Shemekia Copeland

Done Come Too Far

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.09.2022
Jahr: 2022
Stil: Blues, Soul
Spiellänge: 45:53
Produzent: Will KImbrough

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Plattenfirma: Alligator Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Sonny Landreth

Titel
01. Too Far To Be Gone
02. Pink Turns To Red
03. The Talk
04. Gullah Geechee
05. Why Why Why
06. Fried Catfish And Bibles
 
07. Done Come Too Far
08. Barefoot In Heaven
09. Fell In Love With A Honky
10. The Dolls Are Sleeping
11. Dumb It Down
12. Nobody But You
Musiker Instrument
Shemekia Copeland Vocals
Will Kimbrough Guitar, Background Vocals
Lex Price Bass
Pete Abbott Drums
Lisa Oliver Gray, Megan Murray, Telisha Williams Background Vocals
Sonny Landreth Slide Guitar on 'Too Far To Be Gone'
Kenny Brown, Kevin Gordon Guitar on 'Pink Turns To Red'
Charles Hodges Hammond B-3 on 'The Talk' and 'Dumb It Down'
Cedric Watson African Gourd Banjo on 'Gullah Geechee'
Pat Sansone Keyboards on 'Why Why Why', Guitar and Wurlitzer on 'Dumb It Down'
Andre Michol Accordion on 'Fried Catfish And Bibles'
Cedric Watson Fiddle on 'Fried Catfish And Bibles'
Washboard Chaz Washboard on 'Fried Catfish And Bibles'
Cedric Burnside Guitar and Vocals on 'Done Come Too Far'
Aaron Lee Tasjan Guitar on 'Fell In Love With A Honky'
Fats Kaplin Fiddle And Pedal Steel Guitar on 'Fell In Love With A Honky'
Oliver Wood Acoustic Guitar on 'The Dolls Are Sleeping'
Joe Cabral Saxophone on 'Dumb It Down'

Da denkt man, Shemekia hat doch eben erst mit Uncivil War einen großen Wurf gelandet. Dabei ist das auch schon fast wieder zwei Jahre her. Nun, zum einen scheint die Zeit in so einer Pandemie schneller zu vergehen (zumindest rückwirkend) und zum anderen wirkt so ein grandioses Album über lange Zeit. Umgekehrt haben in dieser Zeit auch ganz viel Leute viel.... ja, Zeit eben. So finden sich auf dem neuen Album der Ausnahmesängerin wieder einige Gäste ein.

Nicht nur für mich – aber für mich besonders – bedeutend, dass beim eröffnenden Too Far To Be Gone Slide-Legende Sonny Landreth in seiner unnachahmlichen Weise über die Saiten gleitet. Einer weniger mächtigen Stimme würde er wohl die Butter vom Brot nehmen, aber dieser Queen of the Blues hält nichts stand. Erneut demonstriert Johnny Copelands Tochter, was für eine Stimmgewalt sie ist. Eindeutig eine Frau, die in der Tradition von Größen wie Ma Rainey, Bessie Smith und Etta James steht und an deren Klasse heranreicht.

 

Im besten Swamp-Stil groovt Pink Turns To Red hinterher und was Kevin Gordon und vor allem Slide-Gitarrist Kenny Brown hier an den Gitarren abliefern, kommt richtig geil. Roots'n'Rock mit dem richtig Schuss Sleaze und Soul. Würde auch einem Keith Richards gefallen, der übrigens auch schon einen Kevin Gordon-Song aufgenommen hat (Sampler “Al The King's Men“). So ein Titel braucht keiner großartige Finesse, der wird durch Shemekias gewichtige Stimme geschoben.

Naturgemäß läuft so ein Kaliber in den souligen Balladen zur Höchstform auf. Und so schwingt sich Shemekia in The Talk in geradezu dramatische Sphären auf. Das muss man richtig laut hören!

 

Und wie sie einen Song nahezu allein bringen kann, demonstriert die Gospel-Nummer Gullah Geechee, wo kaum mehr als afrikanisches Banjo und ein Background-Chor ihre Begleitung sind. Klar, solche R&B-Balladen wie Why Why Why gibt’s dann auch und der ist nicht unbedingt mein Favorit, aber man muss sagen, dass das nicht überladen wirkt und durch diese Stimme immer noch geerdet wird. Mehr Stimmung entfacht der flotte Cajun-Song Fried Catfish And Bibles, inklusive Akkordeon, Geige, Waschbrett und einer Shemekia die richtig frech und gut gelaunt wirkt.

 

Ebenfalls stark nach Louisiana, allerdings mehr bedrohlich, schleppt sich der Swamp-Blues Done Come Too Far hinterher. Kenny Brown sorgt hier wieder für die passende Slide und Cedric Burnside liefert als Gesangspartner eine perfekte Ergänzung zu Shemekia. Ein weiteres Highlight! Bisher war mir diese Sängerin als Country-Interpretin nicht aufgefallen, aber in Fell In Love With A Honky klingt sie so dermaßen nach Nashville, als hätte sie nie was anderes gemacht. Freunde von Patsy und Dolly werden ihre Freude haben.

Fast jeder Song hier öffnet ein anderes Fenster. So wird’s bei The Dolls Are Sleeping wieder sehr puristisch – nur Gitarre und Gesang – , bei Dumb It Down funky mit allem Drum und Dran und beim finalen Nobody But You erwartet man fast, dass jetzt Muddy himself mit einsteigt. Ein würdiger Schluss, für ein weiteres großartiges Album von Shemekia Copeland.

 

Es gibt sicherlich Sängerinnen, die mit großem Potenzial gestartet sind und dieses dann halbwegs halten konnten, beziehungsweise auf Dauer dann doch eher abgesackt sind. Bei Shemekia Copeland kann man ohne Zweifel sagen, dass sie beständig aufgesattelt hat und sich immer weiter verbessert hat, sodass sie heutzutage wohl ohne echte Konkurrenz ist. Und das sowohl was Blues, als auch Soul angeht. An der Zeit wäre nun einmal ein Live-Album, dass es schafft, ihre Bühnen-Performance einzufangen.

 

 

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