Sugar Mountain

In The Raw

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 25.03.2009
Jahr: 2006
Stil: Roots Rock′n′Roll

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Sugar Mountain
In The Raw, Brewery Records, 2006
Javier RuanoGuitar, 5-String Electric Guitar, Lead Vocals, Backing Vocals
Yago CarrenoGuitar, Backing Vocals
Rubén ÁlvarezBass
José SalgadoDrums
Isaac CamposPiano, Organ, Rhodes
Nestor BusquetsPercussion
Eric AmbelGuitar, Acoustic Guitar, Harmony Vocals
Produziert von: Eric "Roscoe" Ambel Länge: 41 Min 21 Sek Medium: CD
01. Not Your Business07. Queen Of The Blues
02. Foolish Game08. You Can't Hide
03. Back On Track09. Black Cat Woman
04. Good Thing's Gone10. 1964
05. Downhearted Girl11. Running Around
06. Let It Shine12. Picture Book (Bonus Track)

Dass Spanien sich mal zum Rock'n'Roll-Traumland entwickeln könnte, war womöglich nicht so völlig offenkundig, aber irgendwann mussten sich die Horden von Englishmen On Holiday doch mal auswirken und so kündigen die Schweden von den DIAMOND DOGS die Aufnahmen für ihr kommendes Live-Album exklusiv in Land von Don Quichote und Sancho Pansa an. Und wo sich solche Rock'n'Roll-Junkies so wohl fühlen, da bildet sich naturgemäß auch der Boden für eigene Gewächse, wovon sich Dan Baird selbst überzeugen konnte. Mit der Produktion der SUGAR MOUNTAIN CD "Hand Crafted Tunes" lag er da bei mir genau richtig.
Die Typen um Bandleader Javier Ruano sind kurz davor für ihr nächstes Album ins Studio zu gehen, sodass ein Blick auf das zwischenzeitlich erschienene "In The Raw" angebracht ist.
An den Reglern saß diesmal die "Roots-Rock"-und Produzentenlegende Eric "Roscoe" Ambel, der schon u.a. die BOTTLE ROCKETS mit dem richtigen dirty Sound ausstattete und natürlich Bairds Kumpel bei den YAYHOOS ist/war. Da erwartet man nix anderes, als die kreuz und quer schrubbenden Gitarren, im Stile der STONES, die Not Your Business dominieren. Nichts um drüber nachzudenken, sondern ausschließlich für Bauch und Beine bestimmt und die Party in Gang zu bringen.
Das trifft natürlich prinzipiell auf den Rest des Albums auch zu. Foolish Game klingt neben den erwähnten Bands stark nach Ex-Gunnie Izzy Stradlin - schön offen gedroschene Akkorde, mit dem Quäntchen Dreck unter den Saiten, und eine dezent im Hintergrund agierende Orgel.

Bei so viel purem Roots- und Rock'n'Roll-Feeling kann sich Herr Ambel auch nicht mehr lange zurückhalten und greift schon beim dritten Lied mit in die Saiten, wovon er sich weiterhin kaum mehr verdrängen lässt. Back On Track könnte problemlos auch einem GEORGIA SATELLITES-Album entsprungen sein. Country in Spananien? Aber sicher! Im Lande der Spaghetti-Western hoppelt so eine beschwingte Nummer wie Good Things Gone erst recht gut dahin. Wer hier die B-Bender Gitarre spielt, braucht kaum erörtert zu werden, oder? Dazu spielt David Vázquez ein authentisches Saloon-Piano.
Ruanos Gesang ist jetzt nicht der Inbegriff vom Rock-Shouter, aber das fehlende Volumen macht er mit Charme und Witz wett und bei eher locker dahinschlendernden Titeln - mit schöner Kirmesorgel - wie Downhearted Girl zeigt sich, wie gut er einen Ohrwurm kreieren kann. Auf der anderen Seite fühlt er sich auch in einer Up-Beat Nummer wie Let It Shine pudelwohl und sorgt dafür, dass sich der Hörer auch so fühlt. Die richtige Mischung zwischen FACES und STONES - wenn es so was gibt.
Ja, wenn, dann haben diese beiden - zusammen mit ein paar Kumpels - in den 70ern sicher die Queen Of The Blues gekrönt und diesen Song dann Dan Baird und Konsorten vererbt.

You Can't Hide - ja, wehr wollte sich vor so schmuckem Country-Rock auch verstecken? Kein Gram Parsons und ich auch nicht.
Höchstens um die Black Cat Woman bei diesem rauen Boogie aufzulauern und mit ihr durch die Wüste zu rocken.
Und richtig ausgelassen wird es, wenn Javier Ruano klar macht: "I know we are not in 1964, but sometimes I pretend so" um schließlich aufzurufen: "Free your mind", wozu man sich zu diesem hypnotischen Groove gern verlocken lässt. Trotzdem klingt das für mich eher nach den 70er Jahren. Der vermeintliche Schluss-Track, Running Around, führt dann erstmals aufs Akustikgitarren-Parkett. Erinnert mich in seinem dynamischen Aufbau stark an Brian Henneman und seine, bereits genannten, BOTTLE ROCKETS.
Als "Bonus Track" gibt’s dann wieder was rockiges, voller dahergedroschener Akkorde, twangender Gitarren, und straightem Rhythmus, zu dem sich umgehend einpendelt und der mich wieder an die DIAMOND DOGS erinnert, die ich, ebenso wie SUGAR MOUNTAIN, gerne in diesem Jahr noch live sehen möchte. Bitte!

Epi Schmidt, 23.03.2009

 

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