UFO

Mob Rules

Aschaffenburg, Colos-Saal, 03.11.2006

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Konzertbericht

Reviewdatum: 03.11.2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Aschaffenburg, Colos-Saal, 03.11.2006

Es wären ja auch nicht UFO, hätte sich das Besetzungskarussell zum neuen Album und Tour nicht wieder mal gedreht. Hat eigentlich irgendeine Formation der Band in letzten 20 Jahren länger als 2 Jahre gehalten? Wie auch immer, dankenswerter ist Original-Drummer Andy Parker wieder mit an Bord und der Schlagzeug-Callboy Jason Bonham drischt heute für Mick Jones' Fremdenlegionäre und morgen..., wer weiß.
UFO sind an diesem Freitagabend zurück im Aschaffenburger Colo-Saal und bei diesen gern gesehenen Gästen staut es sich beim Einlass schon mal etwas. Als "Anheizer" fungieren MOB RULES.
Mob Rules Der Name ruft in mir zunächst Skepsis hervor, da ich hinter so einer gewaltschwangeren Formulierung ein übles Gedresche befürchte. Falsch gedacht. Die sechs Jungs auf der Bühne lächeln zwar selten und tragen auch das ein oder andere militärisch anmutende Kleidungsstück, aber ansonsten spielen sie einen blitzsauberen Heavy Metal, irgendwo zwischen DIO (wie überraschend bei dem Namen) und IRON MAIDEN. Vor allem Sänger Klaus Dirks weiß, nach kurzen Startschwierigkeiten, zu überzeugen und auch der Rest von MOB RULES macht durchwegs einen sehr guten und unterhaltsamen Job. Viel Platz hat man der Band auf der Bühne nicht gelassen, so dass sich das Stagacting sehr in Grenzen halten muss. Die Menge haben sie trotzdem gut angewärmt.

UFO Pete Way kommt etwas verfrüht auf die Bühne geschlappt und trollt sich denn auch noch mal kurz, aber es dauert nicht lange und die Mannschaft ist komplett. Phil Mogg hat gleich ein paar Probleme mit seinem Mikrofonständer und das könnte ihm schon etwas die Laune vermiest haben.
Nichtsdestotrotz wird mit Mother Mary umgehend für klare Verhältnisse gesorgt und das Publikum augenblicklich in Mitsing- und -feierlaune versetzt.
Auf dem Fuße folgt When Daylight Goes To Town vom Album "You Are Here". Ich sag Euch, die wissen nicht mal wie ihre eigenen Lieder geschrieben werden. Mal mit "When", auf dem letzten Live-Album, mal ohne, auf dem Studiovorgänger. Was soll's. Auf jeden Fall ist das ein richtig guter Rocksong, selbst im Vergleich zum Hit-Backkatalog einer Band wie UFO. Wenn Vinnie Moore hier loslegt, drängen sich bei mir Vergleiche mit Eddie Van Halen auf.
Mit Let It Roll folgt ein weiterer Klassiker und, wie kaum anders zu erwarten, wird der Großteil des legendären Live-Albums "Strangers In The Night" folgen, wie Ihr auf nebenstehender Setliste sehen könnt.
UFO UFO sind halt so eine Band, die sich mit ihrem Erbe rumschlagen muss, aber trotzdem würde ich auf den ein oder anderen alten Song gern mal verzichten, wenn dafür etwas von "Walk On Water" (1997), "Covenant" (2000) oder "Sharks" (2002) gespielt würde. Von letzterem ist mit Fighting Man immerhin ein Song dabei und der kommt doch richtig gut live und erntet auch entsprechend Resonanz.

Zweifellos ist die Band in guter Form. Phil Moggs Stimme scheint überhaupt nicht älter zu werden, Paul Raymond wechselt gewohnt zuverlässig zwischen Rhythmusgitarre und seinen Keyboards, wirkt aber irgendwie nicht so recht einbezogen in die Show. Dafür wackelt der bierbäuchige Pete Way gern zwischen Bühnenrand und Vinnie Moore hin und her bekommt auch mit den meisten Applaus und Zwischenrufe.
UFO Drei Titel vom neuen Album "The Monkey Puzzle" sind im Programm: Drink Too Much, eher melancholisch, das blues-rockende Hard Beeing Me und das heftige Heavenly Body. Vor allem die beiden letzten halten die Stimmung problemlos oben. Zwischendurch wird mal ein Only You Can Rock Me eingestreut, quasi als Kick-Down. Pete Way liegt natürlich irgendwann wieder auf dem Rücken am Boden und spielt in dieser Position weiter. Kennen wir.
Lediglich Phil Mogg meine ich schon besser drauf gesehen zu haben. Hier wird an der Beleuchtung rumgemeckert, dort Vinnie Moore getriezt und am liebsten Pete Way bedacht. Mit einem Seitenblick auf Pete fragt er das Publikum: "Kennt ihr das Gefühl, 20 Jahre mit jemand verheiratet zu sein und eines Tages wacht ihr auf und denkt, wer ist das neben mir?". Recht indigniert schaut Mogg, als Pete seinen Bass wechselt und es dabei ein bisschen kracht und bruzzelt. Als im Pete erklärt, dieser Bass wäre speziell für ihn in Kalifornien gebaut worden, gibt Phil zurück "Sie dachten wohl sie bauen ein Surfbrett".

UFO Musikalisch hat es aber hervorragend gepasst und da hat natürlich Vinnie Moore großen Anteil daran. Wenn man dem Knaben bei seinen Saitenkünsten zusehen kann, ist es auch lang nicht so nervig wie auf Konserve. Bei Rock Bottom bekommt er auch Gelegenheit für ein längeres, ausgiebiges Solo, in dessen Verlauf er sich auch mit Pete Way etwas duelliert.
Die Zugabe Doctor Doctor ist ein Muss und immer noch begeistert diese Nummer jeden Zuhörer und ist die Krönung für dieses Konzert. Shoot Shoot als endgültigen Anschluss nimmt man aber sehr gerne noch mit.
Der schon sprichwörtliche gute Sound im Colos-Saal hat sicher dazu beigetragen, dass hier keiner unzufrieden aus dem Club gegangen sein dürfte. Ich schätze und hoffe, das nächste Gastspiel von UFO im Aschaffenburg dürfte kommen, und ich werde dann wohl auch wieder dort sein und begeistert mitsingen: "Misty green and blue, love to love to love you..."

Epi Schmidt, 04.11.2006

 

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