The Beach Boys

Feel Flows - The Sunflower & Surf's Up Sessions 1969 - 1971

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 30.08.2021
Jahr: 2021
Stil: Rock
Spiellänge: 166:27
Produzent: The Beach Boys / Mark Linett and Alan Boyd (Compilation)

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Plattenfirma: Capitol/Universal Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt

Titel
CD 1 -
01. Slip On Through
02. This Whole World
03. Add Some Music To Your Day
04. Go To Know The Woman
05. Deirdre
06. It's About Time
07. Tears In The Morning
08. All I Wanna Do
09. Forever
10. Our Sweet Love
11. At My Window
12. Cool Cool Water
Bonus Tracks (Previously Unreleased):
13. Loop De Loop
14. San Miguel
15. Susie Cincinnati
16. Good Time
17. Just Got May Pay
18. Two Can Play
19. I'm Goin' Your Way
20. Where Is She
21. Break Away
22. Our Sweet Love
23. This Whole World
24. Soulful Old Man Sunshine
25. All I Wanna Do
26. Back Home
27. When Girls Get Together
28. Cotton Fields (The Cotton Song)
 
29. This Whole World (live 1988)
30. Sunflower Promo 1
CD 2 - Surf's Up (Original Album):
01. Don't Go Near The Water
02. Long Promised Road
03. Take A Load Off Your Feet
04. Disney Girls (1957)
05. Student Demonstration Time
06. Feel Flows
07. Lookin' At Tomorrow (A Welfare Song)
08. A Day In The Life Of A Tree
09. Til I Die
10. Surf's Up
11. It's A New Day
12. Big Sur
13. (Wouldn't It Be Nice To) Live Again
14. 4th Of July
15. Lady (Fallin' In Love)
16. Behold The Night
17. Medley: All My Love / Ecology
18. Sweet And Bitter
19. My Solution
20. Awake
21. Disney Girls (live 1982)
22. Surf's Up (live 1973)
23. You Need A Mess Of Help To Stand Alone
24. Feel Flows
25. Disney Girls
26. Surf's Up Promo
Musiker Instrument
Brian Wilson Vocals, Piano, Organ, Wurlitzer
Dennis Wilson Vocals, Piano, Percussion, Guitar, Drums
Carl Wilson Vocals, Guitars, Bass, Clavinet, Percussion
Mike Love Vocals
Al Jardine Vocals, Guitar
Bruce Johnston Vocals, Guitar, Bass, Piano
various other musicians

Man ordnet die BEACH BOYS gern als 60er Jahre Phänomen ein, welches nach “Pet Sounds“ seine musikalische Bedeutung verloren hatte. In der Tat ist es aber so, dass die Pseudo-Surfer aus Kalifornien (eigentlich war überhaupt nur Dennis Wilson ein Surfer-Boy) ein immerwährendes Phänomen sind, denn auch in vorgerücktem Alter konnten die “Jungs“ California-Flair auf jede Bühne und an jeden Ort zaubern. Wovon ich mich vor fast genau 30 Jahren in der Schweiz persönlich überzeugen lassen musste. Ein Trupp älterer Herren in bunten Hemden ließ den pazifischen Ozean so an Frauenfeld vorbeirauschen, dass sich jede Hüfte im Wellengang wiegte. Okay, die Temperaturen haben damals wirklich dazu gepasst.

 

Natürlich waren es die unsterblichen Hits aus den 60ern die für die Atmosphäre sorgten, aber das Händchen – und die Stimmen! - für Good-Time Pop und Rock hatten sie auch in den frühen 70ern, was aber meist nicht großartig realisiert wird, denn maßgebend waren da andere Band und ein anderer Musikstil. Auf dieser Zusammenstellung wird sich der beiden Alben “Sunflower“ (1970) und “Surf's Up“ (1971) erinnert und diese gleich mit 34 unveröffentlichter Tracks aufgepeppt. Es gibt auch noch ein 5-CD-Boxset mit 133 Songs drauf. Da hört man sogar, wie frühs das Studio aufgesperrt wird. Spaß beiseite, aber das Doppelalbum mit immerhin 56 Songs darf's dann schon sein. Natürlich alles auf aktuellen Stand gebracht und von Mark Linett und Alan Boyd überwacht, die ja bereits für das “SMiLE Session“-Projekt verantwortlich zeichneten.

 

Es gaben damals wohl nicht mehr viele Leute einen Pfifferling auf die Band. Man war inzwischen bei Reprise Records gelandet, wo auch Neil Young seit jeher seine Alben veröffentlicht. Aber mit Hippie-Zeit assoziierte wohl kaum einer die BEACH BOYS und “Sunflower“ verkaufte sich so schlecht, wie kein anderes Album der Band. An der Qualität der Musik hat's wohl nur zum Teil gelegen, wobei mich nicht wundert, dass die einzige Single, das wachsweiche Add Some Music To Your Day gerade mal bis auf Platz 64 der Charts kletterte. Trotz der himmlischen Harmonien ist die Nummer doch äußerst lahm. Da hat der Opener, Dennis Wilsons Slip On Through, deutlich mehr Drive, rockt nahezu und Dennis Lead-Gesang ist genial. This Whole World, gesungen von Carl, ist ein typischer Brian Wilson-Song, der auf jedes Album der Band in den 60ern gepasst hätte. Großer Pop. Aber trotz allem Gold in den Stimmen glänzt nicht jeder Titel. Andererseits.... für einen fröhlich-entspannten Sommertag taugt's allemal.

 

All I Wanna Do klingt wie ein BEATLES/John Lennon-Song, der es nicht auf ein Album geschafft hat, während man Forever fast jedem KINKS-Fan unterjubeln könnte. Lediglich der Strandjungen-Background-Chor führt auf die richtig Spur. Cool Cool Water ist ein Überbleibsel aus den 1967er Sessions und wird hier mit Klangspielereien zu einem kleinen Epos aufgebauscht, welches das Album beschließt. Da gut 50 Songs für das Album geschrieben wurden, wundert es nicht, dass als Bonus etliches kaum Bekanntes zu hören ist. Zu San Miguel kann man hierzulande – mangels Surfwellen - gerne eine Standup-Paddel-Tour machen und anschließend an der Strandbar zu Susie Cincinnati den Beach-Dance zelebrieren. Letztlich hätten die Bonus-Tracks genauso gut das Album sein können. Interessant ist die a Cappella-Version von All I Wanna Do (einzigartige Stimmen!), der “2021 Stereo Mix“ von Cotton Fields (immer noch ein toller Song), die Live-Fassung von This Whole World (von 1988) und der Radio-Promo-Clip zum Album.

 

Surf's Up“ gilt ein Jahr darauf dann, trotz des Titels, als der Abkehr der Band von der Surf-Musik und als ein verhältnismäßig “düsteres“ Album. Gut, das Albumcover war wahrlich nicht mehr angetan, um Kalifornische Mädels zu begeistern. Es heißt auch, die BEACH BOYS wären mit diesem Album erwachsen geworden. Nun, natürlich sind da noch gewisse Trademarks vorhanden, aber bereits Don't Go Near The Water ist nicht so weit von manchem Graham Nash oder Jackson Browne Song entfernt. Ebenso Long Promised Road. Guter Country Rock/Folk, der nur durch die bekannten Gesangs-Harmonien noch an die frühen Platten der Band erinnert. Beachtlicher Weise Carl Wilsons erste Solokomposition und er spielt auch alle Instrumente. Inklusive einem feinen George Harrison-Gedächtnis-Gitarrensolo. Der Ohrwurm Take A Load Off Your Feet klingt im Refrain so dermaßen nach SMOKIE, ich wette jeden Betrag, dass Chris Norman und Kollegen die Nummer sehr gut kannten. Klasse Song, da gibt’s gar nichts. Und Disney Girls (1957), gesungen von Bruce Johnston, eine traumhafte Ballade, wie sie Billy Joel in ähnlicher Form auch bald in seinem Repertoire haben sollte. Dann das rau rockende Student Demonstration Time, das eigentlich ein Neuaufguss des Klassikers Riot In Cell Block No. 9 ist. Macht aber richtig Spaß.

 

Wem Feel Flows bekannt vorkommt, ja, der Namensgeber dieser Kompilation ist auch in dem Film "Almost Famous" zu hören. Leicht psychedelisch angehaucht, passt er perfekt in die Frühsiebziger Rock-Jahre. 'Til I Die gerät vielleicht etwas zu schwülstig, der Titelsong des Albums strahlt aber wieder in bester Brian Wilson-Manier. Auch hier gibt’s sozusagen eine weitere LP dazu, anhand der Songs, die nicht verwendet wurden. Das George Harrison-mäßige It's A New Day eröffnet den Reigen, die Selbst-Reminiszenz (Wouldn't It Be Nice To) Live Again ist ein melancholisches Opus und Sweet And Bitter wäre weder Cat Stevens noch AMERICA schlecht gestanden. Zu den besonderen Highlights gehören die Live-Mitschnitte von Disney Girls von 1982) und Surf's Up (von 1973) , das rock'n'rollige You Need A Mess Of Help To Stand Alone sowie “Backing Vocals Excerpts) von Feel Flows und Disney Girls. Wer also mal mit den BEACH BOYS singen möchte... Am Schluss noch das Radio Promo zum Album und zu ist der Sack voller kleiner Sonnenstrahlen. Wenn der Sommer also wieder so verregnet wird, wie der diesjährige kann man sich daran durchaus etwas wärmen.

 

 

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