UFO

You Are Here

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.03.2003
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


UFO
You Are Here, Steamhammer/SPV, 2004
Phil Mogg Vocals
Vinnie Moore Guitar
Pete Way Bass
Jason Bonham Drums
Paul Raymond Keyboards
Produziert von: Tommy Newton Länge: 53 Min 00 Sek Medium: CD
1. Daylight Goes To Town7. The Spark That Is Us
2. Black Cold Coffee8. Sympathy
3. The Wild One9. Mr. Freeze
4. Give It Up10. Jelloman
5. Call Me11. Baby Blue
6. Slipping Away12. Swallow

Hab ich's mir ja fast gedacht: Nach 'ner Weile wird man sich schon an die neue UFO-Scheibe gewöhnen. Und tatsächlich kann man sich der Magie der Stimme von Phil Mogg auf Dauer nicht entziehen.
Anfangs plätscherten mir die Songs doch zu belanglos an meinen Ohren vorbei, auch wenn heutzutage niemand mehr einen Klassiker wie "Lights Out" von dieser Band erwartet (erwarten kann?).

Das Besetzungskarussell war wieder mal gehörig in Schwung gekommen und hat neben Jason Bonham auch einen neuen Produzenten ins Spiel gebracht. Der macht seinen Job ganz ansprechend, aber ein paar Dinge gefallen mir doch nicht so ganz: Mit der weit im Vordergrund stehenden Stimme kann man ja noch leben und das der Herr Bonham hin und wieder zeigen muss, dass er seines Vaters Sohn ist, kann man ihm ja auch schlecht verbieten. Trotzdem meine ich, auf den vorhergehenden CDs etwas mehr Druck zu verspüren, was natürlich auch an... Moment, da ist ja noch jemand neues an Bord: Die Gitarre bedient jetzt Vinnie Moore! Sollte es an dem liegen? Schließlich ist das doch einer aus Mike Varney's Shrapnel-Schule und da wurde ja wenig "Musik" für den Bauch gemacht.
Schauen wir doch mal, was Michael Rudolf & Frank Schäfer in ihrem Standardwerk "Lexikon der Rockgitarristen" (Lexikon Imprint Verlag ISBN 3-89602-202-4) über ihn zu berichten wissen: "...Aber was er nicht kann, ist, eine richtig scharfe Rockgitarre spielen. Natürlich verblüfft uns einmal mehr die antilopenhafte Fingerfertigkeit auch dieses Moore, aber Sound und Stil sind doch allzu sauber und glatt, so als habe seine Gitarre Tasten." (Übrigens sind hier auch fast alle weiteren UFO-Gitarristen, von Chapman über Bolton und Schenker vertreten).
Ahja, na da haben ihm die Herren Mogg, Way und Raymond doch scheinbar ein paar Nachhilfestunden angedeihen lassen, denn ganz so schlimm geht's dann doch nicht aus.

Im Interview mit dem "Gitarre & Bass Magazin", Ausgabe März 2004, verkündet er pflichtgemäß, dass Michael Schenker und die klassischen UFO-Alben schon immer einen Einfluss auf ihn hatten. Gut, seine Hausaufgaben hat er zufriedenstellend gemacht und klingt so oft sehr Schenker-like. Manchmal, wie gleich im ersten Song, wird mir da fast zu viel abgekupfert - selbst die Slide-Gitarre klingt wie Schenker's auf einem Album zuvor.
Nachdem man dem Vinnie gestattete, seine Soli zu Hause allein einzuspielen, hatte man ihn da auch nicht mehr Kontrolle, ebenso wenig wie der seine Finger und so lässt er in manchen Soli seine Fingern halt doch etwas das Tempolimit überschreiten. Wer's mag...
Wie gesagt, ist Paul Raymond wieder mit an Bord, aber hören tut man davon leider nicht viel. In den Credits sowieso nur mit Keyboards, statt der gewohnten Rhythm Guitar (hat wohl der böse Vinnie keinen Platz gelassen?) aufgeführt, ist auch von seinen Tastenkünsten kaum was zu hören. Schad drum.

Wenn ich jetzt noch behaupte, Phil Mogg's Stimme hat auch etwas nachgelassen, könnte man meinen "You Are Here" wäre eine überflüssige Scheibe.
Ganz so einfach ist es aber auch wieder nicht! Die Songs sind überwiegend schon gut gemacht und kommen mit der Zeit immer besser.
Abgekupfert oder nicht - wen schert's, wenn es rockt?

Wer die beiden letzten UFO-Alben mag, der kommt sicherlich auch mit "You Are Here" zurecht und Gitarristen machen Vinnie's Soli bestimmt sogar richtig Spaß.
"We're not going down" singt Phil Mogg im letzten Song, Swallow, und hat damit sogar recht - gehört sich ja auch nicht für ein U.F.O.!

Epi Schmidt, 29.02.2003

 

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