Van Morrison

Latest Record Project - Volume 1

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.05.2021
Jahr: 2021
Stil: Blues, Soul, R&B
Spiellänge: 128:05
Produzent: Van Morrison

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Plattenfirma: BMG


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Chris Farlowe

Bob Dylan

Titel
Disc 1:
01. Latest Record Project
02. Where Have All The Rebels Gone?
03. Psychoanalyst's Ball
04. No Good Deed Goes Unpunished
05. Tried To Do The Right Thing
06. The Long Con
07. Thank God For The Blues
08. Big Lie
09. A Few Bars Early
10. It Hurts Me Too
11. Only A Song
12. Diabolic Pressure
13. Deadbeat Saturday Night
14. Blue Funk
 
Disc 2:
01. Double Agent
02. Double Bino
03. Love Should Come With A Warning
04. Breaking The Spell
05. Up County Down
06. Duper's Delight
07. My Time After A While
08. He's Not The Kingpin
09. Mistaken Identity
10. Stop Bitching, Do Something
11. Western Man
12. The Own The Media
13. Why Are You On Facebook?
14. Jealousy
Musiker Instrument
Van Morrison Vocals, Electric Guitar, Acoustic Guitar, Harmonica, Saxophone
Richard Dunn Hammond Organ
Stuart Mcllroy, Paul Moran Piano
Pete Hurley, Paul Moore Bass
Colin Griffin, Jeff Lardner Drums, Percussion
Dana Masters, Crawford Bell, Kelly Smiley, Mez Clough, Tina Lyle Backing Vocals
Dave Keary, Jim Mullen Guitar
Ben McAuley Percussion
Chris Farlowe Vocals on 'Big Lie'
Christopher White Tenor Saxophone
Alistair White Trombone
PJ Proby Vocals on 'He's Not The Kingpin'

In der Mai 2021-Ausgabe des eclipsed-Magazines gibt es ein Special anlässlich des 80. Geburtstages von Bob Dylan. Und innerhalb dieser Sonderseiten auch ein Zitat von Ian Anderson, in dem er Bob folgerndermaßen würdigt: “In der Geschichte der zeitgenössischen Musik ist er gleich nach Van Morrison die Nummer 2 der miesepetrigsten Typen aller Zeiten“. Nun, der JETHRO TULL-Frontmann muss es wissen, setzt er sich doch selbst an die dritte Stelle dieser Liste.

Zumindest an ihrer Arbeit scheinen aber sowohl Bob als auch Van noch gehörig Spaß zu haben, denn so wie Dylan fast permanent auf Tour ist, ist Morrison äußerst fleißig darin, Alben aufzunehmen. Seit 2015 hat er jedes Jahr ein neues Studioalbum veröffentlicht und wird immerhin im August auch schon 76. Da er im letzten Jahre, wie alle Künstler, mehr Zeit als üblich zur Verfügung hatte, wurde aus dem nun veröffentlichten 2021er Album (sein 42. Studioalbum!) gleich eine Doppel-CD mit insgesamt 28, die bis auf einen (It Hurts Me Too) alle aus der Feder von Morrison stammen.

 

Zum Teil hat er bewährte Kräfte mit an Bord, wie den Gitarristen Dave Keary und Paul Moran am Piano sowie Dana Masters im Background-Chor, zum Teil neue Gesichter und auch zwei Gaststars sind mit dabei. Musikalisch gibt’s sozusagen keine Experimente, aber jede Menge gute bis sehr gute Songs in seinen Paradedisziplinen Blues, R&B, Jazz und Soul. Das beginnt mit dem locker swingenden Titelsong, der einen gleich in gute Stimmung versetzt, auch weil der Sound richtig gut ist und an die 60er Jahre denken lässt. Der Sha-La-La-Chor kann einem die Suppe nicht versalzen. Das 60's Feeling setzt sich mit dem munteren Rock'n'Roll/R&B von Where Have All The Rebels Gone? fort, dass auch seiner früheren Band oder den meisten Bands Mitte der 60er gut gestanden hätte. Und bereits zu diesem Zeitpunkt darf daran erinnert werden, dass es, ebenso wie beim Grandler No. 2, auch praktisch immer sinnvoll ist, bei den Texten zuzuhören. Irgendwie erinnert No Good Deed Goes Unpunished gar nicht so wenig an seinen Kollegen aus Minnesota, vor allem in den 60er Jahren. Ja, es ist so, Van Morrisons Musik mag zeitlos sein, weil sie immer gut klingt und jederzeit Emotionen erzeugt, aber stilistisch assoziiert man das nun mal mit den 60er Jahren. Da pulsierte diese Musik überall und war in vielfacher Hinsicht von Bedeutung. Ein Künstler mit Morrisons Talent findet sich da in mehren Stilen bestens zurecht. Im Soul, wie man in Tried To Do The Right Thing hört, im Blues, wie in Thank God For The Blues (entsprechend singt er “I was born to sing the blues“) oder in A Few Bars Early und It Hurts Me Too (eine leicht jazzige Neuinterpretation des Blues-Traditonals mit Van an der herrliche Mundharmonika) und swingenden Stücken, wie Only A Song, der Singleauskopplung und auf jeden Fall ein Highlight.

 

Auf der ersten CD gehört natürlich auch die Kollaboration mit Chris Farlowe zu den Höhepunkten, der mit seinem unverkennbaren und immer noch kraftvollen (der Mann ist bereits 80) Organ seinem Gesangspartner ganz schön Feuer unter dem Hintern macht und ihn teilweise in den Schatten stellt.

Auf der zweiten CD mag ich besonders den Blues-12-Takter Double Bind. Wegen dem tollen Zusammenspiel von Hammond-Orgel und Piano, wegen der eingestreuten Gitarrrenlicks Morrisons, aber natürlich auch wegen seiner so präsenten Stimme, die den Hörer so fesselt. Ruhig mal etwas lauter hören. Doch, wie auf dem gesamten Album, eigentlich ist jeder Song ein Genuss. Wie er in Love Should Come With A Warning den großen Soul-Sängern – der er selber einer ist – Konkurrenze macht...., Sam Cooke und Otis Redding grinsen gerade, sich wiegend, von einer Wolke herunter.

 

Und, ja, auch auf Vans Saxofon-Spiel muss nicht verzichtet werden. In dem äußerst munteren Up County Down liefer er eine Kostprobe eines weiteren Talents von ihm. Erinnert mich an die Zeiten von Wild Night.

Mit PJ Proby verbindet Van Morrison schon eine längere Freundschaft. Der Amerikaner sang auf dem Album “Duets: Re-Working The Catalogue“ (2015) mit Van zusammen und trat auch auf dem Konzert zu Vans 70. Geburtstag auf. Hier singen die beiden den Song He's Not The Kingpin, leicht funky, wunderbar groovend und erneut mit diesem tollen 60's Flair, was erneut auch an den ebenso toll klingenden wie virtuos gespielten Instrumenten liegt.

 

Es ist fast schade, dass die Texte im ansonsten schön gemachten Digi-Pack nicht abgedruckt sind. Aber auch so, muss ich bei Stop Bitching, Do Something ebenso schmunzeln, wie bei Why Are You On Facebook?. Durchaus auch als Anregung zum Nachdenken zu verstehen.

Wer's nicht so mit dem Englischen hat, kann sich aber ganz einfach zurücklehnen und Van Morrisons neuestes Album genießen und darauf hoffen, dass “Volume 1“ nicht bloß aus einer Laune heraus auf dem Cover steht. In dieser Form freuen wir uns auf jeden Fall noch auf einige Alben des großen Grandlers.

 

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