The Hooters

The 30th Anniversary Fan Collection

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.11.2010
Jahr: 2010
Stil: Folk Rock

Links:

The Hooters Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


The Hooters
The 30th Anniversary Fan Collection, Sony Music, 2010
Eric BazilianGesang, Gitarre, Mandoline, Mandola, Mundharmonika & Banjo
Rob HymanGesang, Keyboards, Akkordeon & Melodica
John LilleyGitarre, Mandoline & Dobro
Fran Smith Jr.Bass & Gesang
David UosikkinenSchlagzeug & Percussion
Produziert von: Eric Bazilian, Rob Hyman & Nick Jameson Länge: 186 Min 03 Sek Medium: CD
Disc 1: Time Stand Still
01. I'm Alive06. Morning Buzz
02. Time Stand Still07. Where The Wind May Blow
03. The Boys Of Summer08. Catch Of The Day
04. Until I Find You Again09. Ordinary Lives
05. Until You Dare10. Free Again
Disc 2: Both Sides Live - The Electric Factory
01. I'm Alive08. Karla With A K
02. Time Stand Still09. 25 Hours A Day
03. South Ferry Road10. Satellite
04. All You Zombies11. And We Danced
05. The Boys Of Summer12. Day By Day
06. Johnny B13. Free Again
07. Where The Wind May Blow
Disc 3: Both Sides Live - The Secret Sessions
01. Introduction08. The Boys Of Summer
02. 25 Hours A Day09. Day By Day
03. All You Zombies10. Ordinary Lives
04. Time Stand Still11. Karla With A K
05. Johnny B12. I'm Alive
06. Morning Buzz13. And We Danced
07. Satellite
Disc 4: Five By Five
01. Pissing In The Rhine04. Time After Time
02. Silver Lining05. Really Fine Wine
03. One Of Us

Meine erste Reaktion war: „Gibt es diese Band überhaupt noch?“ – Aber nicht, als ich dieses feine 4-CD-Paket in die Hände bekam, sondern als ich zu einem Steve Lukather Konzert nach Mannheim kam. Zu meiner Überraschung wurden dort für den gleichen Abend auch noch THE HOOTERS angekündigt. Einen größeren Kontrast konnte ich mir kaum vorstellen und ertappte mich bei dem mitleidigen Gedanken daran, wie wohl die ganzen „Musiker-Fans“ von Lukather wohl mit dem Pop- und Folk-Rock der HOOTERS umgehen würden. „Da wäre ich lieber bei den anderen Hooters“, ging zumindest mir als eine Alternative durch den Kopf.

Nun ja, „denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ traf es dann eher. Denn THE HOOTERS hatten den Laden spätestens ab dem dritten Song fest im Griff, knallten den Fans einen Hit nach dem nächsten um die Ohren und begeisterten mit einer ehrlichen Rock-Show mit viel Schweiß, guter Stimmung und einfach guten Stücken. Zu meiner Überraschung konnte an diesem Abend eher der hoch geschätzte Steve Lukather nicht mithalten, denn der kam schon ziemlich angetrunken auf die Bühne und sein Zustand verschlechterte sich im Laufe des Abends noch mehr, so dass seine Ansagen und sein Gesang kaum zu verstehen waren.

Seitdem hatte ich THE HOOTERS wieder im Hinterkopf und kramte meine alten „Girlfriend-CDs“ (also die, die man im Schrank hatte, wenn die Freundin vorbeikam) wieder hervor. Klar, Hits der Marke All You Zombies, And We Danced, Sattelite, Karla With A K und Johnny B hört man heute noch bei jeder Popwelle und zwar häufiger als die frühen Stücke von Madonna oder ähnlichen Pop-Sternen, was ja auch irgendwie für die Qualität und die Halbwertzeit der Stücke spricht. Und mit der “The 30th Anniversary Fan Collection“ stellen sie dann ihre Qualitäten noch einmal deutlich heraus. Dabei kommen die CDs jeweils im einfachen Papp-Schuber, zusammen mit einem sechsseitigen Booklet in einer schick aufgemachten Hülle daher. Und zum Glück stimmt bei diesem Paket nicht nur die Aufmachung.

Auf der ersten CD dieses Pakets namens “Time Stand Still“ beweisen die HOOTERS, dass sie nichts verlernt haben und immer noch gute, ehrliche, handgemachte Rockmusik mit deutlichem Folk-Einschlag schreiben, die immer noch gut im Radio laufen könnte. Das trifft vor allem auf Tracks wie I’m Alive und Time Stand Still zu. Aber das Highlight ist aus meiner Sicht die wunderbare Cover-Version des Don Henley-Klassikers Boys Of Summer, dem die HOOTERS ihren ganz eigenen wunderbar gefühlvollen Anstrich verleihen. Das Schöne an “Time Stand Still“ ist zudem, dass wieder einmal kein Ausfall dabei ist. Selbst die schwächeren Stücke lassen sich immer noch besser ertragen als all der Müll, der uns heutzutage als „Hits“ angedreht wird. Sowohl musikalisch als auch textlich sind die fünf bodenstämmigen Amerikaner aus dem Großraum Philadelphia den Lady Gagas der Gegenwart in allen Belangen außer den Verkaufszahlen weit überlegen.

Aber ihre beste Seite zeigen THE HOOTERS dann auf den Live-CDs. Hier kann man die Band dann elektrisch verstärkt oder akustisch erleben und versteht dann, wie sich die fünf Amerikaner ihre treue Fan-Basis erarbeitet haben, nämlich auf Tournee, in den Clubs, Hallen oder Stadien dieser Welt im direkten Austausch mit den Fans. Dabei sind es natürlich vor allem die alten Klassiker, die zu den euphorischsten Reaktionen im Publikum führen. Und warum auch nicht? Denn schließlich sind All You Zombies, And We Danced, Johnny B., Sattelite und Karla With A K echte Gassenhauer, die auch nach 20 Jahren und mehr genauso gut funktionieren wie damals. Dabei ist es fast egal, ob elektrisch auf CD1 oder aber akustisch auf CD2. Da hört man einfach gerne hin. Und welch Überraschung: die ausgewählten neuen Stücke fallen gar nicht so stark ab. Und um noch einmal kurz auf meine Wiederentdeckung zurück zu kommen. Auch bei dem besagten Konzert wunderte ich mich schon nach wenigen Minuten, wie gut die HOOTERS bei einem Publikum ankamen, das ja mal zumindest zur Hälfte aus Leuten bestand, die wegen der gitarrentechnischen Fähigkeiten eines Steve Lukather gekommen war. Auch diese – mich inklusive – hatte die Band binnen kürzester Zeit auf ihre Seite gezogen.

Abgerundet wird das Paket von einer Bonus-EP namens “Five By Five“. Der Opener Pissing In The Rhine ist dabei eine nette aber unspektakuläre Up-Tempo-Nummer, die auf Deutsch gesungen wird, aber der Text ist eher mau. Und als gebürtigem Niederrheiner gefällt mir die Vorstellung von in-den-Rhein-pinkelnden Amerikanern nicht besonders. Das anschließende Silver Linig ist wieder ein typischer HOOTERS-Folk-Rocker, aber auch dieser haut mich nicht wirklich vom Hocker. Gelungener finde ich da schon das Joan Osbourne-Cover One Of Us, das ebenso wie das Don Henley-Cover von “Time Stand Still“ das Lied sehr reduziert aber dadurch umso zerbrechlicher, klagender und eindringlicher darbietet. Und wenn man sich schon mal mit fremden Federn schmückt, dann doch richtig und so nehmen sich die HOOTERS noch Time After Time von Cindy Lauper vor und verpassen dem Stück den typischen Band-Sound. Gut, aber auch nicht zwingend notwendig für meinen Geschmack. Das ist eben so ein Stück, das man gerne im Probe-Raum zusammen jamt und das dann auch bei Konzerten ganz gut funktioniert, aber nicht unbedingt aufgenommen werden muss. Ebenso wenig ein „Muss-Stück“ ist dann das abschließende Really Fine Wine, kurz, schmerzlos, unspektakulär.

Also wegen dieser fünf Songs lohnt sich die Anschaffung des Pakets nicht. Wer aber die anderen drei CDs noch nicht im Schrank hat, aber die Musik der fünf Amerikaner trotzdem gerne hört, der kann bedenkenlos zuschlagen. Es ist ja schließlich schon eine Leistung, dreißig Jahre (wenn auch mit einer zehnjährigen schöpferischen Pause) im Geschäft zu sein und zumindest sieben Top-Hits produziert zu haben. Und das darf man dann auch gerne mit einem solchen Paket feiern – auch wenn es eingefleischte Fans wohl nicht brauchen, weil sie die CDs ohnehin schon im Schrank stehen haben werden. Aber es soll ja auch noch Leute wie mich geben, die für ein solches Paket sehr empfänglich sind.

Marc Langels, 15.11.2010

 

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