The Kinks

Preservation Act 1

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 04.10.2010
Jahr: 2010
Stil: Pop

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


The Kinks
Preservation Act 1, Universal Music, 2010 (1973)
Ray DaviesGuitar, Vocals
Dave DaviesLead Guitar, Vocals
Mick AvoryDrums
John GoslingKeyboards
John DaltonBass Guitar
Alan HolmesBaritone Sax, Clarinet
Laurie BrownTrumpet, Flute, Tenor Sax
John BeechamTrombone, Tuba
Stanly MyersString Arrangement on Morning Song
Krysia Kocjan, Sue Brown, Pamela Travis, Lewis Rich, Lee PaveyVocals
Produziert von: Raymond Douglas Davies Länge: 47 Min 06 Sek Medium: CD
01. Preservation (Single)08. Cricket
02. Morning Song09. Money & Corruption / I Am Your Man
03. Daylight10. Here Comes Flash
04. Sweet Lady Genuvieve11. Sitting In The Midday Sun
05. There's A Change In The Weather12. Demolition
06. Where Are They Now?13. One Of The Survivors (Single Edit)
07. One Of The Survivors

Irgendwie hatte man gehofft, Ray Davies hätte sich 1969 mit dem Album "Arthur" seiner "theatralischen" Ader genügend gewidmet und man hätte da jetzt erst einmal Ruhe. Aber weit gefehlt, denn wenn sich der Querkopf etwas in eben jenen gesetzt hat, dann wird das auch durchgezogen. Ohne Rücksicht auf Fans, Bandmitglieder oder Verluste.
So kam es 1973 zu "Preservation Act 1". An Blasinstrumente in der Band, hatte man sich seit "Muswell Hilbillies schon fast gewöhnt und so inszenierte Ray hier ein buntes Sammelsurium irgendwo zwischen "Tommy", von THE WHO, der "Rocky Horror Picture Show" und britischem Samstagabend-Theater und klingt auch mal nach QUEEN-Bombast
Quer durch das Album ist bestimmt für fast jeden was dabei, aber nie sonderlich lange. Wie es im passt, ändert Ray Ablauf und Stil der "Songs". Das beginnt gar nicht mal übel, mit der Single Preservation, die sozusagen als Ouvertüre fungiert und hier einer von zwei Bonustracks ist. Klingt zunächst richtig bluesrockig stampfend, liefert aber dann nur den Background für Rays Vorstellung der Geschichte. Bereits beim Morning Song rollen sich dem Rockfan die Fußnägel auf. Mehr oder weniger wird die Melodie gesummt oder gejauchzt, je nachdem wem man zuhört. Könnte einen zweifelhaften Horrorfilm ebenso einleiten, wie es im Vorprogramm der Heiligabendbescherung laufen könnte.
Zur schrammeligen Akustikgitarre findet sich eine Schar von Folkjüngern zusammen und singt gar hymnisch, aber zwischendurch wechselt es auch immer mal zur Nachmittagstee-Unterhaltung.

Sweet Lady Genevieve geht dann direkt mal ansprechende KINKS-Nummer durch. Man ist ja hier schon froh, wenn ein Song mal durchläuft, ohne dass ein Chor oder was anderes dazwischen platzt und - so wie hier - mal einfach ein netter Popsong ist.
Auch There's A Change in The Weather beginnt ganz gefällig und erinnert mit seinem wortreichen und hakenden Gesang an Dylans It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding), aber gerade wenn man sich daran erfreuen will, schmeißt Ray die Kirmesorgel an und die Blaskapelle steigt ein und alles dreht sich in Zirkusmanier im Kreise … Dazu jammern ein paar schrille Frauenstimmen in höchsten Fisteltönen. Brrr ...
Ein Hoffnungsschimmer glimmt mit der rührigen Piano/Orgel-Ballade Where Are They Now, in der sich der Sänger auf die Suche nach Swinging London, nach den Teddy Boys und weiteren Gestalten begibt und schlussendlich zu dem Resultat kommt: "But Rock'n'Roll still lives on". Na ja, aber er tut sich schon schwer, der Rock'n'Roll.
Wobei One Of The Survivors offenbar überlebt hat und in bestem 50's Rock'n'Roll Stil munter dahin hoppelt. Da hat Bruder Dave sogar die Chance ein paar Lead-Licks unterzubringen und zwischendurch verfällt man gar in einen QUO-Boogie-Rhythmus, bzw. versucht sich an einem Doo-Wop-Gesang, wie ihn die STEVE GIBBONS BAND in ihrem Get It - nur so als Beispiel - gesungen hat.
Für Cricket widmet man sich dann mehr einem 30er Jahre Blasorchester-Dancehall-Stil, wie er Ray ja so gut gefällt. Tja, um die Geschichte zu untermalen sicher gut geeignet, aber zum Zuhören eher schwierig.

Viel anders wird’s nicht mehr. Irische und keltische Einflüsse durchströmen das folkige Money & Corruption / I Am Your Man und sorgen einigermaßen für Dramatik in diesem Song. Erneut dem 50's Rock'n'Roll - mit leichten Surf-Anleihen - wird mit Here Comes Flash gefrönt. Beschaulich wird’s mit Sitting In The Midday Sun. Schön, um vor sich hinzuträumen und im Schaukelstuhl zu wippen, aber mehr kommt dabei nicht raus. Demolition könnte man sich fast bei THE WHO gegen Ende der 60er vorstellen, oder sogar in Tommy, aber nur fast, denn es bleibt letztlich zu beliebig und zu schwachbrüstig.
Als Single-Edit gibt’s hier nochmals One Of The Survivors als Dreingabe. Macht keine 30 Sekunden aus, macht aber auch so Spaß. Eindeutig mit das Beste auf dieser Scheibe.
Tatsächlich kann man das Album nur beinharten Fans der KINKS oder wirklich Interessierten in solche "Hörspiele" empfehlen. Aber da gibt’s für beide Fraktionen wahrlich Besseres. Immerhin, wie in dieser Serie üblich, kommt die Scheibe mit ausführlichem Booklet, Texte, Bildern und Hintergrundinformationen. Vorhang zu.

Epi Schmidt, 03.10.2010

 

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