Dream Theater

Periphery

Stuttgart, Liederhalle, 15.02.2012

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 01.03.2012
Stil: Porgressive Metal

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Dream Theater Homepage



Redakteur(e):

Martin Schneider


Dream Theater, Periphery,
Stuttgart, Liederhalle, 15.02.2012

Begeisterung, moderater Gefälligkeitsapplaus, Sprachlosigkeit… PERIPHERY ernten die gesamte Bandbreite an möglichen Publikumsreaktionen. Der Sechser aus Maryland prügelt sich durch ein kurzes, intensives aber auch anstrengendes Set. Mike Portnoy hätte an der Mischung aus Modern Metal, Metalcore und vertrackten Songstrukturen sicher seine helle Freude gehabt.

Technisch geht die Chose für meinen Geschmack in Ordnung, aber die Kompositionen wirken zu chaotisch um beim ersten Hören einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Lediglich ein ruhigeres Stück - ‚ruhig' ist in dem Fall relativ - deutet an, dass PERIPHERY durchaus in der Lage sind zugänglichere Stücke zu kreieren, wenn sie denn nur wollen.

Die Jungs sind engagiert, spielfreudig und toben ausgelassen vor ihrem überdimensionierten Backdrop auf dem schmalen Bühnenstreifen herum, den ihnen die Stars des Abends generös zur Verfügung stellen. Wenn PERIPHERY irgendwann einmal halb so groß werden wie ihr Banner, dann haben sie schon viel erreicht.

PERIPHERY-Fotostrecke

DREAM THEATER spielen einige Ligen höher und zaubern eine beeindruckende Show auf die Bühnenbretter. Zu den Klängen von Hans Zimmers oscarnominierter "Inception"-Filmmusik Dream Is Collapsing flimmern Zeichentricksequenzen auf den drei über der Bühne angebrachten Leinwänden, die auf die Show einstimmen. Unter frenetischem Jubel eröffnet das Traumtheater den letzten Abend der "A Dramatic Tour Of Events" auf deutschem Boden mit Bridges In The Sky vom aktuellen Album um gleich darauf mit 6:00 von "Awake" tief in die eigene Historie einzutauchen.

Während die Setlist der Sommerfestivals 2011 peinlich genau darauf achtete, dass jedes Album der Bandgeschichte mit wenigstens einem Song repräsentiert wird, trägt die Band nun der Klasse der jüngsten Scheibe Rechnung und stellt sie mit sechs Stücken verdientermaßen in den Mittelpunkt. Durchs Raster fällt vor allem die Phase des Pornoyschen Wahnsinns möglichst extremmetallisch vor sich hin zu frickeln ab "Train Of Thoughts" und doch macht sich bei The Root Of Evil Erleichterung breit.

Die Band tourt aktuell mit zwei unterschiedlichen Sets und Stuttgart kommt nach meinem Dafürhalten in den Genuss des Stärkeren. Der erwähnte "Octavarium"-Track ersetzt The Dark Eternal Night, statt As I Am gibt es als Zugabe Pull Me Under und der zu Beginn der zweiten Konzerthälfte angesiedelte Akustikset umfasst The Silent Man und Beneath The Surface anstelle von Wait For Sleep und Far From Heaven. Perfekt!

Wo vor Jahresfrist noch fünf Individualisten nebeneinander agierten herrscht auffällige Harmonie. Entspannt post LaBrie mit Petrucci. Myung tänzelt um Rudess und dessen drehbares Keyboard. Vor allem Fronter James LaBrie füllt seine Rolle mit neuem Leben und bezieht seine Mitstreiter immer wieder in sein Stageacting ein und beschert ihnen so exponierte Aufmerksamkeit.

Neuzugang Mike Mangini hat seinen großen Moment mit einem ausgedehnten und durchaus unterhaltsamen Schlagzeugsolo, das nur unwesentlich zu lang ausfällt. Spätestens damit überzeugt der von Allüren freie Teamplayer die letzten Zweifler.

Es ist eine Demonstration der Stärke und eines gelungenen Spagats zwischen technischer Brillanz und kompositorischer Güte. Besonders stimmig wirkt das Zusammenspiel zwischen ganz alt und ganz neu. Allen voran On The Backs Of Angels und Breaking All Illusions vertragen sich bestens mit Klassikern wie The Spirit Carries On, Surrounded oder A Fortune In Lies. Das Geheimnis liegt in der Betonung ergreifender Melodien. So verwundert es nicht weiter, dass sich gerade der akustische Teil zum heimlichen, wenngleich nicht ganz so extravaganten Höhepunkt des Abends mausert.

Das lieblos herunter gebolzte The Test That Stumped Them All wirkt wie eine bewusste Provokation, als wolle die Band ihre orientierungslose Schwächephase in Erinnerung rufen. Es ist die willkommene Gelegenheit um die Getränkestände im Foyer aufzusuchen, ohne nach der Rückkehr das Gefühl zu haben etwas Entscheidendes verpasst zu haben.

Auch optisch gibt es vom Fünfer eine amtliche Vollbedienung, ohne dass es zur überzogenen Materialschlacht ausartet. Die Lightshow ist ordentlich, aber dezent um nicht die Wirkung der drei im Dauereinsatz befindlichen Leinwände zu beeinträchtigen. Stimmungsvolle Filmsequenzen untermalen im Wechsel mit Nahaufnahmen der Protagonisten die Stücke und schaffen ständig neue visuelle Reize.

Die fast exakt 120 Minuten vergehen wie im Fluge. Pull Me Under, der ‚greatest hit', setzt ein mächtiges Ausrufezeichen hinter ‚15 other pretty cool songs' und beschließt einen Abend, der einfach Spaß gemacht hat.

DREAM THEATER-Fotostrecke

Martin Schneider, 15.02.2012

 

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