The Hoochie Coochie Men

Danger White Men Dancing

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.11.2007
Jahr: 2007
Stil: Blues, Rock
Spiellänge: 60:31
Produzent: Bob Daisley

Links:

The Hoochie Coochie Men Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Danger White Men Dancing, Thompson Music, 2007
The Hoochie Coochie Men:  
Bob Daisley Bass Guitar, Acoustic Bass, Backing Vocals and Harmonica
Tim Gaze All Guitars and Vocals
Rob Grosser Drums and Percussion
Jon Lord Hammond Organ and Piano
Guest Vocals:  
Ian Gillan Tracks 4 & 7
Jeff Duffy Tracks 3 & 11
Jimmy Barnes Tracks 6 & 10
     
1. The Blues Just Got Sadder 8. Danger White Men Dancing
2. Gotta Find Me Some Fire 9. Dead Presidents
3. Twisted System 10. Hoochie Coochie Man
4. Over & Over 11. Bottle O' Wine
5. Let It Go 12. Everybody Want's To Go To Heaven
6. Heart Of Stone 13. Tell Your Story Walkin'
7. It This Ain't The Blues  

Weiße Männer tanzen. Da hätt's des 'Danger'-Zusatzes gar nicht gebraucht und man wäre gewarnt genug gewesen. Wenn jetzt diese Männer schon ihr mittleres Lebensalter überschritten haben und sie beim Tanzen auch noch singen und spielen, dann kann man ja nur den Blues kriegen.
Davon abgesehen, dass auch alternde Rocker irgendwie beschäftigt werden müssen, gibt es durchaus Positives zu vermerken. Den Jon Lord wähnten wir doch vor Jahren schon, nach seinem Ausstieg bei DEEP PURPLE, als hoffnungslos an die Klassik verloren. An Bob Daisley erinnern wir uns ebenfalls äußerst wohlwollend gemeinsam mit den Fans von RAINBOW, Gary Moore und BLACK SABBATH, um nur mal ein paar der Bekanntesten zu nennen. Ach, und Ozzy Osbourne natürlich. Der Sack hatte ja bei der Wiederauflage seiner Solo-CDs einfach die Bass-Spuren von Daisley (sowie das Schlagzeug von Lee Kerslake) gelöscht, bzw. neu einspielen lassen. Das macht man nicht Ozzy!
Uns wiederum wurde ja dadurch das LIVING LOUD Projekt beschert, was auch nicht ganz reizlos ist.
Davor und danach hatte Bob Daisley immer noch Muse sich dem Blues zu widmen. So wurde vor ein paar Jahren schon eine Doppel-Live-CD mit den 'Hoochie Coochie Men' aufgenommen. Damals hieß es noch "Jon Lord (Deep Purple) with the Hoochie Coochie Men", heute sinds "The Hoochie Coochie Men feat. Jon Lord". Der Inhalte bleibt derselbe und besagtes Doppelalbum empfehle ich wärmstens. Allein dem Jon Lord beim Improvisieren über das Lazy-Thema zuzuhören lässt einen dahinschmelzen. Oder wenn er dem alten Klassiker Green Onions neues Leben einpumpt. Oder Purple's When A Blindman Cries das Licht anknipst. Sagenhaft!

Diese Truppe hat sich nun erneut gefunden und ein Studioalbum eingespielt. Neben Lord und Daisley gehören dazu noch der Gitarrist Tim Gaze, der schon bei ROSE TATTOO zeitweilig die Slide-Gitarre spielte und auch schon für Jimmy Barnes tätig war sowie der Drummer Rob Grosser. Mit Ausnahme von Lord allesamt Australier.
Und Lord hat auch die Ehre, das Album einzuleiten. Wäre der Klang nicht so gut, man fühlte sich beim Sound dieser Orgel in die Endsechziger, zu den ersten Purple-Platten versetzt. The Blues Just Got Sadder ist, mit seinem schleppenden Tempo, dann nicht unbedingt der Übersong, was nicht zuletzt an den begrenzten stimmlichen Fähigkeiten von Tim Gaze liegt. Wenn er aber in die Saiten seiner Gitarre langt, dann kommt da schon mehr Leidenschaft und Feuer zum Vorschein. In Gotta Find Me Some Fire macht er das schon Mal sehr deutlich, schön gepusht, von Lords schweren Orgel-Akkorden und Daisleys Bass-Arbeit.
Weil jetzt der Gaze über die Länge dieses Albums vielleicht doch zu eintönig wäre, ist es schön, dass da noch ein paar weitere Herren mit von der Partie sind. Beim funkigen, R&B-mäßigen Twisted System verleiht die australische Rocklegende Jeff Duff seine Stimme und klingt dabei sehr "schwarz". Wäre nicht das "temperierte" Klavier, kämen einem die Harmonien zu Beginn von Over & Over irgendwie bekannt vor.
Einen Moment denkt man noch an Udo Lindenberg, da ertönt Ian Gillans aus den Lautsprechern. Fast eine kleine Reunion, nicht? Und dann klingt es auch noch gut! Sicher, altersgemäß und balladesk, aber der Song hätte zu Recht seinen Platz auf einem der letzten Purple-Alben gehabt und auf jeder Gillan-Soloscheibe sowieso. Stark nach Deep Purple klingt auch das Orgel-Riff, welches Let It Go einleitet. Auch hier sind die Zeiten von Mandrake Root oder Demons Eye längst vorbei und der Boogie-Rhythmus weißt auch in eine andere Richtung, aber hier spielt ja auch eine andere Band und es braucht nicht lange, bis man sich hiervon anstecken lässt.

Ein dritter Sänger taucht auf: der bereits erwähnte Jimmy Barnes. Nicht nur Sänger beim LIVIN' LOUD Projekt sondern auch - und in erster Linie - australisches Rock-Nationaldenkmal. Beim STONES Oldie Heart Of Stone macht der natürlich eine gute (Sanges-) Figur, jedoch bleibt die intensivste Version diese Songs wohl für alle Zeiten Mitch Ryders Konto gutgeschrieben.
Ian Gillan kehrt für This Ain't The Blues ans Mikro zurück. Entgegen dem Titel ist hier der Blues drin. Schwer, kraftvoll, auch melancholisch und mit einem tollen Orgel-Solo. Klasse.
Der Titelsong ist ein Instrumental, bei dem sich die vier Musiker alle mit ihren Stärken einbringen. Tim Gaze tendiert da stellenweise zu seinen Hendrix-Einflüssen und Lord, na ja, was soll man sagen? Wie alter Wein: Nicht gleich in die Birne schießend, aber wundervoll gereift.
Fein swingt die Version von Willie Dixons Dead Presidents, bevor Jimmy Barnes sich das Mikro für Muddy Waters' Hoochie Coochie Man schnappt, wie er das ja auch schon auf dem Live-Album getan hat. Wo es dort mehr Muddy-like gebluest hat, treibt es hier rockiger, mehr im Stil von FREEs The Hunter. Kommt aber beides gut.
Die folgenden drei Nummern halten das Level problemlos und bleiben der Blues-Ausrichtung des Albums treu, wobei man bei den ersten beiden noch mehr im bluesig-jazzigen Bereich bleibt, während Tell Your Story Walkin' den Schritt in den Rock-Sektor macht.
Ein bisschen Faible für die vertretenen Herren sollt man schon mitbringen und adrenalingefüllte Jungspunde kann man woanders hören. Klasse ist hier jedenfalls massiv vertreten. Allerdings halte ich den Erwerb besagten Doppel-Live-Albums für noch zwingender.

Epi Schmidt, 09.11.2007

 

 

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