Sugar Mountain

Hand Crafted Tunes

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.01.2005
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Sugar Mountain
Hand Crafted Tunes, Good Sounds Music, 2004
Javier Ruano Guitar, Vocals
Yago Carreño Guitar
José Salgado Drums
Rubén Álvarez Bass
Isaac Campos Hammond, Piano
Nestor Busquets Percussion
Produziert von: Dan Baird Länge: 46 Min 18 Sek Medium: CD
1. Blame Me8. Sorry When I'm Gone
2. Lowdown9. Soul Window
3. Hippie Girl10. Just One Day
4. Get High11. 11 Give Me
5. Back From The Ground12. My Marilyn
6. Drive My Car13. Hippie (On The Porch)
7. Crazy Mama

Und schon wieder war ich dem Herrn Dan Baird auf den Fersen. Unlängst führte mich die Verfolgungsjagd ja in die Arme der wundervollen Mary McBride und diesmal führt die Spur nach Spanien. Nicht umsonst tummeln sich einige meiner Lieblingsrocker bevorzugt in diesem Land. Da mag das Wetter auch mitspielen, aber die Begeisterungsfähigkeit der Bewohner für ungeschminkten Geradeaus-Rock'n'Roll dürfte nicht weniger wiegen.
Da konnte es nicht lange dauern, bis sich ein paar Senors zu einer Band zusammenschließen und ordentlich Power machen.
So geschehen im Sommer 1999 - und seit jenen Tagen waren SUGAR MOUNTAIN u.a. mit den DIAMOND DOGS und, natürlich, Dan Baird und seinen Freunden unterwegs.
Letzterer wurde Freund und, fast schon obligatorisch, auch der Produzent dieser ersten CD von SUGAR MOUNTAIN - wie "Hand Crafted Tunes" klingt, dürfte jetzt schon jedem klar sein: Straighter, crunchy, Rock'n'Roll mit Fun-Garantie!

Die twangende Gitarre in Blame Me könnte von Dan selbst stammen, der Gesang hat jede Menge Ähnlichkeit mit Ken McMahan, Hammond bzw. Piano kommen McLagan-like, die Lead-Gitarre wie von Richards (Rick, nicht Keith!) und samt Backgroundsängerinnen klingt alles wie die DIAMOND DOGS. Nach vier Minuten haben diese Typen mich schon in der Tasche und falls keine Balladenflut folgen sollte, können sie den Knopf auch zumachen.
Keine Sorge, die ersten Akkorde von Lowdown müssen von Richards (jetzt doch: Keith) gesampelt sein. Fing nicht How I Wish (vom ersten Soloalbum) so an? Nahe dran und dazu klingt Sänger Javier Ruano, als wolle er Jagger seinen Platz streitig machen. Gott, einen solchen Song wenn die STONES noch mal schreiben würden! Aber was soll's, dafür gibt es jetzt solche Bands hier und die rocken richtig cool und geil ab.
Beim nächsten Song, Hippie Girl, mischt sich wieder etwas SATELLITES-Country-Rock in den Stil und eine raue Slide a la Ron Wood zu FACES-Zeiten jault über diesem Good-Time-Rock.
Etwas mehr Gas wird bei Get High gegeben, der Country-Rock-Fun-Faktor bleibt erhalten. Wie klasse, furztrocken und direkt die Gitarren bei Bairds Produktionen klingen, kennt man bereits und wie gut sich das mit einem mehr STONES-mäßigen Stil ergänzt, kann man sich hier reinziehen.
Ohne Ballade geht kaum was, aber richtig gemächlich können diese Jungs sowieso nicht, und daher grenzt Back From The Ground auch eher an Midtempo, die akustischen Gitarren werden auch gern mal von ein paar heftigeren E-Gitarren angetrieben. Knochentrocken wird der Song immer rockiger, dass man direkt an ganz frühe AC/DC denken muß. Die Kurve zurück zu "the ground" wird aber geschafft.
Die folgende Einleitungsmelodie kennt man doch auch..., die nimmt dann einen anderen Weg, aber bei den Vocals wird's klar: Drive My Car! Das hat sonst nicht mehr viel vom BEATLES-Original, sondern rockt einfach geradeaus, wie es ähnlich die INMATES auf ihrem Live-Album "Meet The Beatles" gemacht haben. Eine "dreckige" Slidegitarre, klimperndes Piano und keinen Deut geschert um den Gesang der Fab Four. Klasse. Beeb-beeb, yeah!
Die Crazy Mama stürmt dann wieder in bester STONES-Riff-Manier (hat nix mit deren Titel zu tun) los und nimmt keine große Rücksicht auf Schönheit oder Eleganz - rocken muß es!
Sorry When I'm Gone könnte direkt vom letzten Album der DUSTERS stammen, vor allem weil Javier wieder sehr nach Ken klingt und die Gitarren so wunderbar "dusty" sind. Der Refrain ist ein absoluter Ohrwurm und gehört, meiner Meinung nach, in einen straighteren Song, ohne die ruhigen Breaks. Würde von Null unter die Top Ten meiner Lieblingssongs schießen.
Hinter einem Soul Window vermutet man schon eine Ballade. Hier mit deutlichem Country-Blues-Charakter und "Sticky Fingers"-Feeling. Muß ich da noch auf die Slide-Gitarre hinweisen?
Einen kleinen Bar-Boogie gefällig? Dann ist Just One Day mit seinem "Pianogeklimper" der Song für Euch. Nach 'ner Minute steigt allerdings der Rest der Band ein und mündet über einen funky Groove in einen One-Way-Boogie der unwiderstehlichen Art. Dabei fällt mir noch eine Band dieses Schlages ein: Die RED DOGS. Sagt den meisten von Euch nichts, aber das ist die frühere Band von Paul Guerin, dem aktuellen Rhythmusgitarristen der QUIREBOYS und die (Red Dogs) klangen sehr ähnlich.
"How can you be so horny?" fragt Javier in Give Me, aber wem könnte es bei dieser Musik auch anders gehen? Und wenn da zwischendurch mal das Start Me Up-Riff geklaut wird, grinst man sich kurz eins und geht wieder in die leicht kniegebeugte Rock'n'Roll Ausgangsposition zurück und drischt die Riffs mit.
My Marilyn klingt dann etwas mehr nach britischem R&B a la DR. FEELGOOD, was natürlich dem Fortgang der Party nur entgegenkommt. Mit dem abschließenden Hippie (On The Porch) klingt jene Party stilgemäß mit einer schmissigen Country-Ballade aus. Da twangen und sliden die Gitarren noch mal um die Wette und Gram Parsons wäre stolz, würden manche seiner damaligen Gefährten heute noch solche Musik machen.

Der erste Eindruck hat nicht getäuscht: Ein klasse Scheibe, die richtig Spaß macht, sofern man auf STONES, FACES, GEORGIA SATELLITES, die DIAMOND DOGS und Konsorten steht und ein Ausrufezeichen dahinter macht, wenn Javier sagt: "Yeah, maybe this stuff is out of style but, you know... we couldn't care less about that".
Ich mach eins: !

Epi Schmidt, 19.01.2005

 

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