Thin Lizzy

Greatest Hits

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 27.06.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Thin Lizzy
Greatest Hits, Universal Music, 2005
Medium: DVD
1. The Boys Are Back In Town11. Bad Reputation (Live)
2. Don't Believe A Word (Live)12. King's Call
3. Dancing In The Moonlight (Live)13. The Rocker
4. Rosalie (Live)14. With Love
5. Waiting For An Alibi15. Dear Miss Lonely Hearts
6. Do Anything You Want To Do16. That Woman (Live)
7. Sarah17. Johnny The Fox
8. Chinatown18. Wild One
9. Killer On The Loose19. Whiskey In The Jar (TOTP 1.2.73)
10. Thunder And Lightning (Live)

Wenn man von "zweistimmigen Gitarren" spricht, kommen nur wenige Bands in Betracht, die dieses Stilmittel zu Markenzeichen und zur Kunst erhoben haben. WISHBONE ASH sind da zweifellos dabei. Wenn's um den Hard- und Heavy-Bereich geht, muss man JUDAS PRIEST erwähnen, und geht's in den Southern-Rock ist die ALLMAN BROTHERS BAND das Nonplusultra. Da dudeln zwar noch genügend andere in den Ritzen dazwischen, aber die genannten sind maßgebend. Im Hardrock kommt in dieser Sparte keiner an THIN LIZZY vorbei.

Den tollen Gitarristen, die die Band prägten stand Sänger/Bassist Phil Lynott voran, der zum einen mit einem sehr speziellen Bass-Sound für Druck sorgte und zum anderen ein charismatischer Sänger und Frontmann von besonderer Güte war.
So erschließt sich die ganze Faszination THIN LIZZY denn auch erst visuell. Konnte man sich vor nicht allzu langer Zeit schon die Band bei ihrem Rockpalast Auftritt auf der Loreley per DVD ansehen, gibt es jetzt eine schöne Zusammenstellung der Videos der Band. Wie die unlängst erschienene Doppel-CD ist diese DVD mit "Greatest Hits" betitelt.
Und es ist ja auch alles drauf, was den Fans auch heute noch gern in den Ohren klingelt.
Fast logisch, dass das Werk mit The Boys Are Back In Town beginnen muss und augenblicklich ist Stimmung in der Stube. Selbst bei diesem tausende Male gehörten Titel.
Gerade den früheren Songs sieht man ihre Video-Tape Vergangenheit stellenweise an. Allerdings nie ins Unansehliche abdriftend, sondern offenbar gut aufbereitet. Auch der Sound ist voll ok.
Das liegt mit daran, dass es zwar (besonders bei den ersten Titeln) Aufnahmen von der Band auf der Bühne sind, aber entweder standen diese in einem Studio oder zumindest extra für Videodreh präpariert und die Musik dazu sind die Studioaufnahmen.
Spaß macht's trotzdem, die Typen zu sehen. Vor allem, wie die zum Teil aussahen! Gut, Scott Gorham hat sich über die Jahre kaum verändert, aber wenn man John Sykes, Brian Robertson und Snowy White als junge Bürscherl, mit z.T. gewagten Frisuren sieht, wird's schon interessant. Den Vogel schießt, wer sonst, Gary Moore mit seinem silbernen Glitzerjäckchen ab. Na ja, der Gary war sich ja noch nie für einen Blödsinn zu Schade.

Aus heutiger Sicht fragt man sich öfter, beim Blick in Phil Lynotts Augen, was dahinter wohl vorging. Obsession, Sucht, Lüsternheit, Wahnsinn? Schwer zu ergründen und wohl mit ein Grund für diese unglaubliche Präsenz.
Do Anything You Want To Do ist das erste "richtige" Video - also mit einer Art Story. Den wuchtigen Trommelanfang ballert die Band, alle zusammen an ein paar Kesselpauken stehend, und dann geht es in ein unterhaltsames Video, das etwas an JUDAS PRIESTSs Breakin' The Law erinnert.
Das popige Sarah tanzt etwas aus der Reihe, wird aber vom "Crooner" Lynott doch recht humorvoll rübergebracht. Singt er zunächst noch zu einem kleinen Mädchen, schnappt er sich für den engen Tanz dann doch eine ausgewachsene Blondine. Richtig lustig wird's, wenn am Schluss Scott Gorham reinkommt und Phil von der Bühne schickt um den Song selbst am Mikro zu beenden.

Wenn's um Storys geht, spielen die meistens im Sex & Crime Milieu und da passen Titel wie Chinatown oder Killer On The Loose bestens dazu.
Wenn ein Song wirklich mal live ist, wie Thunder And Lightning, wird der Sound deutlich schlechter. Kommt aber zum Glück selten vor. Bad Reputation etwa ist zwar live gefilmt, die Musik aber eindeutig im Studio eingespielt.
Historisch wertvoll ist natürlich der Videoclip zu King's Call (von Lynotts Solo-LP "Solo In Soho", 1980) mit Mark Knopfler an der Lead-Gitarre und Phil mit einer weißen Gretsch-Gitarre. Entsprechend klingt es auch eher wie ein DIRE STRAITS Titel.
Es sind also auch ein paar Solo-Werke von "Philo" mit drauf und mir persönlichen gehen Dear Miss Lonely Hearts oder With Love zu sehr in die Pop-Ecke - auch wenn wirklich schöne Gitarrensoli dabei sind.
Lustiger wird's, wenn man sich denkt: Was hat denn der Drummer bei The Rocker für eine Quaste an seinem Kopf baumeln? Schön auch die alte Aufnahme von Whiskley In The Jar aus "Top Of The Pops", natürlich noch mit Eric Bell an der Gitarre.

Für mich ist diese DVD eine absolut tolle Angelegenheit und sehr zur Nachahmung durch andere Bands zu empfehlen. Wer möchte nicht die kompletten Videos seiner Lieblinge auf einer DVD vereint haben?
Wenn noch dazu in sehr guter Qualität wie hier, kommen Fans an solchen Teilen nicht vorbei und manch anderen öffnen sich vielleicht ein paar neue Türen.
Das Fehlen von Bonus-Features, die meistens eh kaum interessieren oder bestenfalls einmal angesehen werden, verschmerzt man hier mühelos.

Bild: 4:3
Ton: 5.1 Surround, Dolby Digital Stereo
Kein Ländercode
Extras: Interview, Backstage, Videoclips (insgesamt ca. 30 Minuten)

Epi Schmidt, 27.06.2005

 

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