Supertramp

Retrospectacle

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 25.11.2005
Jahr: 2005

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Supertramp Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Supertramp
Retrospectacle, A&M Records, 2005
Rick Davies Organ, Piano, Electric Piano, Harmonica, Vocals
Roger Hodgson Guitar, Piano, Bass, Cello, Acoustic Guitar, Vocals
Richard Palmer Electric Guitar, Acoustic Guitar, Balalaika, Vocals (1970 - 1971)
Robet Miller Percussion, Harmonica (1970 - 1971)
Frank Farrell Bass, Piano, Accordion, Harmony Vocals (1971)
Dave Winthrop Flutes, Saxophones, Vocals (1971)
Kevin Currie Percussion (1971)
Dougie Thomson Bass (1973 - 1987)
Bob Siebenberg Drums, Percussion (1973 - 2002)
Mark Hart Vocals, Keyboards, Guitars (1997 - 2002)
Cliff Hugo Bass (1997 - 2002)
Lee Thornburg Trumpet, Trombone, Background Vocals (1997 - 2002)
Carl Verheyen Guitars (1997 - 2002)
Tom Walsh Percussion (1997)
Produziert von: Rick Davies und Bill Levenson Länge: 154 Min 13 Sek Medium: Do-CD
CD 1
1. Surely10. Sister Moonshine
2. Your Poppa Don't Mind11. Ain't Nobody Home
3. Land Ho12. Lady
4. Summer Romance13. Two Of Us
5. School14. Give A Little Bit
6. Bloody Well Right15. Downstream
7. Dreamer16. Even In The Quietes Moments
8. Rudy17. From Now On
9. Crime Of The Century
CD 2
1. Gone Hollywood9. My Kind Of Lady
2. The Logical Song10. Don't Leave Me Now
3. Goodbye Stranger11. Cannonball
4. Breakfast In America12. Free As A Bird
5. Oh Darling13. You Win, I Lose
6. Take The Long Way Home14. Another Man's Woman (Live)
7. You Started Laughing (Live)15. Over You
8. It's Raining Agaiin

Es gibt ein paar Alben, die sind einfach unangreifbar. Da traut sich einfach keiner so richtig drüber zu meckern und nahezu jeder mag sie, oder akzeptiert sie zumindest.
Die "Watch" von MANFRED MANN'S EARTH BAND etwa. Tausendmal gehört und doch von Davy's On The Road Again oder Martha's Madman immer wieder berührt.
Oder die "4" von FOREIGNER. Wenn auch mal über Mick Jones' Gitarrenkünste gelästert wird, wenn's drauf ankommt, will doch jeder ein Juke Box Hero sein und sein Nighlife mit Luanne verbringen.

Tja, und in diese Kategorie gehört auch "Breakfast In America" von SUPERTRAMP. Klarer Fall, dass von der Scheibe die meisten Songs auf der ersten die komplette Karriere umfassenden Compilation der Band, "Retrospectacle", zu finden sind. Mit diesem Album war die englische Band unbestreitbar auf ihrem Höhepunkt angekommen. Man schrieb das Jahr 1979.
Angefangen hatte es 1970, als der Keyboarder Rick Davies - schon ein paar Jahre in leidlich professionellen Bands unterwegs - per Annonce im 'Melody Maker' auf Roger Hodgson stieß und eines der erfolgreichsten Songschreiberduos geboren war.
Dass ihr damaliger Gitarrist, Richard Palmer, den Vorschlag brachte, den blödsinnigen Namen 'Daddy' in SUPERTRAMP zu ändern (nach dem Buch 'The Autobiography Of A Super-Tramp' von W.H.Davies) nützte ihm nichts: Nach dem Debütalbum "Supertramp" nahm sich Roger Hodgson der Gitarren an und Richard Palmer nahm seinen Hut.
Von jenem ersten Album ist auf diesem Sampler der Titel Surely enthalten, in dem man noch reichlich ELTON JOHN Einflüsse entdeckt. Nun ja, jener hatte nicht lange zuvor auf einer Single von Roger Hodgson Piano gespielt.

Mit am interessantesten am zweiten Album, "Indelibly Stamped", war das 'Tattoo'-Cover und am mitreißendsten ein schnurgerader QUO-Boogie, mit einem leicht jazzigen Mittelteil. Spätere Fans würde hinter diesem rollenden Boogie niemals SUPERTRAMP vermuten.
Mit John Helliwell stieß 1973 das dritte wichtige Glied zur Band und brachte sein prägendes Saxophonspiel mit ein.
Die Single Land Ho, mit ihrer B-Seite Summer Romance, - in ihrer 1975 remixten Version - ist hier erstmals enthalten. Die A-Seite offenbart schon den typischen SUPERTRAMP Stil und Hodgson's fast femininen Gesang, während die B-Seite eher den R&B-Einfluss und leicht rauen Gesang von Rick Davies präsentiert und natürlich die 'Kanne' von Helliwell vorstellt.
Die Hinzunahme von Produzent Ken Scott für "Crime Of The Century" trug schnell Früchte und die klagende Mundharmonika zu Beginn von School kann auch als Fanfare für den anstehenden Aufstieg der Band interpretiert werden. Der Song hat auch heute nichts von seiner Faszination verloren und ist ein Musterbeispiel für Dynamik.

Die Kombination aus Art-Rock und Pop in Titeln wie Bloody Well Right bekam wohl kaum ein Band so gut hin wie SUPERTRAMP, auch wenn Rick Davies die musikalischen Fähigkeiten der Band im Booklet gar nicht so hoch einschätzt.
Dreamer hat für mich immer noch etwas Kinderliedhaftes, aber ein Ohrwurm ist und bleibt es.
Zu jener Zeit traf die Band die, zweifellos mutige, Entscheidung nur noch als Hauptact aufzutreten. Ein Show wurde ausgearbeitet und dazu passte auch das 'Konzeptalbum' "Crime Of The Century".
Die Strategie ging auf, das Album schaffte es bis auf Platz 4 der englischen Charts und der Schritt nach Amerika wurde gewagt.

Die Probleme, neues Material für das Nachfolgealbum zusammen zukriegen, inspirierte dessen Titel: "Crisis? What Crisis?"
Trotzdem finden sich, u.a. mit Sister Moonshine (erinnert an akustische Led Zeppelin mit Pop-Appeal) eindrucksvolle Songs auf dieser Veröffentlichung. Auch die früh getroffene Entscheidung mit zwei Leadsängern zahlte sich aus: Hodgson eher folk-rockig und Davies öfter bombastisch, wie bei Ain't Nobody but Me.
Die Mitsing-Hitsingle folgte mit dem 1977er Album "Even In The Quietest Moments" und dem Lied Give A Little Bit. Ein Evergreen war geschaffen und deutlich amerikanisch gefärbte Titel wie Downstream - man denkt da leicht an BILLY JOEL - und das verträumte From Now On halfen mit, der Gruppe die erste Goldene Schalplatte zu verschaffen.

Dann kam 1979 und das Über-Album "Breakfast In America". Allein in den Staaten blieb die Platte vier Wochen an der Spitze der Charts und weltweit wurden 18 Millionen Exemplare verkauft: Der kommerzielle Durchbruch war geschafft.
Da passte aber auch alles. Die Songs waren poppig und hatten dennoch ihre anspruchsvollen Momente, hatten die richtige Länge (oder vielmehr Kürze) um im Radio gespielt zu werden und trafen irgendwie genau den Zeitgeist. The Logical Song, Goodbye Stranger, Breakfast In Amercia... der Sound des Sommers von 1979.

Was sollte man dem hinterher setzen? Die beste Lösung war wohl die Live-Platte "Paris", die mit You Started Laughing auch einen neuen Song enthielt. Ein typischer Rick Davies Titel mit R&B und Jazzanleihen und leichten Bombastzügen.
Nochmal schlug die Hitmaschine 1982 zu und fabrizierte mit It's Raining Again einen weiteren Smash-Hit und das zugehörige Album mit dem programmatischen Titel "Famous Last Words" (anschließend verliess Roger Hodgson die Band). Allerdings konnte weder mit My Kind Of Lady noch mit It's Raining Again qualitätsmäßig an "Breakfast In America" herangereicht werden.
Der Zenit war überschritten und die Zeiten hatten sich geändert, außerdem fehlte Davies offensichtlich der Partner.
Cannonball kommt in seiner über siebenminütigen Spielzeit nicht so recht aus den Startblöcken und klingt zudem, mit seinem Drum-Machine-Groove, irgendwie künstlich.

Es ist bezeichnend, dass von allen folgenden Alben nur jeweils ein Song vertreten ist. Free As A Bird, von 1987, geht wieder in die Billy Joel Richtung und dann waren zunächst 10 Jahre Pause.
1997 kam die Band, weiterhin ohne Rodger Hodgson, zurück und You Win, I Lose kann sogar an das Material aus den 70ern anknüpfen. Die neue Formation, u.a. mit Carl Verheyen an der Gitarre, brachte 1999 das Live-Album "It Was The Best Of Times" heraus und daraus gibt's hier die Nummer Another Man's Woman, welche ursprünglich von "Crisis? What Crisis" stammt. Tja, was soll man sagen? Gar nicht mal übel und über neun Minuten spannend.
Vom 2002er Album "Slow Motion" folgt dann noch Over You, das dem Albumtitel entspricht. Nett anzuhören und ein schöner Schieber beim Tanzen, aber ansonsten eher lahm und reizlos.
Jedenfalls kann man sich mit "Retrospectacle" einen schönen Über- und Einblick in das Schaffen dieser Band vermitteln und hat hier wohl alles versammelt, was man von SUPERTRAMP unbedingt braucht.

Epi Schmidt, 25.11.2005

 

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