Stratovarius Visions Of Europe - Live (Reissue 2016), earMusic, 2016 |
Timo Kotipelto | Gesang | |||
Timo Tolkki | Gitarre | |||
Jari Kainulainen | Bass | |||
Jens Johansson | Keybords | |||
Jörg Michael | Schlagzeug | |||
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CD 1: | CD 2: | |||
01. Intro | 01. Visions | |||
02. Forever Free | 02. Will The Sun Rise? | |||
03. Kiss Of Judas | 03. Forever | |||
04. Father Time | 04. Black Diamond | |||
05. Distant Skies | 05. Against The Wind | |||
06. Season Of Change | 06. Paradise | |||
07. Speed Of Light | 07. Legions | |||
08. Twilight Symphony | ||||
09. Holy Solos | ||||
Wenn man heute an STRATOVARIUS denkt, dann kann man sich kaum vorstellen, dass die im Jahr 1984 gegründete Band in ihren Anfangstagen musikalisch vor allen Dingen von BLACK SABBATH und Ozzy Osbourne beeinflusst waren. Erst mit dem Einstieg von Gitarrist Timo Tolkki 1987 wandelte sich das akustische Erscheinungsbild in Richtung des klassisch beeinflussten melodischen Metal, der die Band auch heute noch auszeichnet. Aber der richtige Durchbruch gelang erst, als Mitte der 90er Jahre Sänger Timo Kotipelto zur Band stieß. In den dann folgenden Jahren erschienen einige der wichtigsten Studio-Alben der Band, wie “Fourth Dimension“, “Episode“, “Visions“ oder auch “Destiny“. Wie stark die Band aber war zeigte sich am besten auf der Bühne, wie zum Beispiel bei dem Live-Mitschnitt “Visions Of Europe - Live“.
Mitgeschnitten wurden dafür zwei Konzerte der Band in Italien (Mailand) beziehungsweise Griechenland (Athen). Dabei feiert das Publikum seine Helden und die musikalische Darbietung frenetisch ab, noch bevor die Band die Bühne betreten hat. Und was dann folgt sind knapp 100 Minuten feinster melodischer Metal. Dabei reiht sich ein Klassiker der Band an den nächsten, denn Songs wie Forever Free, Kiss Of Judas, Father Time, Distant Skies, Speed Of Light, Forever, Black Diamond sowie Legions sind protypischer STRATOVARIUS-Stoff. Die Band präsentierte sich auf der Tournee auch in exzellenter Spiellaune, was unter anderem die Holy Solos beweisen, bei denen Tolkki und Johansson sich spieltechnisch gegenseitig übertreffen – und bei einigen Zuschauern sicherlich für einige sperrangelweite Münder gesorgt haben.
Die Produktion der Scheibe fängt die Stimmung auf und vor der Bühne prima ein. Der Band-Sound erscheint wirklich nahezu unbearbeitet zu sein, so wurden auch kleinere Verspieler oder Unsauberkeiten einfach draufgelassen, dem Hörgenuss tut das keinen Abbruch eher im Gegenteil, denn wenn eine Band zu sauber und poliert klingt, dann leidet doch das „Live-Feeling“ darunter – und das ist hier definitiv gegeben. Denn auf der anderen Seite kann man die Fans auch in den leiseren Momenten extrem lautstark vernehmen, was ebenso dazu beiträgt, dass man gefühlt live dabei war.
“Visions Of Europe - Live“ ist ein rundum phantastisches Live-Dokument, das die Stimmung eines STRATOVARIUS Gigs wirklich ungeschönt ins heimische Wohnzimmer transportiert. Die Band war – zumindest klanglich - noch eine verschworene Gemeinschaft und strotzte wie schon angedeutet nur so vor Spielfreude. Zudem lässt die Setlist kaum Wünsche offen und macht dieses Doppel-Album zu einem Fest des melodischen Metal und einem „must have“ für alle Fans der Band. Und wer sich bisher nicht dazu zählte, der könnte nach dem Genuss dieses Werks dazu werden.