Various Artists

Nashville Rockabilly 1957-1987

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.03.2011
Jahr: 2011
Stil: Rockabilly

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Various Artists
Nashville Rockabilly 1957-1987, SPV, 2011
Verschiedene Interpreten
Produziert von: Fred James (Re-Issue) Länge: 55 Min 00 Sek Medium: CD
01. Baker Knight - Bring My Cadillac Back12. Moon Mullican - Pipeliner Blues
02. Baker Knight - I Cried13. Jerry Foster - That's All Right Mama
03. Chuck Harrod & The Anteaters - They Wanna Fight14. Nashville Country Jamboree - Johnny B. Goode
04. Chuck Harrod & The Anteaters - Sandy15. Jimmy Ellis & The Rockabilly All Stars - Old Pipeliner
05. Chuck Harrod & The Anteaters - Crawdad Song16. Jimmy Ellis & The Rockabilly All Stars - Restless
06. Whitey Pullen - Broke Waitin' for A Break17. Jimmy ellis & The Rockabilly All Stars - Back On The Street
07. Tommy Jay - Jinglin' Janglin' Pockets18. Jimmy Ellis & The Rockabilly All Stars - You're Never To Old To Rock & Roll
08. Tommy Jay - Sandy Jane19. Billy C. & The Sunshine - Dixie Fried
09. Jan Smith - It'd Surprise You20. Billy C. & The Sunshine - Tear It Up
10. Big C & The Galaxies - Then You'll Know21. Andy Arrow & The Twangtown Mavericks - Dixie Fried
11. Big C & The Galaxies - Raid On Cedar Street22. Freddie & The Screamers - Big Black Cadillac

Mit der Gegend von Nashville haben wir uns ja kürzlich erst beschäftigt, als wir uns der COUNTRY ROCK JAMBOREE, der ersten Country-Rock Gruppe Nashvilles, gewidmet haben. Damit wäre so einigermaßen geklärt, wie der Country-Rock in den 60ern von der Westküste Richtung Osten geschwappt ist.
Beim Rockabilly ging das natürlich schon viel früher los, nämlich in den 40ern, aber erst in den 50ern ging es so richtig los und das natürlich besonders im Umfeld von Nashville. Sun Records und die ganze "Class of '55", Carl Perkins, Jerry Lee Lewis in gewisser Weise auch Roy Orbison und Elvis, sind alle zwischen Rock'n'Roll und Rockabilly hin und her gependelt. In den 1980er Jahren läuteten die STRAY CATS ein richtiges Rockabilly-Revival ein zeigten damit, dass diese Musik weder jemals ganz weg noch irgendetwas von ihrer Energie eingebüsst hätte.
Da schauen wir mit dieser, über drei Jahrzehnte sich spannenden, CD doch auch gern mal, wer sich da noch ein paar Sporen verdient hat und was es an Rarem gibt.

Es sollte mich doch sehr wundern, wenn sich bereits genannter Jerry Lee nicht von Baker Knight beeinflussen lies. Das Killer-Piano ist hier nicht vertreten, aber der Gesang in Bring My Cadillac Back klingt dem vom Lewis zum Verwechseln ähnlich und den Drive hat er auch. Vielleicht ein Glück, dass Baker Knight bald sein Bündel schnürte und den Weg Richtung Hollywood einschlug.
Dass er auch dem Herzschmerz nicht abgeneigt ist, zeigt er mit dem folgenden I Cried. Ich weiß nicht, ich mag diese Musik einfach. Besonders solche flotten Nummern wie They Wanna Fight, welches sich ja der Rockabilly-Thematik textlich gut annimmt. Da hätten wir denn auch das typisch hämmernde Piano. Auch ein Keith Richards wurde von dieser Musik mitgerissen.
Schönere Balladen wurden doch eigentlich nie geschrieben, als zu dieser Zeit, oder? Ob man den Song kennt, oder nicht, wer denkt bei Sandy nicht an, Cabrios, Eiscreme, Autokino und den ganzen 50's Kram, den ich nicht erlebt habe? Vielleicht mag ich den Film "American Graffiti" deshalb so sehr? Na, jedenfalls klingt das hier etwas "roh", aber gefällt mir fast noch besser. Und am besten gefällt mir so ein Up-Beat Rockabilly, wie Crawdad Song. Das geht einfach richtig geil ab, im Stile von Gene Vincent.
Auf der Geige rumkratzen war da eigentlich nicht mehr so angesagt, aber wie sich das ganz gut integrieren lässt - mit 'nem dicken Schuss Hillbilly natürlich - zeigt Whitey Pullen mit Broke Waitin' For A Brake. Der Typ war mal ein richtig kleiner Star, tourte in Europa und verstarb leider 1961 im Alter von 31 an Krebs.
Den leichten Country & Western Einschlag hat auch Sandy Jane, was sich besonders im klimpernden Bar-Piano bemerkbar macht.
Zu den ganz raren Aufnahmen hier gehört Jan Smith mit dem stampfenden It'd Surprise You - mit sehr schönem "Schluckauf-Gesang" - und die Aufnahmen von Big C. & The Galaxies. Letzterer war so etwas wie ein Lokalmatador, der zu Beginn der 60er ein paar erfolglose Singles aufnahm und dann leider in der Versenkung verschwand. Wirklich schade, denn die Songs hier sind vielleicht nichts absolut Außergewöhnliches aber machen durchaus Laune.

Interessant ist auch der Song Pipeliner Blues von Moon Mullican. Der war zu dem Zeitpunkt bereits schon eine ganze Weile im Geschäft und mit diesem Song lieferte er eine Blaupause, die Leute wie Buddy Holly und Jerry Lee Lewis sehr beeinflusst hat. Interessant deshalb, weil der Song kurz darauf, als Old Pipeliner, nochmals auftaucht. Wo es bei Mullican eine flotte Boogie-Woogie Piano-Nummer ist, wird es bei Jimmy Ellis & The Rockabilly All Stars ein abgehender Rock'n'Roll, der sehr nach frühem Elvis klingt und eine sehr scharfe Lead-Gitarre offeriert..
Kurz davor geben COUNTRY ROCK JAMBOREE hier ebenfalls ein Gastspiel und zeigen, dass Chuck Berry's Johnny B. Goode auch in diesem Kontext bestens funktioniert und ordentlich abgeht.
Bei den ROCKABILLY ALL STARS klingt dann Restless wieder sehr nach dem "King Of Rock'n'Roll" und ist nicht weit von That's All Right Mama entfernt.
Richtig gut gefällt mir noch Johnny Cashs Get Rhythm, hier von Billy C 6 The Sunshine sehr Rockabilly-mäßig gespielt. Kommt klasse! Fast unbemerkt haben wir uns mit diesen Songs schon die späten 80er vorgerockt Auch der Klassiker Tear It Up erfuhr da, durch Andy Arrow eine Neuauflage. Klingt für mich - von der Soundqualität vielleicht abgesehen - wie direkt aus den 50ern.
Und da wollen wir wieder hin und deshalb besteigen wir den Big Black Cadillac mit Freddie & The Screamers und lassen uns von der Sängerin - die eine dreckige Stimme wie Wanda Jackson hat - zurück in die Vergangenheit chauffieren.
Diese Zusammenstellung bringt uns etliche Songs zu gehör, die die Meisten so wohl noch nicht gehört haben. Da gibt es durchwegs nichts auszusetzen und wer auf puren Rock'n'Roll und Rockabilly steht, der sollte hier ruhig mehr als ein Ohr riskieren. Und schon mal das passende Outfit bereithalten...

Epi Schmidt, 06.03.2011

 

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