Various Artists

Deep Roots Of The Ramones

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.01.2012
Jahr: 2011
Stil: Punk Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Various Artists
Deep Roots Of The Ramones, Sireena Records, 2011
MC 5, Jack Scott, SKY SAXON, Link Wray, NEW YORK DOLLS, Johnny Thunders, Carl Perkins und weitere
Produziert von: keine Angaben Länge: 38 Min 24 Sek Medium: CD
01. FLAMIN' GROOVIES - Shake Some Action09. Gene Vincent - Hey Mama (Say Mama)
02. Johnny Thunders & The Heartbreakers - I Love You10. SKY SAXON - You Gotta Ride
03. THE TROGGS - I Can't Control Myself11. Kim Fowley - Night Of The Hunter
04. Link Wray - Rawhide12. THE TEEN KINGS feat. Roy Orbison - Ooby Doobie
05. NEW YORK DOLLS - Personality Crisis13. Jack Scott - The Way I Walk
06. Carl Perkins - Everybody's Trying To Be My BabyBonus Tracks:
07. MC 5 - Looking At You14. !ACTION PACT! with THE NEUROTIC's Steve Drewett - Rockaway Beach
08. Iggy & The Stooges - I Got A Right15. Walter Lure & THE RAMONES - Street Fighting Man

Es wird wieder einmal nach Wurzeln gegraben. Diesmal geht es um die, der New Yorker Vorzeige-Punkband THE RAMONES, wobei es ja kein großes Geheimnis ist, wo die verwurzelt sind. Dass Joey, Johnny und Kollegen wenig vom Psychedelic-Sound der Spätsechziger und ebenso wenig vom Prog-Rock der 70er beeinflusst wurden, dürfte jedem Fan klar sein.
So "tief" liegen die Wurzeln aber nicht, als dass man nicht die Einflüsse von Rock'n'Roll, 60's Beat- und Surfmusik in fast jedem Song der RAMONES erkennen würde. Hier ist eine Anzahl von Interpreten und Songs versammelt, die wohl repräsentativ für die Kinderstube der Band ist. Oder sein soll.
Der oftmals recht muffige Sound kann allerdings nicht dazuzählen. Die FLAMIN' GROOVIES stehen hier für den 60er Jahre Sound, obwohl die ja auch selbst eher davon beeinflusst wurden, als das sie Kreatoren waren. Jedenfalls klingt Shake Some Action das nach THE WHO, nach KINKS, EASYBEATS und zahlreichen verwandten Bands.
JOHNNY THUNDER & THE HEARBREAKERS schlägt in eine ähnliche Kerbe, gehörte aber schon dem New Yorker Punkrock-Zirkel an. Seine Ursprungskapelle NEW YORK DOLLS erscheint folgerichtig auch bald auf diesem Samplers. Johnny Thunders' Beitrag gefällt mir aber doch deutlich besser.

THE TROGGS kennt man hauptsächlich als Interpreten von Wild Thing, aber hier erscheinen sie mit - wieder sehr WHO-mäßig - I Can't Control Myself, welches eher rauer ist und so eine Spur PRETTY THINGS einbringt. Geht ganz gut ins Ohr.
Rawhide und somit Link Wray ist jedem ein Begriff, der jemals sich mit Surfrock beschäftigt hat. Damit ist mitnichten von den BEACH BOYS die Rede, denn die Songs dieses Genres waren im Allgemeinen instrumental und oft mit schrägen Tönen versehen.
Von wegen rau: Carl Perkins kann mit seiner Live-Version von Everybody's Trying To Be My Baby, ob der schlechten Qualität dieser Aufnahme, nicht glänzen und kommt gegen die ihn einrahmenden DOLLS, MC 5 und Iggy Pop schwer an. Wobei die MC 5 auch nicht gerade Hochglanzrock bieten, aber ihr Sound ist einem ja spätestens seit "Kick Out The Jams" ein Begriff. Da wird’s richtig grob.
Iggy Pop drischt bei I Got A Right gewohnt kompromisslos drauf, sodass Gene Vincents Hey Mama (Say Mama) eine richtige Erholung ist, wenngleich mit dünnem Gitarrensound und dumpfer Rhythmusgruppe auch einen schweren Stand gegen den Rest hat.
An vorhin erwähntes Wild Thing erinnern SKY SAXON mit You Gotta Ride und bringen damit eine Prise Garagen-Rock zum Eintopf hinzu.

Kim Fowley liefert mit Night Of The Hunter einen energetischen Mix aus DOORS-Einflüssen und hartem R&B im Stile von Mitch Ryder.
Zu meinen Lieblingsstücken hierauf gehört Roy Orbison mit Ooby Dooby. Ist wohl auch ein Live-Mitschnitt, aber der Sound passt zum ursprünglichen Rock'n'Roll und die Nummer ist einfach ein unschlagbarer Klassiker. Kaum ein Mensch hat jemals etwas von Jack Scott gehört, obwohl der 19 Singles in den US-Charts hatte. Tja, mit Elvis und Konsorten gab es halt ein paar Jungs, die ein glücklicheres Händchen hatten. Trotzdem nett anzuhören.
Wenn die Brit-Punker !ACTION PACT! den RAMONES-Klassiker Rockaway Beach dann runterschrubben geht einem so richtig das Herz auf. DAS sind die tiefen Wurzeln der RAMONES! Nämlich die, die dem Hörer bis ins Herz reichen und die da heißen, Laut, Schnell, Leidenschaft und Power! Auch wenn das bei Street Fighting Man, welches HEARTBREAKERS-Gitarrist (die von Johnny Thunders, nicht von Tom Petty!) Walter Lure zusammen mit den RAMONES aufgenommen hat, nicht immer rüberkommt. Trotzdem eine energetische und anmachende Version des STONES-Hits, wenngleich sich niemand erinnern kann, wann das aufgenommen wurde.
Mit solchen Zusammenstellungen kann man nie so recht zufrieden sein und nur wer gar nichts aus der Musikgeschichte kennt, dürfte hier neue Wege entdecken. Für den Rest ist das zu wenig, um einen Einblick zu erhalten. Wenn man die Lautstärkeregler weit oben hat, hat man aber mindestens 75% Spaß an diesem Album. Gibt’s ja auch nicht immer.

Epi Schmidt, 07.01.2012

 

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