Tom Jones

Greatest Hits - Rediscovered

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.01.2011
Jahr: 2010
Stil: Pop

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Tom Jones Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Tom Jones
Greatest Hits - Rediscovered, Universal Music, 2010
Tom JonesVocals
mit ART OF NOISE, STEREOPHONICS, THE CARDIGANS und weiteren
Länge: 93 Min 35 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Kiss (with ART OF NOISE)08. Thunderball
02. Delilah09. Sexbomb
03. Mama Told Me Not To Come (with STEREOPHONICS)10. What's New Pussycat?
04. Detroit City11. If I Only Knew
05. What Good Am I?12. I'll Never Fall In Love Again
06. Green Green Grass Of Home13. Daughter Of Darkness
07. It's Not Unusual14. Burning Down The House (with THE CARDIGANS)
CD 2:
01. Resurrection Shuffle09. Baby It's Cold Outside (with Cerys Matthews)
02. Burning Hell10. Didn't It Rain
03. Without Love11. It'll Be Me
04. Funny Familiar Forgotten Feelings12. Help Yourself
05. She's A Lady13. I (Who Have Nothing)
06. Give A Little Love14. With These Hands
07. Stoned In Love15. Rama Lama Bama Loo
08. Medley From "The Full Monty"

Na ja, komm, hab ich mir gedacht, dann besprichst du halt mal Tom Jones. Nicht unbedingt mein absoluter Favorit, auch wenn der seit Jahrzehnten anscheinend bei der Damenwelt bestens ankommt. Irgendwie bin also etwas widerwillig an diese "Greatest Hits" vom "Tiger" herangegangen. Dazu noch "Rediscovered"? Reanimiert müsste das wohl eher heißen, oder?
Oder seh' ich das doch ganz falsch? Steckt da doch mehr dahinter, als vergangenes 60's Flair und die Wiederaufbereitung eines "Kusses", sowie die Anbetung einer "Sexbombe"?
Jedenfalls sieht der Waliser mit seinen 70 Jahren noch recht fit aus. Sein Höhenflug startete 1965 mit dem - zunächst nur als Demo für Sandie Shaw gedachten - It's Not Unusual, welches gleich die Spitzenposition der Hitparade erklomm. Hier geht’s allerdings mit dem mit ART OF NOISE eingespielten Prince-Hit Kiss los, der ihm ein ebenso ungewöhnliches wie spektakuläres "Comeback" bereitete. Ganz weg war er ja nie, aber so im Mittelpunkt der Tanzflächen schon lange zuvor nicht mehr.
Gleich mal ein Sprung zurück und mit Delilah einen weitern Hit, mit dem man Jones für immer assoziieren wird. Man hört auch hier: so richtig "jung" klang der eigentlich nie, aber vielleicht war es genau das, was ihn so unterschied und ihn so einzigartig machte.
Seine Klasse zeigt sowohl der Song als auch der Sänger heute noch. Und das funktioniert noch beeindruckender, wenn er zusammen mit den STEREOPHONICS Randy Newmans Klassiker Mama Told Me Not To Come mit ungeheurer Dynamik präsentiert. Rockt und soult richtig geil!
Ja, und selbst so eine "ausgelutschte" Nummer wie Detroit City haucht Tom Jones noch ein gewisses Flair ein, sodass man mit dem gospelhaften Chor einstimmen möchte: I wanna go home, oh, how I wanna go home".

Schön, für Manches braucht man schon gute Nerven, wie beim nahezu sphärischen What Good Am I, oder bei I'll Never Fall In Love Again. Das ist mir zu lahm, aber Manche(r) gerade da eine Faszination heraus ziehen. Mir ist da selbst das viel gehörte Green Green Grass Of Home lieber. Ja, mit solchen Songs konnte sich Tom Jones einen Platz im Herzen der Countryfans sichern.
Ja, vieles seines Frühwerkes hätte als Soundtrack für Filme der 60er getaugt und manches, wie Thunderball (ja, ja, James Bond lässt grüßen) oder What's New Pussycat? hat es ja tatsächlich getan.
Wie er 1999 dann plötzlich mit so einem direkten Song wie Sexbomb auftauchte, konnte dem kaum jemand widerstehen. Dieser Groove und diese Stimme riss praktisch Jeden mit.
Richtig klasse find ich hier noch die Version von Burning Down The House - im Original natürlich von den TALKING HEADS - welche Tom zusammen mit THE CARDIGANS eingespielt hat und in der fast unvermutet viel Power steckt.
Mit einer CD ist es bei dem Mann natürlich nicht getan, und die zweite Hälfte beginnt mit einer furiosen Version des Resurrection Shuffle. Diese Power in der Stimme, dieser Drive, dieses pulsierende Soul-Feeling, da komm ich echt ins Zweifeln, ob das nicht die Version von THUNDER auf einem von deren Christmas-Live-Scheiben schlägt.
Auch John Lee Hookers Burning Hell strotzt vor Energie. Spartanisch nur von rauer E-Gitarre, Schlagzeug und Toms powervollen, hier bluesigen, Gesang "getrieben".
Dieser Gesang ist es auch, der selbst solche, eigentlich etwas zu "crooner-haften" Songs, wie Funny Familiar Forgotten Feelings noch trägt. Kann sich da durchaus mit manchem Elvis-Song ähnlicher Machart messen.

Ja, diese Stimme ist so unglaublich direkt. Voller Soul, aber auch Power und Rauheit. Das weckt wirklich Vergleiche mit den Soulgrößen wie Marvin Gaye. Man höre sich nur den Megahit She's A Lady aufmerksam an. Wahnsinn, was da an Energie drin steckt.
Überraschend, der Live-Mitschnitt des Medley From "The Full Monty". Hier singt Robbie Williams (ja, genau der) Steve Harleys Make Me Smile bevor Tom mit Joe Cockers You Can Leave Your Hat On einsteigt und sie sich gemeinsam in einen Soulklassiker stürzen.
Richtig heiß auch das Duett mit Cerys Matthews in Baby It's Cold Outside. Eine richtige Hot-Jazz-and-Swing Version.
Didn't It Rain ist dagegen bester 50's Style Rock'n'Roll, mit stimmungsvollem Chor im Background, wie man ihn auch von bereits genanntem Elvis gern geboten bekam.
Und wie um seine schier unglaublich kraftvolle Stimme nochmals zu unterstreichen, endet diese Doppel-CD mit der Little Richard Adaption Bama Lama Bama Loo.
Von "Rediscovered" kann in meinem Fall also keine Rede sein, sonder mehr von "Erstentdeckung" und zwar von einer - ein den meisten Fällen - sehr positiven. Also, um mich bei einer Mineralölwerbung anzulehnen: Heraus, aus dem Tank, Tiger!

Epi Schmidt, 07.01.2011

 

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