Steamhammer

Wailing Again

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.11.2022
Jahr: 2022
Stil: Blues Rock
Spiellänge: 45:04
Produzent: Pete Sears

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Plattenfirma: MIG Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Status Quo

Rod Stewart

Company Of Snakes

Roger Chapman

Manfred Mann's Earth Band

Titel
01. Wouldn't Have Thought
02. High Low Jick Jack Johnny
03. Fool For You
04. Wailing Once Again
 
05. Midnight Blues Train
06. Man In The Blue Suede Shoes (Megan's Song)
07. 24 Hours
08. Junior's Wailing
Musiker Instrument
Martin Pugh Guitar
Pete Sears Bass, Keyboards & Background Vocals
Phil Colombatto Vocals & Harmonica
John Lingwood Drums

Ganz vielen Musikhörern wird Junior's Wailing hauptsächlich in der Zweitverwertung von STATUS QUO ein Begriff sein. Und ob auf dem legendären “Live“ Album von 1977, oder auf den Frantic Four-Reunion Tourneen, es war ja auch immer etwas Besonderes, wenn Alan Lancaster dazu ans Mikrofon trat. Richtig aufmerksam auf STEAMHAMMERs Original wurde ich vor einigen Jahren durch eine Transkription in einem Gitarren-Magazin. Da wurde nämlich aufgedröselt, dass der Rockklassiker eigentlich mit drei, sehr fein ineinander verzahnten Gitarren gespielt wurde. Für Gitarristen durchaus lohnenswert, sich damit zu beschäftigen.

 

Erwähnenswert ist zudem, dass STEAMHAMMER nahezu komplett auf Rod Stewarts ersten Soloalben spielten und Gitarrist Martin Quittenton gleich ganz bei Rod blieb, auf allen frühen Alben des Sängers dabei war (bis “Smiler“) und zudem die Hits Maggie May und You Wear It Well mitverfasste. Für seine einstige Band blieb Junior's Wailing der einzige Hit und so verwundert es wenig, dass im Albumtitel ihres neuen Albums darauf angespielt wird. Weit mehr verwundert, dass fast 50 Jahre nach der Auflösung, mit Martin Pugh, Pete Sears und John Lingwood gleich drei Originalmitglieder für diese Wiederauferstehung an Bord sind.

 

Weniger verwundert dann wieder, dass es die alten Knaben in der Tat noch drauf haben. Pete Sears hat über seine Karriere hinweg mit Gott und der Welt (JEFFERSON STARSHIP, Dr. John, Chris Robinson, Warren Haynes...) gespielt und Drummer John Lingwood übertrifft ihn darin noch (Manfred Mann, Roger Chapman, Roger Waters, COMPANY OF SNAKES...). Mit Phil Colombatto, aus Louisiana, hat man sich einen passenden Sänger geholt und dann dreht man die Uhr einfach zurück und schon ist wieder Blues Rock-Zeit a la 1970. Und das heißt eben auch, dass kaum ein Song mal straight durchgeht, sondern immer Raum für einen Rhythmuswechsel, einen effektive Break oder eine spannungsfördernde Bridge ist.

 

Entsprechend wird schon in I Wouldn't Have Thought (wer schon?) gleich ordentlich gejammt und leicht psychedelisch angehaucht gegroovt. Das geht auch etwas funky, wie in High Low Jick Jack Johnny und auch das interessant gestaltet. Weil Colombatto neben Gesang auch die Mundharmonika beherrscht und nicht zuletzt, weil Martin Pugh auch als alleiniger Gitarrist einen absolut soliden Job macht. Wohltuend spielt er äußerst band- und songdienlich und beschränkt sich obendrein auf einen sehr puristischen Sound. Erinnert insgesamt auch etwas an CANNED HEAT.

 

Die Songs leben auch in erster Linie von seinen Riffs, wenngleich, wie beschrieben, durchaus andere Elemente integriert werden. Oder weggelassen, denn im verspielten, jazzigen Man In The Blue Suede Shoes verzichtet man zum Beispiel auf den Gesang, gestaltet das aber trotzdem interessant. 24 Hours könnte dann anschließend fast die Weiterführung sein, geht aber mehr Richtung Blues und lässt Colombatto sein “Blues-Feeling“ demonstrieren. Mit fast 10 Minuten auch der längste Titel hier. Was für die ganz späten Stunden an der Bar.

 

Ja, und am Schluss dann natürlich noch die Neuauflage von Junior's Wailing. Da denkt man doch gleich an Alan Lancaster, findet ihr nicht? Ja, gut jetzt kann man natürlich sagen: Überspektakulär ist diese neue “21st Century Version“ nicht, aber das Zusammenspiel von Mundharmonika und Gitarre gerät sehr ansprechend, der Groove ist – erwartungsgemäß – hervorragend und ansonsten wird man der Vorlage schlichtweg gerecht. Und wenn das ein bisschen als Startpilot für dieses Album fungiert, soll es mir absolut recht sein.

 

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