Spearfish

Back, For The Future

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.12.2003
Jahr: 2003

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Spearfish Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Spearfish
Back, For The Future, Sweden Rock Records, 2003
Thomas Thulin Bass, Vocals
Peter Lundin Guitars
Johan Sterner Drums
Gäste:
Paul DiAnno, Dave Hill, Nicky Moore, Mats Leven, Manny Charlton, Stefan Elmgren, Mick Box, Janne Stark, Robin George, Ove Bylander, Rob Tognoni, Martin Kronlund, Duncan Hansell, Andreas Lindahl, Tomas Salonen, Stefan Lundin
Produziert von: Spearfish Medium: Do-CD
CD 1:
1. Control8. What Your're Doing
2. Stayin' Alive9. Maybe I'm Amazed
3. In The Ghetto10. The Shining
4. Midnight Moses11. The Stealer
5. Mercury Blues12. Fortunate Son
6. Fools Gold13. Celebration Day
7. Gone Shootin'14. Justice In Ontario
CD 2:
1. Living Proof7. Cadillac
2. Running Late8. I Natt Jag Drömde
3. Two To Tango9. That Mexican
4. Making Memories10. Fortunate Son
5. Win Or Lose11. Point Of No Return
6. What Do You Got

Ja, so schnell geht das: Kaum haben die Schweden SPEARFISH ihr Debut-Album "Affected By Time" nach etlichen Jahren veröffentlicht, folgt auch schon der Nachschlag.
"With a little help from their friends" wurde "Back For The Future" untertitelt und, Donnerwetter, die haben ja offensichtlich etliche hochkarätige Freunde.

Zunächst sollte aber erwähnt werden, dass es hier um ein sehr ambitioniertes "Projekt" geht. Am 5. Januar 2003 verstarb, gerade mal 2 1/2 Jahre alt Jonatan Lehnberg, der Sohn von Pontus Lehnberg, an Krebs. Sehr betroffen über dieses Schicksal haben Sweden Records Label Manager Johannes Lindström und eben Spearfish diese Doppel-CD dem Kind gewidmet und alle Profite aus dem Erlös gehen an die "Childrens Cancer Foundation".
Und selbst ohne diese ehrenwerte Geste würde einen dieses Album sehr interessieren. CD 1 besteht ausschließlich aus Coverversionen und eine ganze Riege von Stars hat sich zusätzlich mit eingefunden.

Den ersten Song, Control, einen hervorragend treibenden Hard'n'Heavy Song bestreitet die Band noch allein. Geschrieben wurde der Song von John Nitzinger, der ja schon auf dem Debut mit von der Partie war.
Mit Stayin' Alive wurde eines der Highlights der Disco-Ära mal eben auf Hard Rock getrimmt und das auch noch wirklich gut. Peter Lundin versteht sein Geschäft an der Gitarre wirklich erstklassig. Im Review zum ersten Album hat der Fred ja schon erwähnt, dass der Gesang von Thomas Thulin etwas gewöhnungsbedürftig ist. Das ist so 'ne Mischung aus POISON, MÖTLEY CRUE und FASTER PUSSYCAT wie man sie heutzutage nicht mehr oft hört.

Für In The Ghetto wurde eine tiefere Stimme benötigt und das übernahm dann Nicky Moore (von SAMSON), der auch einen prima Job zu den Heavy-Riffs macht. Klingt wie in den 80ern und Spaß macht's!
Für die Alex Harvey-Nummer Midnight Moses schrumpft die Band wieder zum Trio, was aber kein Nachlassen von Druck und Power bedeutet. Geht wirklich super ab.
Den Mercury Blues zu covern, ist bei der perfekten Originalvorlage schon gewagt, aber wie die Band selbst sagt: "...we just couldn't resist...". Warum auch? Geht doch richtig gut los und dann finden sich auch noch zwei Gäste ein: Rob Tognoni (!) schnappt sich das erste Solo und feuert das in gewohnter Qualität (und erfrischend anderem Sound) dazwischen. Ohne Slide-Gitarre darf der Song natürlich nicht vorüber gehen und das kratzt uns der alte NAZARETH-Recke Manni Charlton über die Saiten. Was will man mehr?

Ein weiterer Gastsänger ist für Fools Gold am Mikro: Mats Leven. Diese THIN LIZZY-Nummer (aus "Johnny The Fox", 1976) gehört mit Sicherheit zu den selten gespielten und erst recht gecoverten. SPEARFISH macht das wirklich gut, die Jungs haben ihre Lizzy-Lektion gelernt.
In solchen Kreisen darf AC/CD nicht fehlen. Ein bisschen "re-arrangiert" und mit mehr Metall im Sound ist aber auch dieses Cover gelungen, und auch Thoms Thulin's Gesang passt hier sehr gut.

RUSH war ja auch nur ein Trio und als solches wird deren Titel What You're Doing (aus "Rush", 1974) auch gespielt. Da kommt selbst im modernen Sound der 70er Jahre-Groove durch.
Mit am besten gefällt mir das nächste Cover: Paul McCartney's (oder vielmehr WINGS) Maybe I'm Amazed kommt ganz ohne das im Original bestimmende Piano aus. Das erledigt Peter Lundin ohne das man irgendwas vermisst perfekt. Ja, und wer ist denn da an der Lead-Gitarre zu hören? Mick Box (!), ich glaub's ja nicht - wo haben sie denn die alle ausgegraben? Jedenfalls gibt auch der sich keine Blöße und zeigt was er noch drauf hat. Diese Version erinnert mich etwas an TESLA.
Und es hört nicht auf: Für The Shining wurde gar DEMONs (von denen der Song auch ist) Original-Leadsänger Dave Hill vors Mikro gezerrt. Klingt etwas wie "Meat Loaf-Metal" dieser Song, theatralisch aufgebaut und in seinen schnellen Stellen gewaltig schiebend.
Ein weiterer Klassiker folgt: The Stealer von FREE. Gut, da ist man die Stimme von Paul Rodgers zu sehr gewohnt, als dass man zufrieden sein könnte, aber instrumental gesehen ist auch das eine tolle Geschichte und auch hier setzt wieder Mick Box Akzente.
Ähnliches ließe sich über Fortunate Son sagen. Nicht jeder ist ein John Fogerty und doch hört man auch hier gerne hin. Zum einen ist da wieder Manny Charlton an der Slide-Gitarre präsent und dann geben sich gleich vier weiter Lead-Gitarristen die Soli in die Hand - Super!

LED ZEPPELIN Fans die sie sind, konnten SPEARFISH um einen Song von denen nicht herum: Celebration Day. Anfangs hat man noch leichte Zweifel, doch recht schnell überzeugt diese Version, da hier die Stimme wieder passt und nicht zuletzt wieder eine perfekte "Saiten-Arbeit" geliefert wird.
Schon mal gehört wie ein Steve Earle-Song von einem IRON MAIDEN-Sänger interpretiert wird? Welcome: Justice In Ontario gesungen von Paul DiAnno! Auch der ist noch gut bei Stimme und zusammen mit der Band sorgt er für ein weiteres Highlight dieser Scheibe.

Auf der zweiten CD sind dann überwiegend Live-Aufnahmen vom Sweden Rock Festival 2003 zu hören. Wie es live halt so ist, geht's öfters schneller zu als im Studio und ein Trio hat es sowieso nicht einfach, den Druck der Studio-Produktion aufrecht zu erhalten. Aber die Jungs ziehen das trotzdem gut durch und zeigen einmal mehr, dass sie ihr Metier beherrschen.
Natürlich sind fast alle Songs vom Debut-Album (soviel Auswahl haben sie ja noch nicht), aber ohne Coverversion geht's doch nicht. Für den Klassiker Cadillac (der mal nach AC/DC, mal nach Peter Gunn klingt) gibt's wieder einen Gastsänger: Svenne Hedlund. Der bleibt dann auch gleich für I Natt Jag Drömde. Da sag noch einer, Metal-Fans hätten keinen Sinn für Balladen aus den 60ern. "..a wistful ballad for the hope of world peace...", steht im Booklet (im Vertrauen: klingt wie auf einer Volksmusikveranstaltung, aber das Publikum singt lauthals mit).

Es folgen noch drei Studio-Aufnahmen. Zunächst die Power-Metal-Ballade That Mexican, die auch wieder mit perfekter Instrumentenarbeit zelebriert wird.
Manni Charlton sollte für Fortunate Son eigentlich nur ein Solo einspielen. Als das Tape dann zurück kam, hatte er es einfach über die Spielzeit der anderen Soli ausgedehnt und diese Version wollte man den Fans dann doch nicht vorenthalten - hier ist sie.
Warum man Point Of No Return, das ja schon auf dem Debut vertreten war, hier nochmal mit drauf genommen hat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber.. stören tut's ja nicht.

"Back For The Future" ist eine prima (Doppel-) Scheibe und ein löblicher Hintergrund ist auch noch da. Metal-Herz was willst du mehr?
GET SPEARFISHED!!

Epi Schmidt, 07.12.2003

 

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