Steve Winwood

Nine Lives

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.05.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Nine Lives, Sony BMG, 2008
Steve WinwoodVocals, Keyboards, Guitars
Eric ClaptonGuitar on Dirty City
u.w.m.
Produziert von: Steve Winwood Länge: 58 Min 13 Sek Medium: CD
01. I'm Not Drowning06. Hungry Man
02. Fly07. Secrets
03. Raging Sea08. At Times We Do Not Forget
04. Dirty City09. Other Shore
05. We're All Looking

"Nine Lives" bezieht sich, selbstredend, auf das neunte Album des Herrn Winwood und nicht auf "neun Leben". Ganz so heftig trieb er es denn doch nicht, obgleich er mit der SPENCER DAVIES GROUP, mit BLIND FAITH und TRAFFIC sowie als Solo-Künstler, vier verschiedene "Leben" schon vorweisen könnte. Und allesamt überaus erfolgreich, muss man anfügen!
Zusammen mit seinem älteren Freund Eric Clapton, mit dem er im letzten Jahr bei einem "Guitar Festival" in Chicago zusammen auftrat, rief er Anfang des Jahres die "Supergroup" BLIND FAITH für drei viel beachtete Konzerte im Madison Square Garden wieder ins Leben.
Und, fünf Jahre nach dem letzten, hatte Steve Winwood auch wieder Lust auf ein neues Album. "Nine Live" bezieht sich dabei durchaus auch auf die Anzahl der Songs, die die unterschiedlichen Facetten der Person Winwood spiegeln sollen. Oder, wie es der Artist selber ausdrückt: "... zeichnet jedes einzelne der neun Stücke auf dem programmatisch betitelten "Nine Lives" das musikalische Bild einer spirituellen Metamorphose".
Da kann man, ob solcher Aussagen, schon mal erschrecken. Aber, keine Sorge, wem die Solo-Geschichten von Winwood bisher gefallen haben, der wird auch hier zurechtkommen. Auch wenn er sich nicht gleich 'back in the high life' fühlt.
Ich tu mir da schon etwas schwerer und den ersten Durchlauf der CD halte ich nicht bis zum Schluss durch. Der Beginn, mit I'm Not Drowning, ist noch recht vielversprechend, mit einer bluesig gezupften Akustischen und einer der herausragenden Stimmen der Musik überhaupt. Wüsste man es nicht, man würde einen Schwarzen hier am Mikrofon vermuten, der hier, nahezu im Alleingang, die Magie des Songs verströmt.

Tja, da ist eine gewisse Vorfreude geweckt, aber mit Fly erfolgt der erhoffte Höhenflug... nicht. Wundervoll entspannt plätschert die Musik, fliest, die Flöte lässt die Wolkendecke aufreißen - der Outdoor-Fanatiker Winwood ist in seinem Element - alles harmoniert prächtigst. Ähnliches hab ich auch schon vom Italiener Zucchero gehört. Ist also mit Sicherheit nicht schlecht, aber mir - auch noch fast acht Minuten lang - viel zu beschaulich.
Für Raging Sea hat er sich womöglich etwas vom Klassiker Papa Was A Rollin' Stone inspirieren lassen. Allerdings mehr akustisch-groovig, in einem afrikanischen Stil präsentiert. Dazu kommen die typischen Winwood-Elemente, wie seine Orgel und, natürlich sein herausragender Gesang.
Bei Dirty City ist es dann so weit und Kollege Clapton ist mit an Bord. Klingt im Prinzip schon stark nach den bekannten Scheiben aus den 80ern und ist wieder wunderbar groovig arrangiert. Hier schwebt mal ein Hammond-Teppich herein, da quert ein E-Gitarren-Riff und verschiedenste Perkussion allerorten. Ach ja, und Eric spielt eines seiner typischen Soli. Kennt man ja.
Groovy, funkig kommt We're All Looking und macht es sich im 'Worldmusic'-Bereich schön bequem. Auch da kann man nichts Schlechtes drüber sagen und alle Zutaten sind vom Feinsten. Ich hol mir mal 'ne Tasse Tee. Etwas Alkoholisches erscheint mir hier unangebracht...
Ganz im afrikanischen Kontinent angekommen fühlt man sich beim Intro von Hungry Man. Ähnlich klang das auch schon bei Paul Simon. Zwischendurch wechselt man zu einem eher karibischen Groove und die Orgel darf natürlich auch nicht fehlen. Dazu diese unverkennbare Stimme und schon kommt Leben in die Beine. Sicher perfekt für die Cocktail-Party an lauen Sommerabenden.

Etwas engagierter - zumindest stimmlich - geht Winwood an Secrets heran. Der Mann wurde gerade (am 12. Mai) 60 und singt immer noch mit einer absolut beeindruckenden Stimme. Der Song erinnert mich an Pete Townshend zu dessen "White City"-Zeit, als der rhythmische, tanzbare Sound im Vordergrund stand. Akzente setzen hier außerdem die Querflöte und, wie gehabt, die Orgel.
At Times We Do Not Forget geht mit ähnlichem Ansatz zu Werke, hat aber einen höheren Pop-Faktor, der es so schneller ins Ohr gehen lässt. Ansonsten ändert sich an der Grundstimmung wenig bis nix. Beim letzten Song, Other Shore, gleitet man dann noch mal in eine Art Soul-Ballade, mit ein paar Reggae-ähnlichen Elementen. Schön. Macht nix kaputt. Zucchero?
Ich hatte mir, ehrlich gesagt, etwas mehr von diesem Album versprochen, aber wer Steve Winwood von seinen Solo-Alben kennt und schätzt, ist hiermit sicher ganz gut bedient. Ich lege mir dann doch lieber "The Last Great Traffic Jam" in den DVD-Player.

Epi Schmidt, 22.05.2008

 

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