Scorpions

Acoustica

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.04.2011
Jahr: 2011
Stil: Akustik Rock

Links:

Scorpions Homepage

Scorpions @ facebook

Scorpions @ twitter



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Scorpions
Acoustica, Sony Music, 2011 (2001)
Klaus MeineVocals
Rudolf SchenkerGuitars
Matthias JabsGuitars
Ralph RieckermannBass
James KottackDrums
Guests:
Christian KolonovitsKeyboards
Johan DaansenGuitar
Marco ArgandonaPercussion
Ariana ArcuCello
Hille Bemelmanns, Liv Van Aelst, Kristel Van CraenBacking Vocals
Produziert von: Scorpions & Christian Kolonovits Länge: 70 Min 31 Sek Medium: CD
01. The Zoo09. Catch Your Train
02. Always Somwhere10. I Wanted To Cry (But The Tears Wouldn't Come)
03. Life Is Too Short11. Wind Of Change
04. Holiday12. Love Of My Life
05. You & I13. Drive
06. When Love Kills Love14. Still Loving You
07. Dust In The Wind15. Hurricane 2001
08. Send Me And Angel

Dieses Album ist nichts Neues und vor gut zehn Jahren schon einmal erschienen, aber die Herren Skorpione gehen ja demnächst in den Ruhestand und da kann man so eine Scheibe ruhig nochmal erneut präsentieren,. Zumal sie gleichzeitig als DVD erscheint.
Man kann sich, hört man sich "Acoustica" an, natürlich fragen, ob dieser Ruhestand nicht bereits vor zehn Jahren angemessen gewesen wäre. Na, ganz so ungerecht wollen wir dann doch nicht sein.
Ich muss da gleich mal dazwischenlegen, dass ich ein großer Sympathisant der SCORPIONS bin, obwohl ich da in meinem Freundes- und Bekanntenkreis immer weniger Unterstützung - direkt Unverständnis! - erfahre. Zunächst einmal, finde ich fast jede LP - war's damals ja noch - aus den 70ern gut bis sehr gut. Punkt. Von "Lonesome Crow" bis "Taken By Force".
Ja, "Lovedrive" stammt auch noch aus den 70ern, ist für mich aber schon wieder eine andere Phase. Und auch die war gut! Und zwar bis einschließlich der "World Wide Live" Doppel-LP. Mit "Savage Amusement" war das Amüsement dann schon äußerst brüchig und ein durchgängiges Vergnügen bot danach kein Album mehr. Da war das letztjährige Abschiedsgeschenk noch eines der Besten.

Nun also die Wiederauflage der 2001er Akustikscheibe, vor - wie immer - begeisterten Fans in Portugal aufgenommen. In ein paar Jahren werden mir auch die Mitglieder der Band recht geben: Das hätt's nicht gebraucht.
Hat sicher vor so einer Menge Spaß gemacht und zusätzliche Musiker bringen zusätzlichen Schwung hinein. Aber: Einen verdammten Rockklassiker wie The Zoo, vom genialen "Animal Magnetism" Album, macht man nicht einfach zu einem Black Velvet-Verschnitt! Tut mir leid, aber Texte wie "I meet my girl, she's dressed to kill" und dann zum Schunkelrhythmus? Wohin geht’s? Zum Tanztee? Nee, so nicht.
Naturgemäß funktioniert das besser, bei einem Song, der von Haus aus mit Akustikgitarren begonnen war. Allerdings erinnert mich Always Somewhere plötzlich ungeheuer an LYNYRD SKYNRDs Simple Man. Leider ohne dessen Drive.
Life Is To Short, wie wahr. Erträglicher wird es mit diesem Song aber auch nicht. Wunderschön zum Mitklatschen und Händeschwenken, schön auch das Cello ... schön, wenn es wieder aus ist.
Für das Intro zum Evergreen Holiday hat man sich direkt was einfallen lassen, aber das Publikum kommt natürlich schnell dahinter, dass man hier tolle Mitsingnummer präsentiert und mittels Percussion usw. kommt unvermittelt fast südamerikanischer Groove in diese Ballade. Trotzdem, ich weiß nicht, irgendwie schwirrt in meinem Hinterkopf "Stars on 45" (wer's noch kennt) herum.
Ja, es war ein (eigentlich drei) schöner Abend und gern schwelgte man bei so Schmachtfetzen wie You & I, der schwungvollen Adaption von Dust In The Wind und natürlich erst recht bei Send Me An Angel und - ganz besonders - bei Wind Of Change.

Zwischendurch wird’s aber auch mal ganz fetzig-rockig, wenn die Band Blues-Harp und Piano hinzunimmt und aus dem 70's Fetzer Catch Your Train (Album "Virgin Killer") einen Akustik-Rock'n'Roller macht. Da hatte ich wirklich Schlimmeres befürchtet.
Viel mehr sollte man allerdings nicht erwarten. Immerhin hat man sich für Wind Of Change auch ein bisschen was einfallen lassen und das Intro auf Wolga-Melodie getrimmt. Ganz netter Zug, wo das Lied doch so gern in einem Zug mit Perestroika und Glasnost genannt wird. Und manchmal auch außerhalb von Zügen. Ich weiß, ich wird' albern. Zug im Zug ist mir nicht zuträglich (Aus "Yeah, Yeah, Yeah").
Was mir gar nicht behagen will, ist die Adaption von Love Of My Life. Gegen, oder meinetwegen auch mit, Freddie Mercury hätte sich Klaus Meine auch in besten Tagen nicht versuchen sollen. Also QUEEN-Fans sollten sich das tunlichst ersparen.
Und irgendwie kommt ich mir bei Drive, von THE CARS dann irgendwie wie in einer Karaoke-Bar angekommen vor. Sind das noch die SCORPIONS?
Muss wohl, denn mit Still Loving You folgt die beste und einzig wahre Ballade der Band. Kommt gar nicht mal so schlecht, und selbst Hurricane 2001 (hieß früher mal Rock You Like A Hurricane) lockt zunächst verführerisch, aber spätestens beim Refrain rockt halt dann mal so gar nichts. Das geht nun mal wieder nicht.
Tja, fürs Geplätscher im Hintergrund oder vielleicht auch, wenn das im Konzert live erlebt, mag das taugen, aber für mich sind die SCORPIONS eine andere Band und die hör ich mir auch mal wieder gern an. Auf anderen Scheiben.

Epi Schmidt, 04.04.2011

 

(C) 2008 - 2022 by Hooked on Music