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I.M. Harmful

Wesel, Karo, 16.05.2008

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 16.05.2008

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Wesel, JZ Karo, 16.05.2008

Das hat man nun davon, wenn man die ganze Woche über nur härteren Stoff wie WISER TIME, CRY OF LOVE, ZZ TOP, STONERIDER und JADED SUN hört: Meine Rezeptoren hatten sich offenbar nicht so rechtzeitig umgestellt, um die Einzigartigkeit, die Unverwechselbarkeit einer Band wie TIMESBOLD zu goutieren. Auf Platte, im Bett liegend, mit Kopfhörern gesegnet, hinterliessen die verschrobenen Amis mit ihrem aktuellen Album Ill Seen Ill Sung noch mächtig Eindruck bei mir.

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Am Freitagabend im Weseler 'Karo' hielt sich meine Begeisterung allerdings in Grenzen. Sicherlich verleitet TIMESBOLD's atmosphärische Musik nicht unbedingt zu euphorischen Gefühlsregungen im Sinne eines stampfenden Rockkonzert, sondern eher zu zurückgezogenem Geniessen jenseits aller Hektik und Unruhe. Ein wenig mehr Elan jedoch wäre allerdings wünschenswert gewesen.
Insofern bewies Mathias Schüllers (Chef des Karo) Wahl für den Opening Act mit I.M. Harmful mal wieder ein feines Gespür für musikalische Verwandschaften und zeigte, dass auch in Duisburg (I.M. Harmful stammt aus Duisburg) immer wieder talentierte Songwriter mit vielversprechenden Aussichten heranwachsen. Während Harmfuls kürzlich erst verblichene Band MARVIN AND THE SINKING SHIP langsam aber sicher dem Meeresgrund entgegenschlingerte, hielt sich der junge Mann mit einem leisen, teilweise recht nervösen, aber dennoch charmanten und intensiven Auftritt über Wasser. Der Songreigen irrte irgendwo im unendlich weiten Koordinatensystem zwischen Nick Drake, Leonard Cohen, Damien Rice, Teitur, Sufjan Stevens und Jeff Buckley umher, um sich seinen festen Platz innerhalb dieses Spannungsfeldes noch zu erkämpfen.

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Dass der eine oder andere Songwriter introvertiert, schrullig oder eigenbrödlerisch daherkommt, wissen wir ja alle; dass aber tatsächlich so etwas wie ein unsichtbarer Vorhang zwischen Bühne und Auditorium flattert, habe ich in dieser Form länger nicht erlebt. TIMESBOLD Darbietung wollte sich mir persönlich einfach nicht eröffnen, erreichte nicht mein Herz, nestelte ständig in meinem Kopf, stieß mich an, warf mich aber nicht um.

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Im Grunde kommt TIMESBOLD's Ouevre schon romantisch, seelenvoll und berührend daher, Jason Merritt Texte geniessen höchste Anerkennung und die musikalischen Qualitäten der Herren, die wechselweise ihre Kunstfertigkeit an Tasten, Saiten und Schlagwerk demonstrierten seien unbestritten, doch gestern Abend liess mich das alles seltsam kalt. Doch zu verkopft das Ganze, zu wenig Bauch ? Merrit mit seinem ulkigen Strohhut blickte offenbar durch alle Zuhörer hindurch, kaum ein freundliches Wort kam über seine Lippen, Gemurmel, selten mal ein Lächeln, ein Schluck Whisky aus dem Weinglas und weiter im Text. Drummer Max Avery Lichtenstein schien Spass zu haben, wirkte äußerst sympathisch, die anderen eher muffelig, auf sich konzentriert. Mag sein, dass das manchen Fan fasziniert, wobei die gebotene Musik auch für mich durchaus auch ihre reizvollen Momente hatte, doch Live-Musik lebt schließlich von ihrer Präsentation, dieser unsichtbaren Lunte zwischen Akteuren und Publikum, die es gilt zu entzünden. Bei mir jedenfalls hat's gestern nicht geknallt.

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