Scorpions

Tokyo Tapes - 50th Band Anniversary

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.12.2015
Jahr: 2015
Stil: Hard Rock
Spiellänge: 131:08
Produzent: Dieter Dierks

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


 

 
Klaus Meine Vocals
Uli Jon Roth Guitar, Backing Vocals, Lead Vocals on Polar Nights, Dark Lady and Hell Cat
Rudolf Schenker Guitar, Backing Vocals
Francis Buchholz Bass Guitar
Herman Rarebell Drums
     
CD 1:  
01. All Night Long 10. He's A Woman, She's A Man
02. Pictured Life 11. Speedy's Coming
03. Backstage Queen 12. Top Of The Bill
04. Polar Nights 13. Hound Dog
05. In Trance 14. Long Tall Sally
06. We'll Burn The Sky 15. Steamrock Fever
07. Suspender Love 16. Dark Lady
08. In Search Of The Peace Of Mind 17. Kojo No Tsuki
09. Fly To The Rainbow  
CD 2:  
01. Robot Man 05. Polar Nights
Bonus Tracks: 06. He's A Woman She's A Man
02. Hell Cat 07. Top Of The Bill
03. Catch Your Train 08. Robot Man
04. Kimi Ga Yo (Japanese National Anthem)  

Im Rahmen der Festspiele um ihr 50. Bandjubiläum und ihren heraufbeschworenen 4. Frühling – oder ist es der 5.? - , hat der Hannoveraner Vierer mit Steuermann (eigentlich ist es ein Dreier mit zwei Steuermännern, aber sei’s drum) vor, so richtig auf den Putz zu hauen. Dabei blickt man natürlich in erster Linie zurück und hat das mit filmischen Mitteln auch unlängst mit der DVD/Blu-ray “Forever And A Day“ (der Titel ist, im Spinnentierverständnis, die logische Erweiterung der Rückkehr-Scheibe “Return To Forever“) getan. Der 8-fache Nachschlag kommt mit der Wiederveröffentlichung von acht Alben aus der erfolgreichsten Zeit der Band. Wie bereits berichtet wurden diese Alben kräftigst aufgebrezelt. Meist mit Bonus-Disc, unveröffentlichten Songs und/oder Bildern, Booklet mit Infos zu den Scheiben, remastert, usw.
Man muss sagen: Wenn man nicht gerade der Die-Hard-Fan ist, der einen Großteil davon vielleicht schon hatte, wurde hier ordentlich aus den Archiven geholt.

Wir schauen auf ein paar dieser Alben und beginnen mit “Tokyo Tapes“. Wer so Mitte der 70er Jahre langsam ins Teenageralter reingebummelt ist, und sich dem Hard Rock zugetan fühlte, für den ist die Besetzung der Band mit Uli Jon Roth an der Lead Gitarre wohl die ultimative. Die kurzen Gastspiele von Rudi Schenkers Bruder Michael (auf ”Lonesome Crow“ und “Lovedrive“) kommen da auch nicht dagegen an. Die Alben “Virgin Killer“, “Fly To The Rainbow“, “Taken By Force“ und natürlich “In Trance“, sind das Beste , was im härteren Bereich damals aus deutschen Landen kam. Krönung dann natürlich das Live-Doppelalbum “Tokyo Tapes“ mit praktisch der “Best Of“ aus den vorherigen Scheiben. Zudem eine tolle Demonstration von Roths Künsten an der Gitarre. Im vielseitigen und reich bebilderten Booklet erfährt man unter anderem, dass Roth eigentlich vor diesen Konzerten in Japan bereits seinen Abschied von den SCORPIONS verkündet hatte und nur schwer überredet werden konnte, diese Tour mit den geplanten Live-Aufnahmen noch zu machen. Was ein Glück, dass er sich noch einmal breitschlagen lies.
Ein Glück auch, dass man das Album nun wieder in seiner Gänze präsentiert bekommt und dadurch auch Roths Polar Nights wieder mit an Bord ist. Nicht, wie bei einigen vorherigen Editionen, um diese siebenminütige Hendrix-Verbeugung beschnitten. Roths Gesang ist – zugegeben – nicht so das Gelbe vom Ei, aber seine Künste an der Sechssaitigen schon damals überragend. In den ruhigeren Parts von Fly To The Rainbow erinnert er stellenweise sogar an Ritchie Blackmore. Womöglich kein Zufall, dass “Rainbow” im Songtitel vorkommt.

Ansonsten hat es die Band durchaus drauf dynamisch zu agieren, die Stimmung immer mehr zu steigern. Auch mal mittels bewährter Mittel. Beim Intro zu He’s A Woman, She’s A Man klingt’s nahezu nach STATUS QUO, während Speedy’s Coming ohne Uli Jon Roths Jammerhaken-Attacken etwas arg banal, fast punkig, klingen würde.
Die Party tendiert Richtung Höhepunkt, wenn die Rock’n’Roll-Klassiker Hound Dog und Long Tall Sally herausgehauen werden und Steamrock Fever einen weiteren Beweis liefert, wie gut Schenker’sche, einfach aber wirkungsvoll gehaltene, Powerrhythmen mit den teils wirren, aber immer zum richtigen Zeitpunkt ins Schwarze treffenden, Lead-Strukturen von Roth harmonierten.
Letztlich darf und soll man Klaus Meine nicht vergessen. Zum einen eine der prägnantesten Stimmen im Rock-Business und zum anderen muss man erst einmal mit dieser Power ein ganzes Konzert bestreiten. Und auch noch den Mut haben, auf Japanisch zu singen, wie in Kojo No Tsuki. Noch dazu über weite Strecken ohne Begleitung.
Neben der Tatsache, dass die Lieder nun wieder komplett vertreten sind, der schönen Gestaltung, des Doppel-Digi-Packs mit feinem Booklet, erfreut das Teil mit sieben Bonus Tracks, die bei anderen Konzerten dieser Tour aufgenommen wurden. Besonders bemerkenswert unter anderem, dass mit Catch Your Train ein Song dabei ist, der auf “Tokyo Tapes“ bisher nicht dabei war (und zu meinen Lieblingssongs aus jener Bandphase gehört) und dass Top Of The Bill satte vier Minuten länger dauert, als die Version auf dem regulären Album. Liegt natürlich an Rarebells Schlagzeugsolo, welches – so vermute ich – damals wohl nicht auf LP-Spiellänge gepasst hat. Auch Roths funky, wieder sehr an Hendrix angelehntes, Hell Cat gehört zu den bisher nicht erhältlichen Nummern und die mausert sich zu einem wahren Rock-Orkan. Wer erst in den 80ern mit der Band bekannt wurde, kann damit vielleicht wenig anfangen, aber so klang das in 70ern und das war schon ziemlich gut und legte die Basis dafür, dass die SCORPIONS, dann viel Radiofreundlicher, zu absoluten Weltstars aufsteigen konnten. Da werfen wir dann Andersmal einen Blick drauf.

Epi Schmidt, 05.12.2015

 

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