Theo (D)

Heart Of Soul

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.11.2016
Jahr: 2016
Stil: Soul, R&B, Rock

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Theo (D) Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Theo
Heart Of Soul, Staages Music, 2016
TheoVocals, Guitar
Johnny Lee Schell, Dean ParksGuitar
Reggie McBrideBass
Mike FinniganPiano, Organ
Lenny CastroPercussion
Darrell LeonardTrumpet
Julie DelgadoBackground Vocaks
Tony BraunagelDRums
Produziert von: Tony Braunagel Länge: 49 Min 51 Sek Medium: CD
01. Heart Of Soul08. Getting Higher
02. I Want To Thank You09. You Do Want It All
03. Songs Of Marvin Gaye10. I Don't Need No Doctor
04. Get it On11. Light A Candle
05. Whend I Found You12. Louisiana 1927
06. Josy13. Heart Of Soul (Extended Version)
07. I Feel Your Soul

Besser spät, als nie, wird sich Theo gedacht haben, denn obwohl eine lebenslanges “Heart Of Soul“ existierte, wandte sich der Sänger zunächst einem Medizinstudium zu (macht ja auch irgendwo Sinn, wenn einem das Herz schmerzt…) übernahm erst einmal die Arztpraxis vom Daddy.
Aber: Alte Liebe rostet nicht und nachdem der Sänger nun auch schon etliche Jahre in Bands gespielt und als Raoul Vandetta auch ein paar Alben veröffentlicht hat, machte er jetzt evtl. den entscheidenden Schritt. Und zwar den über den großen Teich und bis nach Los Angeles, wo er mit Hilfe von hervorragenden Studiocracks (u. a. Johnny Lee Schell, Dean Parks, Reggie McBride, Mike Finnigan….) ein … ja, man muss es so sagen: hervorragendes Album eingespielt hat.
Da fragt man sich natürlich, warum den bisher keiner unter Vertrag hatte, aber wie oft hat man in Coverbands schon tolle Sänger gehört, bei denen man auch dachte, die wären zu Größerem berufen. Hier hat es womöglich mal einer geschafft.

Aber lange Rede, kurze Fingerbewegung und die Play-Taste gedrückt! Der Titelsong macht schon gleich alles klar: Da IST jede Menge Soul, aber auch R&B und Rock’n’Roll drin! Die Keith Richards-Riffs treiben den Song richtig gut an und man fühlt sich sofort wie in einer Scheibe der DIAMOND DOGS oder auch bei den INMATES. Auch der Gesang geht in die Richtung der genannten Bands und da ist eine weitere Auszeichnung!
Dezentes Background-Blech und die obligatorische weibliche Unterstützung und dieser erste Cocktail geht runter wie nix. Dass dieses Album hier sehr breitenwirksam ist, das liegt natürlich auch daran, dass man insgesamt schon mehr Soul und R&B orientiert ist. Aber man hat halt bei den Besen abgeschaut, geklaut und sich inspirieren lassen. Da kommt I Want To Thank You wie ein entfernter Schwager von 6345789 daher und groovt äußerst dynamisch, mit Ecken, Kanten und “a whole lotta fun“!
Die Leidenschaft Theos hat sich also hier bereits deutlich gemacht und einen der Größten im Soul-Sektor würdigt er mit Songs Of Marvin Gaye. Klar, das hat schon einen gehörigen Pop-Faktor aber ab und an braucht man eben diese Art von Schmuse-Soul. Wäre in den 70ern ein Hit geworden.

Und wo wir von den 1970er Jahren sprechen, folgt auch gleich die erste Coverversion: Get It On von T. REX. Die Nummer ist geil, wie immer, hab ich aber auch schon druckvoller gehört. Kommt aber trotzdem gut.
Wer so ein großes Herz, wie Theo, hat, der braucht praktisch die melancholische Piano-Ballade. Wer ähnlich fühlt, der darf sich an When I Found You freuen. Mir ist der Gesang hier etwas “zu deutsch“, aber mehr kann man hier wirklich nicht kritisieren.
Da bringt so eine BLUES BROTHERS “Everybody Needs Somebody“-Nummer, wie Josy danach wieder ordentlich Schwung rein. Gefällt mir deutlich besser. Auch hier ist wieder ein Schuss DIAMOND DOGS-Feeling dabei.
Die intensive Soul-Ballade I Feel Your Soul nimmt einen mit auf eine intensiv-emotionale Fahrt, während Getting Higher schier problemlos auf einem der Dance-Soundtracks der späten 70er vertreten sein könnte. Die BEE GEE’S hätten da ‘nen Hit draus gemacht.
Der zweite Coversong des Album ist I Don’t Need No Doctor (von diesem hier natürlich mal abgesehen...). Uns natürlich bestens von Ray Charles und HUMBLE PIE in Erinnerung. Theo orientiert sich eher an der Soulvorlage und allein schon das Hammond-Solo ist hier das Zuhören wert.
Ein kleiner Höhepunkt, kurz vor Schluss, ist das nur zu Piano und Orgel gesungene, leicht hymnische, Louisiana 1927, bevor es noch eine “Extended Version“ des Titelsongs gibt, der einfach noch einmal eine Verlängerung mit Jam-Charakter bekommt. Geile Nummer – geiles Album – ein Sänger, von dem wir jetzt hoffentlich mehr zu hören bekommen.

Epi Schmidt, 26.10.2016

 

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