The Hooters

Both Sides Live

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.04.2009
Jahr: 2009
Stil: Folk Rock Live

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The Hooters Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


The Hooters
Both Sides Live, Hooters Music, 2009
Eric BazilianLead Vocals, Guitars, Mandolins, Harmonica, Banjo
Rob HymanLead Vocals, Keyboards, Accordion, Melodica, MC
John LilleyGuitars, Mandolins, Dobro
Fran Smith, Jr.Bass, Backing Vocals
David UosikkinenDrums, Percussion
Ann Marie CalhounViolin, Backing Vocals (Secret Sessions)
Produziert von: Eric Bazilian & Rob Hyman Länge: 119 Min 00 Sek Medium: CD
CD 1:
THE ELECTRIC FACTORY
01. I'm Alive08. Karla With A K
02. Time Stand Still09. 25 Hours A Day
03. South Ferry Road10. Satellite
04. All You Zombies11. And We Danced
05. The Boys Of Summer12. Day By Day
06. Johnny B13. Free Again
07. Where The Wind May Blow
CD 2:
THE SECRET SESSIONS (Acoustic)
01. Introduction08. The Boys Of Summer
02. 25 Hours A Day09. Day By Day
03. All You Zombies10. Ordinary Lives
04. Time Stand Still11. Karla With A K
05. Johnny B12. I'm Alive
06. Morning Buzz13. And We Danced
07. Satellite

Tja, die Kollegen Braun und Hagner waren im letzten Jahr so vom 'Southern Spirit' des Dickey Betts beflügelt, dass ihnen der folgende Gig der HOOTERS, beim Freiburger ZMF am A... vorbei ging. Is' ja auch schwer, so eine Legende zu toppen. Dabei sind die HOOTERS eigentlich schon eine Art Legende. Kein Radiohörer, der an ihren Songs, selbst heute noch, vorbei kommen könnte.
Ich persönlich habe erst vor wenigen Monaten die Kassette mit ihrem Album "One Way Home" in meinem Regal entdeckt und sie über Wochen ständig im Auto gehört. Vor und zurück und lauthals mitgesungen. Wenn ich allein gefahren bin ...
"One Way Home" ist ein dermaßen starkes Album, voller genialer Melodien, geiler Refrains, großartig instrumentiert und sowohl mit betörenden Folkelementen als auch mit harten E-Gitarren bestückt. Die meisten Bands können nicht mal mit einem 'Best Of' Album mit dieser Scheibe konkurrieren! Das ist jetzt schon über 20 Jahre her und wenn auch zwischenzeitlich noch der ein oder andere Hit gelandet wurde, leben die Typen doch eher von dem Ruhm jener vergangenen Johnny B Tage. Trotzdem, versichern mir Freunde glaubhaft, sind die HOOTERS live immer noch eine fantastische Band, die jedes Publikum mitzureißen versteht.
So war ich durchaus gespannt auf diese Doppel-CD, auf der sich die Band sowohl von ihrer "elektrischen" Seite, wie auch "Akustisch", bei einem live-im-Studio Auftritt, vor geladenem Publikum, zeigt. Ähnliches wurde ja unlängst von NINE BELOW ZERO in Form von "Both Sides Of" veröffentlicht.

Los geht’s mit dem folk-rockigen - was sonst? - I'm Alive. Von Beginn sorgt die Band mit ihrem tollen Mix aus eher folkloristischen Instrumenten und relativ harten, treibenden Gitarren für Stimmung. Dazu kommen die bestens ineinandergreifenden und sich ergänzenden Gesangsstimmen der HOOTERS. Selbst solche eher zum Schwofen verleitenden Songs, wie Time Stands Still haben ihre Ecken und Kanten man hört auch da ganz gern zu.
Aber die Highlights sind natürlich solche Hit-Granaten wie All You Zombies, das schon mit den ersten Tönen Jubelschreie auslöst. Hier lässt sich gut studieren, wie ausgefuchst und dynamisch die Lieder der Band strukturiert sind. Eingänge Melodien paaren sich mit harten Klängen und die Rhythmusabteilung setzt einen, kaum spürbar, immer unter Druck.The Boys Of Summer? Zumal eher getragen und hymnisch gespielt und gesungen? Klar, superb gespielt und gesungen, aber, na ja, wer hat in diesen Zeiten noch ein Feuerzeug einstecken?
Dann schon lieber Johnny B. Das konnte man sich ja jahrelang, ob der Übersättigung, kaum noch anhören, aber mittlerweile krieg ich das doch wieder durch den Höreingang und das keltische Intro hier ist ja auch nicht übel. Und das Gitarrensolo war schon immer geil!
So in Fahrt gekommen geht’s weiter gut ab und natürlich setzt Karla With A K ein weiteres Glanzlicht. Man kann sich buchstäblich vorstellen, wie Menge bereits beim Intro auf- und abwogt. Ich hätte Satellite direkt im Anschluss gebracht, aber 25 Hours A Day kommt ja auch ganz gut. Satellite hat tatsächlich auch nicht ganz die Power, wie ich sie von meiner Kassettenaufnahme kenne.
And We Danced war ein weiterer Früh-Hit der HOOTERS und verfehlt auch hier seine Wirkung nicht, sondern rockt prächtig und dürfte die Besucher schweißnass hinterlassen haben. Ja, da ist eine Menge 80er Jahre Pomp mit drin, aber der Song ist einfach gut.
Die beiden letzten Songs können diese Klasse nicht halten und als 'Rausschmeißer' hätte ich mir was anderes gewünscht als die langsame Ballade Free Again, die sich immerhin aber der Hälfte noch gut steigert. Im Endeffekt trotzdem eine Scheibe, die über die meiste Zeit ordentlich Spaß macht.

Wie sieht das auf akustischer Basis im Studio aus?
Nun, da fehlt naturgemäß etwas der Druck aber die Idee, die Geigerin Ann Marie Calhoun hinzuzunehmen, zahlt sich schon bei All You Zombies aufs Beste aus. Der Charakter des Songs bleibt erhalten, bekommt aber zahlreiche neue Facetten. Muss man vielleicht zweimal hinhören, aber dann macht das richtig Laune.Time Stands Still marschiert in dieser Fassung ganz ordentlich, doch ist es wieder Johnny B welches - im eher roots-folkigen Gewand - aufhorchen lässt. Einiges langsamer gespielt, aber mit einem herrlichen Blues-Country-Touch.
Morning Buzz bringt dann wieder irisch-keltische Einflüsse dazu und stellenweise fühlt man sich an JETHRO TULLs Ian Anderson erinnert.
Durchaus reizvoll die Neuinterpretation von Satellite, vom schmissigen Bar-Piano auf die Country-Schiene gebracht und mit flinken Banjo-Einwürfen verziert. Bei diesem Scheunentänzchen dürfen denn auch Geige und Akustikgitarre ihre Soli in den Ring werfen. Die Power der Originalvorlage geht mir trotzdem mit der Zeit etwas ab ...
In diesem Kontext finde ich The Boys Of Summer dann erträglicher aber ein Fan werde ich hier immer noch nicht. Karla With A K dagegen stachelt schon mehr an. Der letzte Kick fehlt auch hier, zumal in dieser ruhigeren Instrumentierung auch die Stimmen nicht mehr ganz so kraftvoll klingen wie früher. Kann man den Herren nicht verdenken und im Konzert dürfte das niemand stören. Wenn aber die Bilder fehlen, dann hört man halt schon etwas genauer hin.
Bei And We Danced vermisse ich anfangs auch den gewohnten Schub, aber im Verlauf gewöhne ich mich schnell an diese Version und im Endeffekt sing ich doch laut mit: "And we danced, like a wave on the ocean, romanced ..."
Mit ein paar Abstrichen sind THE HOOTERS also immer noch in der Lage einen Abend (oder Tag) in eine höchst vergnügliche Angelegenheit zu verwandeln und das allein mit dieser Doppel-CD. Also sollte bei den Konzerten erst recht richtig was los sein. Momentan lassen die sich ja hierzulande noch ab und an sehen, also sei hiermit die Empfehlung gegeben, beim nächsten Mal sagen zu können: "And we danced"!

Epi Schmidt, 17.04.2009

 

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