Scorpions

Forever And A Day

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 28.08.2015
Jahr: 2015
Stil: Hard Rock-Doku

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Scorpions
Forever And A Day, Sony Music, 2015
Klaus MeineVocals
Rudolf SchenkerGuitar
Matthias JabsGuitar
James KottakDrums
Pawel MaciwodaBass
Produziert von: Jost Arend Bösenberg, Christoph Bicker, Helge Sasse Länge: 100 Min 00 Sek Medium: DVD
Dokumentation
Interviews mit Hollow Skai, Michael Schenker, Frank Laufenberg, Dieter Dierks, Thorsten Zahn, Mikael Nord Andersson, Hermann Rarebell, Peter Amend, Ingo Powitzer, Philippe Manoeuvrem Cliff Gauntlett, Wladimir Klitschko, Michail Gorbatschow, Dog Mcghee, Danko Jones, Alex Skojnick, Paul Stanley, Dany Terbeche, Don Dokken, Gottfried Helnwein, Nick Caris, Rob Steinberg, Christian Meine, Anders Fridén, Gabi Meine

“Skorpione, wollt ihr ewig leben?“
Nun, “ewig“ ist ein äußerst dehnbarer Begriff – ähnlich wie “Abschiedstournee“ – und nachdem Hannovers bedeutsamster Musikexport vor Jahren, mittels “Comeblack“ (der Titel ist immer noch bescheuert) ihr …, ja, eben, gefeiert haben und mit “Return To Forever“, sozusagen “Zurück in die Zukunft” (ich weiß, das Phrasen-Schwein wird langsam voll) gestolpert sind, sind sie ja fast angesagter als in den letzten 25 Jahren.
Was nur die Hälfte ihres Bandbestehens ausmacht, zählt man die ersten musikalischen Schritte der Band mit. Relevant wurde die Band zwar erst Anfang der 70er, aber wer STATUS QUO kennt, der weiß, wie man Jubiläen zurechtschustert.
Als also die SCORPIONS 2010, im 45sten Jahr ihrer Existenz (Schenker’sche Zeitrechnung) den Abschied einreichten und –läuteten, engagierte man die Filmemacherin Katja von Garnier, um das Ganze veröffentlichungswürdig auf Zelluloid …, ähm, oder was man heute so nimmt, zu bannen.

Heraus kam dieser gut 100 Minuten dauernde Film, welcher noch mit einigen Filmschnippseln aus alten und ganz alten Tagen durchsetzt wurde.
Für den SCORPIONS-Fan dieser Tage kaum zu entbehren, ist es aber nicht die Bestandsaufnahme, die mancher vielleicht erwartet hätte. Es dreht sich tatsächlich in erster Linie um jene letzte Tour. Das besucht man zum Teil Stätten von einstigen Triumphen oder macht neue Erfahrungen. Wer die Band sonst nicht so privat kennt, wird überrascht sein, welche Spaßvogel und Ganztags-Rock’n’Roll-Junkie Drummer James Kottak ist. Bassist Pavel Maciwoda kommt auch hier und da zu Wort und macht einen sympathischen Eindruck, auch weil er immer noch erstaunt scheint, welche Bedeutung die Band weltweit hat.
Dass aber Matthias Jabs und besonders Klaus Meine und - noch besonderer – Rudolf Schenker das Sagen haben und die Hauptfiguren sind, daran lässt niemand einen Zweifel.
Selbst Rudis kleiner Bruder Michael unterstreicht den schon immer währenden, unbändigen Erfolgswillen und Führungsanspruch seines älteren Bruders.
Neben Michael Schenker, kommen auch ihre Produzenten (auch Ex-Produzenten wie der legendäre Dieter Dierks) vor die Kamera und auch Herman “The German“ Rarebell hat die ein oder andere Anekdote parat. Schließlich war der Ex-Drummer der einzige, der etwas Glamour und Party-Flair in die Band brachte. Daran wollen zwar auch die verbliebenen Mitglieder ihren Anteil gehabt haben, aber ins Detail gehen sie dann doch nicht.

Tja, das man mit dem einstigen Basser Francis Buchholz, ob diverser Steuerstreitigkeiten, sich nicht mehr sehen lassen will, war zu erwarten, auch wenn dieser bei den höchsten Höhenflügen die tiefsten Saiten gezupft hat. Aber dass man Uli Jon Roth, der ja sogar bei der Abschiedstournee z. T. mit auf die Bühne gekommen ist, praktisch übergeht, das finde ich schon ein starkes Stück.
Unterhaltsam ist es trotzdem, nicht zuletzt, weil Leute wie Paul Stanley, Frank Laufenberg, Gottfried Helnwein oder “Gorbi” Gorbatschow ihren Senf hinzugeben und weil man ein paar Einblicke in die „Arbeit“ der Band (u.a. mit den “Berliner Philhamonikern“ oder beim legendären “Moscow Peace Festival“) erhält. Da gibt’s nix, das sind schon bedeutsame “Moments of Glory“.
Auch wird mancher vielleicht verwundert die Augen reiben, wie erfolgreich die SCORPIONS in Amerika (und weiten Teilen der restlichen Welt) waren. Eine gewisse Zeit sogar die angesagteste Hard Rock-Band in den Staaten.
Dabei haben sie eigentlich immer nur das gemacht, was sie immer gemacht haben: Alles zu geben, was sie hatten. Und das möglichst jeden Tag etwas mehr. Geradeaus und nach Vorne gerockt, griffige Melodien den Fans in die Kehlen gestreut und die ein oder andere Ballade dazwischen gemischt.
Wer die Band die letzten Jahre gemocht hat, darf hier bedenkenlos zuschlagen, wer bei der Abschiedstour war, ist ohnehin moralisch verpflichtet, aber wer eine Werkschau erhofft, in der 50 Jahre SCORPIONS objektiv und gleichberechtigt präsentiert werden, der lässt besser die Finger davon.
Unbeeindruckt davon werden sie weiter ihre Kreise ziehen und uns hier und da mal in den Zeh stechen. Bis ans Ende aller Tage. Von daher: “There’s No One Like You“!
(...und wieder 3 € ins Phrasen-Schwein...)

Epi Schmidt, 24.08.2015

 

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