Scorpions

3 Original Album Classics

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.02.2010
Jahr: 2010
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Scorpions
3 Original Album Classics, Sony Music, 2010
Klaus MeineVocals
Rudolf SchenkerGuitar
Uli Jon RothGuitar
Francis BuchholzBass
Rudy LennersDrums
Herman RarebellDrums ("Taken By Force")
Produziert von: Dieter Dierks Medium: CD
"In Trance:(1975) 37 Min. 04 Sek.
01. Dark Lady06. Robot Man
02. In Trance07. Evening Wind
03. Life's Like A River08. Sun In My Hand
04. Top Of The Bill09. Longing For Fire
05. Living And Dying10. Night Lights
"Virgin Killer":(1976) 35 Min. 38 Sek.
01. Pictured Life06. Hell Cat
02. Catch Your Train07. Crying Days
03. In Your Park08. Polar Nights
04. Backstage Queen09. Yello Raven
05. Virgin Killer
"Taken By Force":(1977) 38 Min. 24 Sek.
01. Steamrock Fever05. The Sails Of Charon
02. We'll Burn The Sky06. Your Light
03. I've Got To Be Free07. He's A Woman - She's A Man
04. The Riot Of Your Time08. Born To Touch Your Feelings

Na, das hat doch die Nation geschockt: Unserer Vorzeige-Hardrocker aus Hannover kündigen den letzten Streich an!
Auf der anderen Seite auch wieder verständlich. Immerhin existiert die Band seit über 40 Jahren. Wenn man Rudolf Schenkers Schülerbandanfänge mit einbezieht, sind's gar schon 45. Also irgendwann muss mal Schluss sein mit Gepfeife und Maulaufreißen. Oder wie ist das, Herr Jagger? Die STONES gehören ja zu den wenigen, die das deutsche Hard-Rock-Flackschiff noch übertreffen. Also, an Laufzeit. Aber eine gewisse Parallele findet sich hier, denn beide Bands kann man wohl grob in zwei Phasen einteilen. Und die hängen jeweils mit den Lead-Gitarristen zusammen. War es bei den "rollenden Steinen" die Zeit mit Mick Taylor, die Viele als deren Glanztage einordnen, gab es bei den SCORPIONS - gleich nachdem sich der blonde Erstlingsgitarrist (noch eine Parallele?) vom Acker gemacht hatte - die Besetzung mit Uli Jon Roth - damals noch schlicht Ulrich Roth - an der Lead-Gitarre.
Angesichts des gewaltigen und weltweiten Erfolges, wird die Zahl der Fans, die jene 70er Jahre für die besten in der Geschichte der Band halten, eher gering sein, aber wer mit dieser Musik aufgewachsen ist, für den wird sie immer einen gewissen Reiz bergen. Zumal mit besagtem Uli Roth ja wirklich ein beseelter Gitarrist am Start war.
Sony Music würdigt jene Phase in ihrer "Original Classics" Reihe - mittlerweile von 5- auf 3-CD-Boxen geschrumpft - mit den Alben "In Trance", "Virgin Killer" und "Taken By Force", also von 1975 bis 1978.

Im Prinzip gab es zwei musikalische Lager: Auf der einen Seite der Hau-Drauf und mehr den eingängigen Hard-Rock-Schemen zugetane Rudolf Schenker, dem Klaus Meine den passenden Gesang lieferte und auf der anderen Seite der psychedelisch angehauchte Hendrix-Fan Uli Roth. Manchmal ging das Ganze auch eine tolle Verbindung ein und es kamen druckvolle und dennoch interessant gestaltete Rocker wie Dark Lady heraus, welches die LP "In Trance" eröffnete. Die offensichtlich erregte Frau, die auf dem Cover auf einer Stratocaster "reitet" hat lies Cover mindestens bis zum folgenden Titelsong in den Händen des Hörers verweilen. Aus heutiger Sicht vielleicht etwas simpel strukturiert, aber damals schallte "I wake up in the morning ..." vielstimmig durch manches Jugendheim oder Partykeller. Nicht nur für mich ein Klassiker!
Wie eine seltene Zusammenarbeit von Schenker und Roth sich anhörte, kann man bei Life`s Like A River verfolgen. Leicht verspielt aber doch mit zielgerichteten Powerchords. Und selbst Meines Stimme erinnert noch mehr an "Lonesome Crow" - Zeiten, denn an kommende Hochtonlagen.
Top Of The Bill ist ein etwas banaler Rocker, aber geht immerhin ganz gut ab und zeigt doch, auf welchen Grundstock viele spätere Hits der Band gebaut wurden. Zu den Highlights zähle ich das leicht vertrackte und doch powernde Robot Man. In nicht mal drei Minuten rockt der Song richtig gut ab und war nicht von ungefähr auf dem '77er Live-Album "Tokyo Tapes" vertreten.
Wenn Uli Roth als Songschreiber fungierte, dann wurde da gern mal die doppelte Spieldauer beansprucht, wie für das, fast epische, Evening Wind und auch das experimentelle Sun In My Hand meistert die vier Minuten problemlos.

Wo man sich beim Vorläufer - vor allem dessen "zweiter Seite" - leicht "in Trance" begeben konnte, sorgte man bei "Virgin Killer" gleich vom Start weg für mehr Power. Was auch heißt: gleich vier Schenker-Meine Songs eröffnen die Scheibe.
Pictured Life glänzt sofort mit den typischen Elementen. Schenkers druckvoller, treibender Rhythmusarbeit, über der Roths Gitarren-Soli zu lockeren Höhenflügen abheben können. Und ganz deutlich hat Klaus Meine einen großen Schritt nach vorne getan. Das klingt schon stark nach dem deutschen Vorzeige-Shouter der kommenden Jahre. Der Song ist auch aus heutiger Sicht noch eine tolle Nummer.
Und mir hat schon immer mit am besten Catch Your Train gefallen, mit seiner schier unbändigen Power und seinen effektvollen Stops, die in einen Ohrwurm-Refrain münden. Oder war es einfach der Text? "You like the Rock'n'Rolla, a different life and whiskey-cola"? Wer weiß…
In Your Park nimmt die großen Balladen der Band vorweg und steht denen - in meinen Augen (Ohren) - in nichts nach. Eine wunderschöne Ballade, die einen legenslang nicht mehr verlässt.
Backstage Queen riss nicht nur die Japaner damals von den Sitzen, sondern rockt auch jetzt noch ganz gut, wenngleich die ersten drei Songs irgendwie eher das "gewisse Etwas" haben. Das hat aber auch das folgende Virgin Killer. Jetzt ist Uli Roth wieder federführend und das merkt man gleich an den abgefahrenen Gitarrenläufen, die allerdings immer wieder zu dem eingängigen Refrain zusammenlaufen. Ein Klasse-Song!
Die "zweite Seite" kämpft leider vergebens gegen diesen starken Beginn an, aber mit Hell Cat und Polar Nights sind zwei starke Roth-Songs vertreten, bei denen damals manchen Gitarristen die Kinnlade herunter geklappt ist.
Ach ja: Das Original-Cover wurde hier leider nicht abgedruckt, aber vielleicht kann man das in den heutigen Zeiten auch nicht mehr verantworten. Schade, aber ich hab ja die LP noch im Schrank stehen.

Die Änderung für das nächste Album war, dass von nun an Herman ("the German") Rarebell am Schlagzeug saß und der war sicher mitverantwortlich für den "Dampfhammer-Rock" von "Taken By Force". Und erneut schaffte man es, unter der Regie von Dieter Dierks, einen mitreißenden Opener zu kreieren. Steamrock Fever ist sicherlich, im Vergleich zu den vorherigen Platten, einiges glatter, aber die geschickt beigemischte Live-Atmosphäre sorgt sofort für Stimmung und man singt umgehend mit.
So geht es einem auch bei We'll Burn The Sky. Der sanfte Beginn frisst sich unmittelbar ins Hirn und wenn der Song, nach den effektiven Zwischenteilen, immer wieder Fahrt aufnimmt, steht man schnell im Spreizschritt und schwingt die Haare. Oder tut zumindest so. Einer meiner Lieblingssongs von den SCORPIONS.
Anscheinend hat sich auch Uli Roth da mitreißen lassen, denn obwohl I've Got To Be Free seine typischen psychedelisch verspielten Beiträge hat, geht’s doch erstaunlich straight zur Sache.
Noch selten hatte man zu der Zeit Akustikgitarren in den Songs der Band gehört, aber für The Riot Of Your Time übernimmt eine, sehr dynamisch den Führungspart und sorgt immer wieder für die perfekte Rampe für den treibenden "elektrischen" Part.
Absolut Roth-typisch ist wieder The Sails Of Charon aber trotz des leicht "wirren" Beginns, bleiben auch eingeschworene Rocker hier bei der Stange.
Noch leichter fällt das natürlich bei Your Light. Auch das wieder sehr dynamisch geschickt aufgebaut. Einschmeichelnder Beginn, der sich butterweich ins Ohr schleicht und dann wird der Käfig aufgemacht und das Rock'n'Roll-Tier in Gang gesetzt. Welches allerdings erst beim nachfolgenden Song so richtig in Fahrt kommt. He's A Woman - She's A Man ist wohl der Hit der damaligen Zeit der Band und darf eigentlich auf der kommenden Abschiedstour nicht unterschlagen werden. Für damalige Verhältnisse von beachtlicher Power und Aggressivität geprägt.
Die über 7-minütige, hymnische, Ballade Born To Touch Your Feelings beschließt dieses Album, welches sich nur aus starken Songs zusammensetzt.
Ulrich Roth knabbert auf dem LP-Cover schon zweifelnd an seinen Fingernägeln und nach dem anschließenden Live-Album "Tokyo Tapes" verließ er denn auch die Band und es folgte Matthias Jabs und Michael Schenker und Matthias Jabs und ... aber das ist eine andere Geschichte.
Für mich ist diese Box, trotz fehlender Bonus-Anreize, eine schöne Sache, da ich die Scheiben bisher nur als LP besaß und so doch wieder öfter mal die "alten SCORPIONS" auflegen werde. "And you like the Rock'n'Rolla ..."

Epi Schmidt, 06.02.2010

 

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