Various Artists

Celebrating Jon Lord - The Rock Legend

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.10.2014
Jahr: 2014
Stil: Rock, R&B, Hard Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Various Artists
Celebrating Jon Lord - The Rock Legend, Edel Records, 2014
feat. Orion Orchestra, Rick Wakeman, Micky Moody, Bernie Marsden, Paul Weller, Phil Campbell, Ian Paice, Don Airey, Bruce Dickinson, Glenn Hughes, Steve Balsamo, Sandi Thom, Roger Glover, Ian Gillan
Produziert von: keine Angaben Länge: 103 Min 53 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Things Get Better - originally from Jon Lord's Artwoods05. Soldier Of Fortune -originally from Deep Purple
02. I Take What I Want - originally from Jon Lords's Artwoods06. You Keep On Moving -originally from Deep Purple
03. Silas And Jerome - originally from Paice Ashton Lord07. Burn - originally from Deep Purple
04. I'm Gonna Stop Drinking - originally from Paice Ashton Lord08. This Time Around - originally from Deep Purple
CD 2 - Deep Purple celebrating Jon Lord:
01. Uncommon Man05. Perfect Strangers
02. Above And Beyond06. Black Night
03. Lazy07. Hush
04. When A Blind Man Cries

Diese “Sunflower Jam“-Geschichte gibt es mittlerweile seit über acht Jahren und entstammt eigentlich einer Art Benefiz-Geschichte ausgelöst durch einen kranken Jungen, der absoluter DEEP PURPLE-Fan war und mit dem Ian Paice, dessen Frau Jacky sowie Jon Lord in Kontakt kamen und tief bewegt von dem kleinen Knaben waren. “The Sunflower Jam“ kümmert sich auch um weitere wohltätige Aktionen in England.
Der Anlass für das diesjährige Konzert war ebenfalls ein tief bewegender, den 2012 verstarb der Meister des Rock-Keyboards und einflussreichster Tastenspieler im Rock-Bereich überhaupt: Jon Lord.
Und so versammelte sich am 4. April 2014 in der Royal Albert Hall zu London die vermutlich illustreste Schar von Musikern seit Bestehen dieser Konzertreihe, um noch einmal die Musik von Jon Lord, bzw. dessen Beitrag dazu auf- und hochleben zu lassen. Eigentlich fehlten nur die Herren Coverdale und Blackmore, aber der ein hatte wohl keine Zeit und der andere wollte alleine nicht los. Also, so ähnlich. Coverdale war tatsächlich geschäftlich gebunden und Ritchie hat gesagt, nee, da schreibt er dem guten Jon lieber persönlich ein paar Noten, die ja dann auch auf dem Album ”Dancer And The Moon” zu hören waren.

Doch auch ohne diese beiden Rock-Götter war das Schaulaufen beachtlich. Deswegen muss man sich das fast zwingend in irgendeiner visuellen Form zulegen, denn das muss man eigentlich “gesehen“ haben. Nicht zuletzt gibt es auf der filmischen Aufzeichnung auch noch eine 60-minütige Reportage. Zudem ist das Ganze auch noch aufgeteilt in “The Composer“, mit seinen eher in der Klassik beheimateten Werken und – für uns natürlich besonders interessant – in “The Rock Legend“. Das liegt mir als Doppel-CD vor und führt uns im Zeitraffer durch Jons Karriere.
In den 60ern mit den ARTWOODS gestartet, gibt es zunächst zwei Songs, bei denen Paul Weller den Frontmann abgibt. Und man merkt gleich, dass hier Könner am Werk sind, denn das klingt zwar voll nach den Sechzigern, aber kein bisschen angestaubt, sondern frisch und mit jeder Menge Elan. Die Hammond bedient hier Andy Wallace und in der Band mischen schon Micky Moody und Neil Murray, beide Kollegen von Jon bei WHITESNAKE, mit.
Ein weiterer Ex-WHITESNAKE-ler ist beim nächsten Titel in Form von Bernie Marsden mit an Bord, wenngleich es hier um die Formation PAICE, ASHTON, LORD geht und es deutlich progressiver wird, ohne den R&B zu verlassen. Der schottische Sänger Phil Campbell steht hierbei am Mikrofon und klingt dabei verdammt nahe an seinem Landsmann Rod Stewart.
Dann kommt bereits die erste DEEP PURPLE-Nummer. Das ewig unterschätzte Soldier Of Fortune, gesungen von Steve Balsamo, der mit Jon Lord tourte und mit ihm Aufnahmen machte, und Sandi Thom, ihres Zeichens Schottin und Bonamassa-Freundin. Dann wird’s aber Zeit für eine echte Gänshaut: Glenn Hughes betritt die Bühne, um zusammen mit IRON MAIDENs Bruce Dickinson You Keep On Movin’ und anschließend Burn (!) vom Stapel zu lassen. Bei Letzterem hockt sogar Rick Wakeman mit an den Tasten. Würdig. Denkwürdig.
Dass das Ganze so pathosarm über die Bühne geht, muss man den Engländern echt zugute halten. Bei den Amis wäre das viel aufgeblasener abgegangen und längst nicht so locker unterhaltsam.

Trotzdem fehlt es Glenn Hughes sehr persönlicher Ehrung, This Time Around nicht am nötigen Gefühl.
Die zweite Hälfte dieser Doppel-CD gehört der aktuellen DEEP PURPLE-Besetzung, der man ja kaum das Fehlen von spielerischer Klasse nachsagen kann. Schön, dass Ian Gillans Stimme bessere Tage gesehen hat, wissen wir seit Jahren, aber ich finde, er kommt zunehmend besser damit zurecht und gibt hier natürlich auch den passenden Conferencier. Mit Uncommon Man und Above And Beyond gibt’s gleich zwei Titel vom letzten Studiowerk ”Now What?”, die wahrlich gut kommen, wenn auch Don Airey niemals ein vollkommener Ersatz für Jon Lord werden wird. Ebenso wenig wie irgendein anderer Organist. Das wird auch auf diesem Album wieder deutlich. Keiner konnte mit seiner Hammond solche Klangtürme erschaffen oder der Gitarre von Blackmore so richtig Paroli bieten, oder die Gitarre zur Not sogar ersetzen, wie das “Last Concert In Japan“-Album von DEEP PURPLE eindrucksvoll beweist.
Aber die dicke Party geht hier natürlich trotzdem ab, wenn Songs wie Lazy (passt scho‘, Herr Airey, sagen wir Franken), Perfect Strangers oder Black Night (hier betritt Ritchie die Bühne, das wär’s doch gewesen…) die altehrwürdige Bude rocken.
Zum finalen Hush finden sich dann u. a. auch noch Micky Moody, Bernie Marsden, Rick Wakeman, Phil Campbell und Bruce Dickinson auf der Bühne ein. Das Grinsen der Besucher muss mindestens so breit gewesen sein, wie die Themse.
Wie gesagt, das muss man sich eigentlich anschauen und deswegen werd‘ ich mich alsbald mal nach der DVD/Blu-ray umschauen. Bis dahin macht diese Scheibe aber auch ordentlich Spaß.

Epi Schmidt, 13.10.2014

 

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