The Kinks

Muswell Hillbillies

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.08.2010
Jahr: 2010
Stil: 70′s Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


The Kinks
Muswell Hillbillies, Universal Music, 2010 (1971)
Ray DaviesGuitar and Vocals
Dave DaviesGuitar and Vocals
John DaltonBass Guitar
Mick AvoryDrums
John GoslingKeyboards
Special Guests:
Mike CottonTrumpet on Acute Schizophrenia Paranoia Blues & Alcohol
Alan HolmesClarinet on Acute Schizophrenia Paranoia Blues & Alcohol
John BeechamTrombone, Tuba on Acute Schizophrenia Paranoia Blues & Alcohol
Produziert von: Raymond Douglas Davies Länge: Min Sek Medium: CD
01. 20th Century Man09. Holloway Jail
02. Acute Schizophrenia Paranoia Blues10. Oklahoma U.S.A.
03. Holiday11. Uncle Son
04. Skin & Bones12. Muswell Hillbilly
05. AolcoholBonus Tracks:
06. Comlicated Life13. Mountain Woman
07. Here Come The People In Grey14. Kentucky Moon

Es war nicht unbedingt die günstigste Zeit für die KINKS, Anfang der 70er Jahre. Die Hits ließen langsam nach, auch wenn man mit Lola noch einmal einen Supersong für die Ewigkeit geschrieben hatte. Irgendwie war man auch nicht mehr so ganz zeitgemäß, während sich die Konkurrenz, von STONES bis THE WHO und drum herum, problemlos einem härteren Stil zuwanden, schienen die KINKS etwas orientierungslos. Innerhalb der Band gab es die üblichen Querelen und besonders zwischen Ray und Dave rauchte es wie praktisch seit Kindesbeinen. Nur dass sich der jüngere Bruder, zumindest damals, nie richtig durchsetzen konnte. Somit fehlte die ausgleichende Person innerhalb der Band, wie es Keith Richards gegenüber Jagger war, oder ein Daltrey gegenüber Townshend. Dafür gibt es zahlreiche weitere Beispiele.
Wie das damals und überhaupt bei den KINKS war, lässt sich gut in dem Buch "THE KINKS", von Neville Marten und Jeff Hudson, nachlesen.
Aber eigentlich verlief es ja genau so, wie Ober-KINK Ray Davies das wollte: Keine Hitsingles, sondern Alben wollte der Hauptsongschreiber abliefern und scherte sich äußerst wenig um Plattenfirmen oder gar Bandmitglieder. So wurde auch eine Bläsersektion in den neuen Sound integriert und vorerst wurden selbst harte Rocksongs wie You Really Got Me live mit Gebläseunterstützung dargeboten.Nicht nur für Bandmitglieder gewöhnungsbedürftig. Universal Music bringt gerade einen Schwung der alten Scheiben der Band heraus und da schauen wir doch gleich mal zielgenau auf jene Tage.
"Muswell Hillbillies" hieß das 71er Album, produziert, wie üblich, von Ray Davies. Das beginnt zunächstmal weder ungewöhnlich noch zeitfern mit dem flotten Akustik-Country-Rock von 20th Century Man. Da kommen einem durchaus Bands wie FACES oder HUMBLE PIE in den Sinn. Schön erdig, mit kratzender Slide-Gitarre und schön holprig. Wer den Song mal so richtig roots-rockig hören will, der schaut mal bei den BEAT FARMERS Bereits beim folgenden Acute Schizophrenia Paranoia Blues begibt man sich in jazzig-swingende New Orleans-Gefilde. Das ist genau die Art von leicht schräger Dixie-Musik, wie sie "uns Udo" mit seinem Panikorchester in der damaligen Zeit inszenierte und der Gesang von Ray ähnelt dem von "Lindi" auch sehr. Oder umgedreht.
Kleine Verweise auf den alkoholkranken Vater der Davies-Brüder sind hier untergebracht. Und weiter geht’s mit dem Wohnzimmer-Blues Holiday. Das dürfte so recht nach dem Geschmack von Paul McCartney gewesen sein, der mit When I'm Sixty Four in gleichem Gewässer paddelte. Hat nichtsdestotrotz einen einnehmenden Charme.

Lustiger wird’s bei Skin & Bones, welches sich sehr am Glam-Rock eines Marc Bolan orientiert. Gut zum lockeren Mitwippen oder auch für die 70er Jahre-Party.
Alcohol zieht sich wie ein roter - man müsste fast sagen schwarzer - Faden durchs Leben von Ray Davies und im entsprechenden Song weiß er natürlich, wovon er singt. Zu Beginn meint man, jetzt müsste jeden Moment das Röcheln von Tom Waits einsetzen, in diesen Heilsarmee-Blues. Wieder erinnert mich das stark an Lindenberg und hier und da meine ich, den "Malocher aus dem Ruhrgebiet" um die Ecke blinzeln zu sehen.
Der leicht windschiefe Folk-Blues-Walzer Complicated Life ist wieder bestens geeignet, um den Schaukelstuhl auf der Veranda in Schwung zu bringen und eine kleine Vorgartenparty anzustoßen. Ähnlich wie die Eröffnungsnummer, schwelgt auch Here Come The People In Grey. Herrlich Boogie-orientierter Country-Rock, der auch den "Exile"-STONES gut gestanden hätte. Wenn halt der Ray nur mal ein paar witzigere Texte schreiben könnte.
Mit Have A Cuppa Tea wendet sich die Band wieder dem bläserunterfütterten Dancehall-Jive zu und erinnert gleichzeitig an die Grandma der Davies-Brüder.
Hollow Jail könnte ich mir auch gut im Repertoire von Bob Dylan vorstellen. Schöner Folk-Blues mit dem passenden Quäntchen schwarzen Humors und schön erdig gespielt. Zu Oklahoma U.S.A. wechselt man wieder zu einem eher beschaulichen Balladenstil, der von Piano und Akkordeon bestimmt. Wunderbar für den Sonnenuntergang.

Und wieder hinein in einen schmissigen Tom-Waits-Begräbnis-Blues, der zwischendurch aber mal so festlich wird, dass man den Uncle Son problemlos an Weihnachten nebenbei laufen lassen kann. Mit Muswell Hillbilly endete das ursprüngliche Album. Der Name bezieht sich sowohl auf den Nord-Londoner Stadtteil, Muswell Hill, aus dem Ray und Dave stammen, als auch auf die in den 60ern populäre amerikanische TV-Soap "Beverly Hillbillies". "My heart lies in ol' West Virginia" singen die KINKS und so Country-orientiert klingen auch ihr Gesang und die Gitarren. Trotzdem schöner Beschluss.
Als Bonus gibt’s noch zwei unveröffentlichte Songs. Mountain Woman ist eine fein groovende Country-Rock Nummer, die gut in Ohr und Beine geht, während Kentucky Moon als eine Art Parodie auf "Bohemian Rhapsody" fungieren könnte. Ein ziemliches, bluesdurchtränktes, Geleier, wofür man schon in Stimmung sein muss.
Insgesamt sind nicht nur die Beteiligten der Ansicht, dass es sich um eines der besseren KINKS-Alben handelt. Sicher ist da nur wenig bühnentauglich, aber zum Anhören ist "Muswell Hillbillies" nahezu durchgehend geeignet und unterhaltsam.

Epi Schmidt, 25.08.2010

 

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