Stone Temple Pilots

Perdida

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.01.2020
Jahr: 2020
Stil: Alternative
Spiellänge: 45:33
Produzent: Stone Temple Pilots

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Plattenfirma: Warner Music

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Scott Weiland

Titel
01. Fare Thee Well
02. Three Wishes
03. Perdida
04. I Didn’t Know The Time
05. Years
 
06. She’s My Queen
07. Miles Away
08. You Found Yourself While Losing Your Heart
09. I Once Sat At Your Table
10. Sunburst
Musiker Instrument
Jeff Gutt Gesang
Dean DeLeo Gitarre
Robert DeLeo Bass
Eric Kretz Schlagzeug

Es ist gar nicht so einfach, sich etwas Neues einfallen zu lassen, insbesondere wenn man am achten Album in einer sehr erfolgreichen und einflussreichen Karriere arbeitet. Vor dieser Herausforderung fanden sich allerdings die Alternative Rock-Legenden von den STONE TEMPLE PILOTS als sie sich an die Aufgabe machten, das neue Werk mit dem Namen “Perdida“ zu komponieren und einzuspielen. Dabei herausgekommen ist aber dann doch etwas erfrischend Neues, denn es handelt sich um ein rein akustisches Werk – etwas, was die Band um die Brüder Dean und Robert DeLeo (Gitarre und Bass) bislang in rund 30 Jahren Band-Geschichte (mit Pausen) noch nicht gewagt hatten.

(Foto: PR BROWN)

Nun aber war die Zeit dafür offenbar reif. Zusammen mit Schlagzeuger Eric Kretz und Sänger Jeff Gutt, für den “Perdida“ das zweite Werk als STP-Frontmann nach dem unbetitelten Album vor zwei Jahren ist, gingen sie dieses Soundabenteuer an. Dabei war aus vergangenen Sessions – unter anderem für MTV - schon klar, dass die kompositorische Herangehensweise der Band sehr gut im rein akustischen Gewand funktioniert. Und auch einzelne Kompositionen wie etwa Creep vom Debüt-Album “Core“ und auch andere Lieder in der STP-Geschichte waren ja schon akustisch gehalten. Wieso also nicht einmal ein komplettes Album?

Die kompositorische Herangehensweise und den Einsatz von solch auf einem STONE TEMPLE PILOTS-Album ungewohnten Instrumenten wie Flöte, Altsaxophon, Vintage-Keyboards, eines Guitarrón und eines Marxophons (eine Art Zither), beschreibt Robert DeLeo als eine ebenso musikalische wie emotionale Reise: „Ich habe es immer geliebt, wie verschiedene Instrumente einen Song auf ganz unerwartete Weise akzentuieren können. Es machte zudem große Freude, mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten, denn es gab uns die seltene Gelegenheit, unsere Songs mit den Ohren Anderer zu hören.“

Dabei sind einige Songs herausgekommen, die es genau in dieser Forma auch schon auf den anderen Alben der Band hätte geben können, so wie etwa Three Wishes, der hervorragend auf das Album “No 4“ von 1999 gepasst hätte. Dabei beweist zudem Gutt erneut, wie hervorragend seine Stimme zur Musik von STONE TEMPLE PILOTS passt. Er hat eine ähnliche Stimmlage und Umfang wie sein Vorgänger Scott Weiland, allerdings ohne diesen leicht morbiden Unterton in der Stimme. Dennoch kann er diese gefühlvollen Kompositionen wie etwa den Titeltrack oder I Didn‘t Know The Time zu gefühlt ganz typischen STP-Nummern machen.

Das Themen, die in den zehn Stücken auf “Perdida“ behandelt werden, sind sehr persönlich und introspektiv. Dean DeLeo erklärt, dass der Titel des Albums (spanisch für „Verlust“) die düstere Atmosphäre des Albums ausdrückt: „Du musst es durchleben, um es schreiben zu können, und dieses Album ist eine Reflektion darüber, wo wir in der letzten Zeit standen.“ Und Gutt betont, dass die emotionale Aufrichtigkeit des Albums ihn dazu gebracht hat, seine Texte auf den Punkt zu bringen: „Ich musste mich selbst verwundbar machen, um die Texte zu schreiben, so wie Dean und Robert es taten, als sie die Musik schrieben.“ Die Ausrichtung der Lyrics passt ganz hervorragend zu der unerwarteten und sparsamen Instrumentierung der Songs.

Dabei ist es einfach faszinierend zu hören, wie ungemein passend eben das Flöten-Solo am Ende von I Didn‘t Know The Time oder bei She‘s My Queen das abschließende Saxophon-Solo bei Years wirken. Schon nach dem ersten Hören kann man sich die Lieder gar nicht mehr ohne die Passagen vorstellen, so harmonisch fügen sie sich in das Klangbild der Songs ein.  Aber es gibt natürlich auch Stücke, die ganz ungewöhnlich für eine STONE TEMPLE PILOTS-Nummer klingen. So zum Beispiel der Opener Fare Thee Well, der einen leichten Country-Touch mitbringt. Auch das fast wie ein Walzer im 3/4-Takt gehaltene Miles Away (ohne Verbindung zur gleichnamigen WINGER-Ballade) wirkt ungewöhnlich, passt aber gut in den Kontext des Albums und lockert dessen Flow etwas auf. Mein persönliches Highlight ist dagegen der mit Abstand längste Titel des Albums, nämlich You Found Yourself While Losing Your Heart. Eine ganz wunderbar gefühlvolle Ballade mit einem feinen Gitarren-Solo von Dean DeLeo.

Auf “Perdida“ laden die STONE TEMPLE PILOTS die Hörer auf eine im höchsten Maße emotionale und (nicht nur musikalisch) aufregende Reise ein, bei der es darum geht, loszulassen und neu anzufangen. Das Album zeigt eine Seite der Band, von der die Fans immer wussten, dass sie da ist, die aber in dieser Konsequenz bisher so noch nicht ausgelebt wurde. Aber die STONE TEMPLE PILOTS waren schon immer eine Band, die bereit war, Risiken einzugehen und ihre künstlerischen Vorstellungen konsequent und ohne Rücksicht auf Widerstände und Vorbehalte von anderer Seite durchzusetzen. Und wenn dabei ein solch wunderbares Album herauskommt, dann kann man sie in diesem Bestreben auch nur unterstützen. Dennoch freue ich mich auch schon wieder auf das nächste richtig rockige Album der STONE TEMPLE PILOTS.

 

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