Starroy

Ocho For Willow

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 03.10.2012
Jahr: 2012
Stil: Jam Rock

Links:

Starroy Homepage



Redakteur(e):

Christian Gerecht


Starroy
Ocho For Willow, Eigenproduktion, 2012
Adam BarnardVocals, Acoustic Guitar
Barry FowlerLead Guitar
Justin HenryBass
Heath FinchDrums
Also Featured:
Grant GarlandPiano, Organ
Derek PritchettPercussion
Produziert von: Brad Vosburg & Starroy Länge: 67 Min 55 Sek Medium: CD
01. Knumb07. Golden
02. Lil' Ditty08. Ocho
03. Dream09. Bellla
04. New Day10. Without Warning
05. The Spot11. Willow
06. War Cry

Arkansas. Einer der ärmsten Staaten der USA. Und doch gesegnet mit berühmten Persönlichkeiten. Allen voran einer der wichtigsten und einflussreichsten Musiker Amerikas: JOHNNY CASH! Gefolgt von so honorigen Leuten wie Big Bill Broonzy, Beth Ditto, Al Green, Ronnie "The Hawk" Hawkins, Levon Helm, Robert Lockwood Jr. und Sonny Boy Williamson. Was nimmt es da Wunder, dass aus diesem vermeintlichen Armenhaus eine Jam Rock Band Anlauf nimmt, die Welt zu erobern. STARROY nennt sich der (seit einigen Jahren hart tourende) Vierer aus Jonesboro und er setzt mit "Ocho For Willow" ein, sagen wir mal, Duftmärkchen. Das Schicksal meinte es in den letzten Jahren nicht besonders gut mit STARROY, aber eine gestandene Band aus Dixie kann durch die Unwägbarkeit des Lebens nur gestärkt hervorgehen (mit Unwägbarkeiten sind allerdings keine Tragödien a la LYN SKYN gemeint). Es verwundert also nicht, dass die Scheibe, obwohl schon 2006/07 entstanden, erst jetzt den Weg zum Konsumenten fand.
Ob mit "Acht For Willow" die freundlich gesinnten Gefährten jenes Zwergenmannes aus dem Fantasyfilm "Willow" gemeint sind, lässt sich wegen der fehlenden Texte nicht wirklich eruieren. Wenn doch, widmen ihnen STARROY immerhin elf Songs, die sie in den abgesteckten Claims der wirklich großen US Jam Rock Bands ansiedeln.

STARROYs Musik verströmt dabei eine Menge Southern Roots, bindet in Teilen die Leichtigkeit der Westküste und ein paar unheilschwangere, schwere Psychedelicmomente ein; jammt mitunter auch, dass die Schwarte kracht. Eine Melange, die ein bisschen mit der Musik der unten genannten Bands kokettieren würde, wenn sie denn deren Niveau erreichte. "Fliegen" wie Jerry Garcia und seine Mannen können STARROY nur ansatzweise (Golden), wobei sie gerade in diesem Song eine so gewaltige Portion Soul vom Stapel lassen, dass man meinte, PRINCE stünde hinter dem Songwriting. Lässt man jedoch den (zugegeben leicht hinkenden) Vergleich mit den US Jam Rock Monumenten außen vor, dann macht "Ocho For Willow" richtig Laune. STARROY musizieren brillant und das Songwriting hat großteils echtes Niveau. Was noch fehlt, ist eben das Genie PHISHs, GRATEFUL DEADs, WIDESPREAD PANICs oder eben eines WARREN HAYNES. Doch deren/dessen Meisterwerke entstanden auch nicht am ersten Tag. Und so muss man den Jungens aus Arkansas einfach zugestehen, noch ein wenig wachsen zu dürfen.

"Ocho For Willow" heimst die zu vergebenden Pünktchen vor allem durch ihre abwechslungsreichen Songs ein. Die Scheibe startet swampig-dampfend und mit richtig Zunder: Knumb. Dieser Opener und das hinterher geschobene Lil' Ditty geben eindeutig Auskunft darüber, dass die Wurzeln STARROYs in Dixie liegen. Weiter treffen erstklassige Rocker (War Cry, Golden) auf nicht minder eindrucksvolle Akustikperlen und mäandernde Psychedelic Songs (Ocho). Ruhig und verträumt (Dream - vielleicht etwas zu lang) geleiten uns STARROY zu einem gediegenen Instrumentaltrack (New Day), der mit viel Feeling und einer Carlos Santana Gedächtnisgitarre brilliert (definitiv aber auch zu lang geraten ist). Weiter geht es mit dem Longtrack The Spot, der sich zu Beginn etwas "zieht", dann aber ordentlich Fahrt aufnimmt. Kritisch betrachtet haben STARROY ganz offensichtlich die Eigenheit, Songs über die 5-Minuten Grenze zu päppeln. Lediglich Bella, ein ruhiger Blues, der so manche Schippe Delta Mississippi durch die Boxen schaufelt, bleibt deutlich darunter! Das größte Sahnestück steht allerdings noch aus. Ein balladeskes, lässig dahintreibendes, zum rechten Moment explodierendes Without Warning. Ein echter Diamant und natürlich Dixie (ja Southern Rock) pur!
Etwas eigenartig wird die Scheibe mit dem sparsam instrumentierten Slow Blues Willow beendet. Er beginnt mit leisem Vinyl-Kratzen, leidet ein wenig durch den aufgesetzt wirkenden Gesang und macht sich, nach dem musikalischen Ende (bei 4:16 Minuten), endgültig unbeliebt, weil auf den Hörer weder Hiddentrack noch geheime Botschaften warten, sondern nur fünf Minuten lang das Knacken eines Tonarms in der Auslaufrille. So kann man natürlich auch zehn Minuten lange Nummern auf ein Album bringen. Tolle Idee...!!
Weiter dürfte die teilweise bemüht klingende Stimme von Frontmann Adam Barnard auf viele ziemlich gewöhnungsbedürftig wirken. Etwas weniger "Kaugummi" wäre vielleicht ganz hilfreich. Das ist aber eine zugegeben ziemlich subjektive Einschätzung, denn wer mit Bobby Zimmerman's Tim-brrr ;-) zurecht kommt, der packt auch Barnard...

Dennoch ist "Ocho For Willow" zusammenfassend ein durch die Bank interessantes Album. Es hat ein paar Längen, die aber durch ungemein rockende, jammige, bluesige und balladeske Momente ausgeglichen werden. Eine Band, die man, nun objektiv bewertet, unbedingt im Auge behalten muss, denn die Jungens können nur wachsen. Wer gerne mal etwas abseits der Southern Roots wildert, Jam und Psychedelic Rock mag und mit einer, sagen wir mal, eher unkonventionellen Stimme zurecht kommt, sollte zwingend in "Ocho For Willow" hineinhören. Allerdings bleibt bei der Bewertung einer auf der Strecke: "Siete For Willow" muss es heißen (7 von 10 Pünktchen).

Christian "Grisu" Gerecht, 26.09.2012

 

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