Spike

100% Pure Frankie Miller

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.10.2014
Jahr: 2014
Stil: Folk, Country, Rock′n′Roll

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Spike Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Spike
100% Pure Frankie Miller, Cargo Records, 2014
SpikeVocals
Andy Fraser, Chris CorneyBass
Simon Kirke, Paul HornbyDrums
Keith Weir, Mark StanwayKeyboards
Ronnie Wood, Luke Morley, Paul Guerin, Guy Griffin, Guy Bailey, Pat McManusGuitars
TylaVocals
Bonnie TylerVocals
Ian HunterPiano
Produziert von: Spike Länge: 43 Min 31 Sek Medium: CD
01. The Brooklyn Bridge07. Otherside Of Town
02. Cocaine08. Cheap Hotel
03. I'm Losing You09. Cold, Cold Nights
04. Intensive Care10. Did You Ever Wanna Go Home
05. Fortune11. Keepin' It All For You
06. Amsterdam Woman12. Bottle Of Whiskey

Chorknaben-Röchelmaschine Spike ist, wie jeder anständige Pub-Besucher und Teilzeitsänger ein großer Fan von Frankie Miller. Da sprechen wir logischerweise nicht vom Cowboy aus Texas, sondern vom aus Barden aus Glasgow.
Letzterer erlitt bekanntermaßen vor mittlerweile 20 Jahren eine Hirnblutung, die ihn fast das Leben aber auf jeden Fall die Fortsetzung seiner durchaus erfolgreichen Sangeskarriere kostete. Einflussreich blieb er durch seine seit 1972 regelmäßig erschienen Scheiben und bekannt wurde er hierzulande auch dem Mainstream-Hörer durch Darlin‘. Neben den veröffentlichten Songs hat Miller aber noch ein paar Hundert (!) weitere geschrieben und zum Teil als Demos aufgenommen. Aus diesem Fundus suchte sich Spike, der mittlerweile gut befreundet mit Frankie ist, einen ganzen Schwung aus, nahm so an die 18 oder 19 Songs auf und zwölf davon kamen auf sein neues Solowerk, welches schon im Titel kein Hehl daraus macht, wer die Lorbeeren für die Songs verdient.

Diese Lorbeeren werden allerdings von einer ganzen Riege hochbekannter Musiker transportiert, die allesamt Spikes und Frankies Interessen teilen, die da heißen, “Reich mir mal ‘ne Flasche Bier und dann lass die Party beginnen“. Zumindest war es bei den meisten so.
Obwohl die Parts meist an verschiedenen Orten eingespielt und von Spike zusammengepuzzelt wurden, kamen dabei dennoch beachtliche Konstellationen und Musike heraus. So spielten erstmals seit Jahrzehnten die FREE-Musiker Simon Kirke und Andy Fraser wieder “zusammen” (wurde nacheinander eingespielt) und dazu kommen noch solche Partyvögel wie Ronnie Wood, Ian Hunter oder Tyla dessen unverwechselbare Hand(schrift) auch das Cover designte.
Weiter hat’s nicht viel gebraucht. Die Songs sind allesamt Miller-würdig, sowohl was Idee, als auch was Ausführung ausgeht. Der schwere Blues-Karren, den Spike über The Brooklyn Bridge schleppt, nimmt einem schier den Atem und schreit nach einem Erfrischungsgetränk. Dürften seine QUIREBOYS-Kollegen sein, da mit schieben. Die sind schließlich auch mit an Bord.
Die kratzende Slide in Cocaine, welches als vermeintlicher Kneipenfolk beginnt und als Bar-Boogie endet, steuert dann Ol‘ Woody selbst bei. Ja, das erinnert schon etwas an Ronnies 70er Jahre Soloalben.
Was wiederum an die FACES und somit sozusagen durch die Hintertür – wieder an die QUIREBOYS erinnert. I’m Losing You könnte Pate für I Don’t Love You Anymore gestanden haben. Oder umgedreht.

Es geht aber auch durchaus mal im down’n’dirty-Stil zu, wie in Intensive Care oder dem rasenden Piano-Boogie Cheap Hotel, den Ian Hunter himself in die Tasten meißelt. Bei der Ballade Fortune teilt sich Spike das Mikro mit – ja, man erkennt sie augenblicklich – Bonnie Tyler. Ok, die stammt aus Wales, aber stimmlich wurde sie wohl in den selben Pubs erzogen, die auch Miller und Spike bevorzugten. Die Stimme fügt sich jedenfalls perfekt, auch wenn Cold, Cold Nights, mit seinem “It’s A Heartache“-Flair fast noch besser gepasst hätte. Wäre vielleicht zuviel des Guten gewesen.
Zuviel des Guten hat auch Spikes Kumpel und DOGS D’AMOUR Mastermind Tyla schon öfters genossen und so past das Finale Bottle Of Whiskey wieder einmal wie die berühmte Faust aufs Auge. Und so passt auch Spikes Stimme zu diesen Songs, die nicht nur Frankie Miller-Fans die andere Träne ins Bierglas kullern lassen, sondern auch Pub-Rockern ein Grinsen zwischen die Ohren zaubert.

Epi Schmidt, 10.10.2014

 

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