlich als auch stilistisch und beim Tribute To Muddy Waters war dieser noch deutlich in guter Verfassung. Was ja schon seit Jahren nur noch selten der Fall ist.

Gut gefällt mir auf dem ersten Silberling noch Bo Ramseys Baby, Please Don't Go-Variante, die sich hier Hate To See You Go nennt, die druckvolle Power-Blues-Harp-Boogie-Nummer Preacher Man von REVEREND RUSTY & THE CASE und natürlich Mrs. Candye Kanes schmissiges White Trash Girl. Eine Nummer von Walter "No More Fish Jokes" Trout empfinde ich durchaus als erträglich und die STIMULATORS geleiten locker, gemäßigt jazzig aus der ersten Scheibe.

Die zweite Halbzeit beginnt eher traditionell mit authentischem Chicago-Blues von der GEORGE JACKSON BLUES BAND und auch Luther Guitar Johnson lässt es eher gemächlich angehen, wobei sein Gitarrenton und -spiel jedes Hinhören wert ist. Einer, der es gern groovig und locker fliesen lässt, ist Corey Stevens und so läuft auch That's What The Blues Is All About in eher beschwingtem Groove dahin.
Luther Allison Sprößling Bernard erweist sich seit Jahren zwar nicht als ein solcher Ausnahmekünstler wie sein Daddy, aber zweifellos als würdiger Nachfolger. Man höre sich nur mal sein Solo in That's Why I'm Cryin' an.
Wer es derb und deftig braucht, sollte mal bei Aynsley Lister reinzappen. Der britische Gitarrist liefert hier wieder eine tolle, rockige und treibende, Version des Texas-Blues-Rock ab.
Puristisch, schleppend, authentisch, so gibt sich Duke Robillard in Gambler Blues. Tab Benoit zeigt, wie gut er den Delta-Blues drauf hat in Down In The Swamp, während Omar Kent Dykes - diesmal zusammen mit Jimmy Vaughan - an die frühen ROLLING STONES erinnert und damit natürlich an Leute wie Elmore James.
Dass auch in deutschen Landen sehr gute Blues-Interpreten beheimatet sind, beweißt schon seit über drei Jahrzehnten die BLUES COMPANY und tut es auch hier. Lediglich am Gesang kann man merken, dass hier keine schwarze Chicago-Band am Werk ist.
Robin Trower leitet mit dem Slow-Blues Bridge Of Sighs, gewohnt ausschweifend, das Ende ein und es sind wieder die STIMULATORS die einen, stimuliert und jazzig abgefedert, zum Ausgang geleiten.
Genug Inspiration dürfte Jeder mit nach Hause nehmen und wenn es in Form von diesem Album ist. Gefällt mir zu mindestens 80% richtig gut und ist Sympathisanten dieses Genres problemlos zu empfehlen.

Epi Schmidt, 11.02.2011

 

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