UFO

No Place To Run (Remastered Edition)

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.02.2009
Jahr: 2009
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


UFO
No Place To Run (Remastered Edition), Chrysalis, 2009 (1980)
Phil MoggVocals
Paul ChapmanGuitar
Paul RaymondKeyboards, Guitars & Vocals
Pete WayBass
Andy ParkerDrums
Produziert von: George Martin Länge: 54 Min 53 Sek Medium: CD
01. Alpha Centauri09. Money Money
02. Lettin' Go10. Anyday
03. Mystery TrainBonus Tracks:
04. This Fire Burns Tonight11. Gone In The Night (Alternative Studio Version)
05. Gone In The Night12. Lettin' Go (Live Marquee 1980)
06. Young Blood13. Mystery Train (Live Marquee 1980)
07. No Place To Run14. No Place To Run (Live Marquee 1980)
08. Take It Or Leave It

Und weiter geht's mit den "Remastered Editionen":
Der Super-GAU war da, aber irgendwie schien es keiner so übertragisch zu nehmen. Der strohblonde Vorzeigegitarrist Michael Schenker hatte endgültig keine Lust mehr auf UFO - hatte das auch schon vor der letzten Tour, aus der das Kultalbum "Strangers In The Night" entsprang, angekündigt - und widmete sich lieber seinem eigenen Projekt. Die Herren Mogg und Way schüttelten sich kurz, und riefen kurzerhand ihren alten Kollegen Paul Chapman an. Der wollte gerade im alten England einen auf gemütlich machen, konnte das Angebot aber natürlich nicht ablehnen und verabschiedete sich über Nacht bei seiner Frau um ein paar Tage später den Tourstart mit UFO in den Staaten zu spielen. Man kannte sich ja gut, und Chapman war ja bereits vor Jahren als Gitarrist mit der Band auf Tour gewesen.
Trotzdem muss man vor so viel Leistung und Selbstbewusstsein den Hut ziehen. Ein Album war nach der Tour bald im Gespräch und wurde auch angegangen. Leider war man bei Chrysalis damals extrem neidisch auf die Radio- und Charterfolge von Bands wie FOREIGNER und STYX und wollte auch UFO in eine ähnliche Richtung lenken. Zumindest ein Hit-Song sollte her. Die Idee den BEATLES-Produzenten George Martin für dieses Unternehmen zu gewinnen, mag einen gewissen Charme haben - und wer würde nicht gerne mit einer Legende zusammenarbeiten - aber im Endeffekt erwies es sich für beide Parteien als Fehlgriff.
Was nicht heißen soll, dass "No Place To Run" ein schlechtes Album wäre. Es beinhaltet sogar einige richtig gute Songs und ich kann mich noch gut erinnern, wie beeindruckt ich von der Version von Elvis Presleys Mystery Train gewesen war. Und heut immer noch bin!. Neu-/ Wiederzugang Chapman lieferte nicht nur in diesem Song eine bodenständige, rockende Gitarrenbreitseite. Es fehlen vielleicht die Sahnehäubchen, die Schenker - spätestens im Solo - hinzufügte, aber für den Spreizschritt, mit tief geschüttelter Mähne, reichte das allemal. Was man in Lettin' Go schon gut hören kann und den prägnanten Refrain bestens umramt.

Highlight des Albums ist, zweifellos, Mystery Train, mit seinem Akustikgitarrenintro und dem unvermittelt und hart loslegenden E-Gitarren-Part.
Da funktioniert die Produktion von George Martin eigentlich auch richtig gut. Auch beim Schlagzeugintro (auch wenn das irgendwie stark an PRIESTs Living After Midnight erinnert) vom folgenden The Fire Burns Insight geht’s noch ganz kernig zu, aber die folgende Saitenarbeit bekommt schon eine sehr untergeordnete Stellung. Der ganze Song scheint auch irgendwie der geforderten Hitsingle zu schielen, aber das funktioniert so nun einmal nicht. Nicht bei UFO.
Dann doch schon gleich eine richtige Ballade, wie Gone In The Night, die sich, zum Solo, hin schön steigert, aber leider dann, wenn es interessant wird, ausgeblendet wird. Sehr schade.
Young Blood verspricht zu Beginn auch einiges, driftet aber schnell in die Mitte zwischen SMOKIE und SWEET. Was ja nicht unbedingt das Schlechteste ist, aber, wie gesagt, von UFO ist man anderes gewohnt. Damit kocht man keinen Konzertsaal auf. Wenig später geht’s einem mit Take It Of Leave It ähnlich, wobei hier wieder der Fokus auf Radiotauglichkeit liegt.
Der Titelsong regt dann schon mehr an und Chapman bekommt hier reichlich Freilauf, allerdings fehlt doch irgendwie der Druck. Da hilft auch Pete Ways pumpendes Spiel nichts, wenn es nicht "rüberkommt".
Tja, und so geht es weiter. Selbst in dieser remasterten Fassung scheint der Bass irgendwo hinter einem Vorhang versteckt und der rechte Funke will nicht springen.
Dass das Live durchaus anders aussah und die Band in gewohnter Manier rocken konnte, davon kann man sich mittels dreier Takes aus dem Marquee, aus dem Jahr 1980, überzeugen. Auch hier macht Mystery Train richtig Spaß und No Place To Run beweist seine Live-Qualitäten gleichfalls.
Ein Album, welches keinen schlechten Song birgt, aber Hard-Rock Fans, wegen der Produktion, nicht vollends befriedigt und gerade Gitarrero Paul Chapman nicht richtig gerecht wird.

Epi Schmidt, 19.02.2009

 

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